Günter Obermeier (v. l.), Jan Dreisörner, Pia Steffenhagen-Koch und Frank Bröckling informierten auf der Bürgerversammlung über die Bürgerbefragung und den Stand des Projekts "Digitales Dorf". - © Klaus Frensing
Günter Obermeier (v. l.), Jan Dreisörner, Pia Steffenhagen-Koch und Frank Bröckling informierten auf der Bürgerversammlung über die Bürgerbefragung und den Stand des Projekts "Digitales Dorf". | © Klaus Frensing

Hüllhorst Oberbauerschaft ist auf einem guten Weg in die Digitalisierung

220 Haushalte beantworten Fragebogen zu Landesprojekt. Ganzes Dorf soll bis Ostern 2019 ans schnelle Internet angeschlossen sein

Klaus Frensing

Hüllhorst-Oberbauerschaft. Die Oberbauerschafter empfinden ihr Dorf allgemein als positiv und fühlen sich dort wohl. Immerhin schätzen drei Viertel die Zukunftsfähigkeit als sehr gut bis zufriedenstellend ein. Der Oberbauerschafter schätzt eine gute Nachbarschaft, das rege Vereinsleben und den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft. 1.086 Haushalte wurden im Rahmen des Landesprojekts "Digitales Dorf" befragt, 220 Fragebogen kamen ausgefüllt zurück. Die Ergebnisse wurden am Montagabend im Gasthaus "Kahle Wart" vorgestellt. Rund 70 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung der Dorfgemeinschaft Oberbauerschaft zur Bürgerversammlung gefolgt. Mit knapp 3.000 Einwohnern ist das Dorf am Südhang des Wiehengebirges die größte der elf Gemeinden, die an dem Landes-Projekt teilnehmen. Und was die Digitalisierung des Dorfes anbetrifft, ist Oberbauerschaft auf einem sehr guten Weg. Ende Oktober soll das Gewerbegebiet am schnellen Internet angeschlossen sein, Ende des Jahres 70 Prozent aller Haushalte und bis Ostern 2019 das ganze Dorf, verkündete Günter Obermeier. Dorfbüro mit öffentlichem PC-Zugang fehlt noch Auch bei der Umsetzung des Projekts hat Oberbauerschaft die ersten Schritte gemacht. Mit Jan Dreisörner wurde ein Kümmerer gefunden, der die Plattform pflegt und auf dem aktuellen Stand hält sowie als Ansprechpartner für das Dorf fungiert. Was noch fehlt, ist ein Dorfbüro mit öffentlichem PC-Zugang als Anlaufstelle und zur Durchführung von Schulungen zur redaktionellen Gestaltung der Dorfseiten und zum Umgang mit den neu geschaffenen Angeboten. Ziel des Projekts ist, die Möglichkeiten der Digitalisierung im ländlichen Raum aufzugreifen und Service- und Dienstleistungen über eine App als Kommunikationsplattform zur Verfügung zu stellen. Im zweiten Halbjahr 2019 soll ein Prototyp kommen. Die geplante Dorf-App kann digitaler lokaler Marktplatz und virtueller Schaukasten sein, Nachbarschaftshilfen und Mitfahrgelegenheiten organisieren. Alles muss natürlich auf seine technische und logistische Machbarkeit geprüft und unter anderem der Datenschutz berücksichtigt werden. "Die Rücklaufquote von 20 Prozent ist ganz gut", war Obermeier mit der Beteiligung an der Bürgerbefragung zufrieden. Die Auswertung lag in den professionellen Händen des Büros für räumliche Planung "planinvent" aus Münster. Nachdem Pia Steffenhagen-Koch vom "Bündnis Ländlicher Raum" das Projekt kurz erläutert hatte, erläuterte planinvent-Geschäftsführer Frank Bröckling die wichtigsten Ergebnisse. Auch Mängel wurden aufgezeigt Neben vielen Stärken wurden auch Mängel aufgezeigt, wie beispielsweise bei altersspezifischen Angeboten für Jugendliche, Senioren oder Kinder sowie bei Versorgung, Dienstleistungen und medizinischer Versorgung oder Öffentlichen Personennahverkehr. "Jetzt seid ihr dran", forderte Frank Bröckling die Versammlung auf, ihre Ideen einzubringen. Genannt wurden unter anderem Schulungen in Medienkompetenz, Darstellung von Vereinsangeboten, Dorf-Kalender, Lieferservice, Foren zum Austausch, Verlinkung mit sozialen Medien, Car-Sharing und Mitfahrbörse. Im Anschluss gab Frank Bröckling einen Ausblick, wie es weitergehen soll. Die Bedarfe aller beteiligten Dörfer werden zusammengefasst und von allen "Kümmerern" und Projektverantwortlichen gemeinsam diskutiert. Ziel ist es, eine Prioritätenliste und für die Ausschreibung der Plattform die Leistungsbeschreibung zu erstellen. Anschließend sollen gemeinsam die eingereichten Angebote gesichtet über den IT-Dienstleister entschieden werden. Der ganze Prozess wird von regelmäßigen öffentliche Veranstaltungen in den Dörfern begleitet. Die Ergebnisse der Bürgerbefragung werden demnächst auf www.oberbauerschaft.de veröffentlicht.

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