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Die Mindener Straße soll ab der Kreuzung Eidinghausener Straße (links) bis zur Dehmer Straße künftig der Stadt gehören. Sie ist dann aber auch für den Umbau in diesem Abschnitt verantwortlich. - © Jens Reddeker
Die Mindener Straße soll ab der Kreuzung Eidinghausener Straße (links) bis zur Dehmer Straße künftig der Stadt gehören. Sie ist dann aber auch für den Umbau in diesem Abschnitt verantwortlich. | © Jens Reddeker

Bad Oeynhausen Bad Oeynhausen will Radschnellweg und Umbau der B 61 gemeinsam planen

Auch das Umstufungskonzept der Straßen wird im Ausschuss behandelt. Kreis soll zwei, das Land eine Straße mehr übernehmen.

Jörg Stuke
19.06.2019 | Stand 18.06.2019, 20:59 Uhr

Bad Oeynhausen. Es sind für sich genommen schon zwei Großprojekte. Die Stadt Bad Oeynhausen möchte aber gern eines daraus machen. Denn der Radschnellweg und der Umbau der Mindener Straße würden am besten in einer Gesamtplanung behandelt, rät der Technische Beigeordnete der Stadt, Thomas Lüer. Bislang laufen beide Planungen noch parallel. Was nach Einschätzung von Lüer so nicht bleiben darf. Denn die Projekte weisen an mehreren Stellen wesentliche Berührungspunkte auf - was schon rein mathematisch gegen Parallelen spricht. So müssten die Planer natürlich bei der Umgestaltung der Mindener Straße den Radschnellweg berücksichtigen, der hier bis zur Dehmer Straße gebaut werden soll. Und in den aktuellen Überlegungen soll der Radschnellweg ja nicht nur (wie ursprünglich vorgesehen) bis zum Sültebusch, sondern weiter an der Kanalstraße bis zur Ringstraße (bei McDonald's) geführt werden. "Mit einer solchen Lösung könnte auch Löhne leben" "Darüber laufen derzeit die Abstimmungsgespräche mit Löhne", sagt Lüer. Im Juli solle das Planungsbüro dazu die überarbeiteten Pläne vorlegen. "Mit einer solchen Lösung könnte auch Löhne leben", ist Bad Oeynhausens Beigeordneter überzeugt. Gebaut werden könnte der Radschnellweg zwischen Sültebusch und Ringstraße aber eben auch nur, wenn auch die Kanalstraße umgebaut würde, gibt Lüer zu bedenken. All das sind für Lüer Argumente, beide Projekte als eines zu begreifen. "Wir müssen mit dem Land darüber sprechen, dass wir zu einer Gesamtplanung und auch zu einer gemeinsamen Baumaßnahme kommen." Was für den Technischen Beigeordneten aber nicht heißt, dass die Planung auch nur in einer Hand - also bei Land oder Stadt - liegen wird. Neue Eigentümer für Straßen Noch ein wenig komplexer wird das Großprojekt dadurch, dass sich nach Fertigstellung der Nordumgehung auch für einige Straßen in Bad Oeynhausen neue Einstufungen und damit auch neue Eigentümer ergeben werden. So soll die B 61, vor der Verkehrsfreigabe die "Stadtautobahn" mitten durch Bad Oeynhausen, künftig zwei verschiedene Eigentümer haben. Während die Kanalstraße dem Land übereignet werden soll, soll der Abschnitt der Mindener Straße zwischen Eidinghausener und Dehmer Straße künftig der Stadt gehören. Das sieht das aktuelle Umstufungskonzept vor, das im nächsten Ausschuss für Stadtentwicklung (ASE) diskutiert werden soll. Drei ungeliebte Geschenke erfolgreich zurückgewiesen Während das Umstufungskonzept in Sachen B 61 noch dem ursprünglichen Vorschlag von Straßen NRW entspricht, hat es bei den anderen betroffenen Straßen deutliche Änderungen gegeben. So sollte Bad Oeynhausen ursprünglich auch noch drei weitere Straße "geschenkt" bekommen: die Weserstraße (L 546) von der Vlothoer Straße bis zur Steinstraße, 2.725 Meter; die Vlothoer Straße (L 546N) von der B 514 bis zum Kreuz Bad Oeynhausen Ost, 1.981 Meter; und die B 61 Dehmer Straße von der „Dehmer Spange" bis zur Werster Straße, 2.088 Meter. „Hier ist aber noch viel überörtlicher Verkehr unterwegs", argumentierte Lüer im April im ASE. Er sagte: „Würden wir diese Straßen übernehmen, würde sich das Straßennetz der Stadt um elf Prozent erhöhen." Deshalb habe die Stadt in einem ersten Abstimmungsgespräch deutlich gemacht, dass Bad Oeynhausen diese Straßen nicht übernehmen wolle. Gespräche mit dem Land möglichst schon im Herbst führen Offenbar mit Erfolg. Das nun vorliegende Konzept sieht vor, dass das Land den fraglichen Abschnitt der Vlothoer Straße übernimmt und der Kreis die Teilstücke der Dehmer Straße und der Weserstraße. Der Bauausschuss des Kreises Minden-Lübbecke hat dieses Konzept bereits einstimmig gebilligt, der Kreistag muss dem aber noch zustimmen. Er befasst sich am kommenden Montag, 24. Juni, mit dem Thema. Am Dienstag, 25. Juni, 18 Uhr, steht das Thema auf der Tagesordnung des ASE in Bad Oeynhausen. Sollte es in beiden Gremien und auch im NRW-Verkehrsministerium Zustimmung finden, könnte die Umstufung zum 1. Januar 2020 gültig werden. Solange will Lüer aber gar nicht warten. "Wenn die Eigentumsverhältnisse geklärt sind, würde ich gern schon im Herbst mit dem Land über eine abgestimmte Gesamtplanung sprechen", kündigt der Technische Beigeordnete an.

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