An die 200 Schülerinnen und Schüler aus Espelkamp und Umgebung nahmen an der Aktion teil. - © Klaus Frensing
An die 200 Schülerinnen und Schüler aus Espelkamp und Umgebung nahmen an der Aktion teil. | © Klaus Frensing

Espelkamp 200 Schüler demonstrieren: „Es gibt keine zweite Erde“

Fridays for Future: Die Schüler waren dem Aufruf von Emma Vienerius und Chiara Noch gefolgt und marschierten von Ordnern begleitet vom Söderblom-Gymnasium zum Bürgerhaus

Espelkamp. Was machen zwei schon Fehlstunden, wenn die Erde droht unterzugehen? An die 200 Schüler waren dem Aufruf von Emma Vienerius und Chiara Noch gefolgt, beteiligten sich an der „Friday for Future"-Aktion und marschierten, von Ordnern begleitet, vom Söderblom-Gymnasium zum Bürgerhaus. Immer wieder wurde der Zug von den Rufen „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut" begleitet. Und um die geht es nicht nur in Espelkamp und in Deutschland, weltweit in über 100 Ländern gingen am Freitagmorgen vorwiegend junge Menschen auf die Straßen, um eine saubere Umwelt und Klimaschutz einzufordern. „Unsere Zukunft darf nicht weiter kurzfristigen Interessen geopfert werden", fordern Emma Vienerius und Chiara Noch, die wie die junge schwedische Aktivistin Greta Thunberg und viele Millionen Menschen auf der ganzen Welt genug haben von der Ignoranz der Politik gegenüber dem Klimawandel – und einfach Angst haben um ihre Zukunft. Am Bürgerhaus stiegen die beiden Initiatorinnen der Aktion auf das Podium und nannten einige eindrucksvolle Zahlen: Fast alle Klimaforscher sagen, dass die Erderwärmung der vergangenen 100 Jahre allein auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist, schon jetzt leiden ungefähr 800 Millionen Menschen unter den Folgen des Klimawandels wie Dürren, Waldbränden, Überschwemmungen und Stürmen. Jährlich werden 21,5 Millionen Menschen zu Klimamigranten. Bis 2050 könnte sich die Zahl versiebenfachen, schätzt das UN-Flüchtlingsamt. Jährlich werden 550 Millionen Quadratmeter Regenwald abgeholzt (das sind etwa 42 Fußballfelder minütlich). Der Kohlendioxydausstoß hat sich seit den 60er-Jahren um fast 50 Prozent erhöht, die Durchschnittstemperatur wird in diesem Jahrhundert um etwa zwei bis vier Grad und der Meeresspiegel um 90 Zentimeter steigen. Es werde zwar viel geredet, doch wenig gehandelt, werfen Chiara Noch und Emma Vienerius unter lautem Beifall der Politik vor. »Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut« In den vergangenen 30 Jahren sei so gut wie nichts passiert. Die Klimaziele würden in Deutschland deutlich verpasst. Die Treibhausemissionen stiegen sogar wieder. Der Kohleausstieg werde auf die lange Bank geschoben. „Das ist untragbar", betonen sie und fordern von der Bundesregierung unverzüglich weitgreifende Maßnahmen, um eine Wende einzuleiten. Zwar würden in dieser Welt die großen Entscheidungen von oben, von den Regierungen getroffen, doch jeder kleine Schritt sei ein Schritt in die richtige Richtung, auch in einer Kleinstadt wie Espelkamp. Und wenn viele kleine Städte zusammenkommen würden, werde der Effekt vervielfacht. „Genau dies passiert durch die Aktion ,Friday for Future'. Und wir sind stolz,  ein Teil davon zu sein. Handelt endlich, damit wir eine Zukunft haben", unterstreichen sie. Nach lautem Applaus geben anschließend Schüler die Möglichkeit, kurze Statements abzugeben. Kurz nach neun Uhr skandieren noch einmal alle lautstark „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut". Dann löst sich die Demonstration – wie vereinbart – friedlich auf und die Schüler marschieren wieder in Richtung Schule. Das Thema Klimawandel und die Aktion „Friday for Future" wird die Menschen auf der ganzen Welt sicher noch lange bewegen,

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