Rotlichtsünder: Immer wieder ziehen Lastwagen an Werster und Mindener Straße bei Rot über die Kreuzungen und wie hier über die Fußgängerampeln an der Werster Straße. Foto: Nicole Sielermann - © Nicole Sielermann
Rotlichtsünder: Immer wieder ziehen Lastwagen an Werster und Mindener Straße bei Rot über die Kreuzungen und wie hier über die Fußgängerampeln an der Werster Straße. Foto: Nicole Sielermann | © Nicole Sielermann

Bad Oeynhausen Täglich wird bei Rot gefahren

Ortsdurchfahrten: An den Fußgängerampeln in Werste sind vor allem Lastwagenfahrer häufige Rotlichtsünder. Polizei und Stadt bei Verkehrsschau vor Ort

Nicole Sielermann

Nicole SielermannBad Oeynhausen. Für die Polizei ist es Alltag. Rotlichtsünder, Temposünder, Vorfahrtsünder. Alle Tag für Tag im Straßenverkehr zu beobachten. Vor allem auf der Mindener und der Werster Straße sind es Lastwagenfahrer, die noch schnell mit ihrem 40-Tonner bei Rot über die Kreuzung oder die Fußgängerampel ziehen. Lebensgefährlich findet das Dietmar Buge. Der ehemalige Lehrer sorgt sich vor allem um die Schulkinder, die im Verlauf an vier Fußgängerampeln die Werster Straße queren. „Das ist die Hauptumfahrung für die Mindener Straße – und immer wieder preschen die Lkw bei Rot über die Ampeln“, hat er beobachtet. Da müsse etwas passieren, fordert der Pensionär. Dietmar Buge hat vor allem die Fußgängerampel in Werstes Ortsmitte vor Augen, wenn er von den vielen Rotlicht-Verstößen erzählt. Gerade dort passierten viele Kinder, die auf dem Weg zur Grundschule seien, die Landesstraße. „Da müsste viel mehr von Seiten der Polizei kontrolliert werden“, fordert Buge. Bei der Stadt ist das Thema Fußgängerampeln an der Werster Straße nicht unbekannt. „Für die Ampel in Höhe des Schulzentrums Nord und in Höhe der ehemaligen Fleischerei Ferlemann ist uns das Problem Rotlichtsünder schon länger bekannt“, erklärte Stadtsprecher Volker Müller-Ulrich gegenüber der NW. An der Ampel in Höhe der Aalstraße habe es bereits eine Verkehrsschau mit der Polizei gegeben. „Wir haben daraufhin andere Kontrastblenden an der Ampel angebracht, in der Hoffnung, dass die Verkehrsteilnehmer das Rotlicht besser sehen.“ Genützt hat es nichts. Trotzdem werde dort immer wieder bei Rot gefahren. Der Sprecher der Kreispolizei Minden sieht kaum Chancen, solcher Probleme habhaft zu werden: „Die heimischen Ordnungshüter sind sehr aktiv auf dem Sektor der Verkehrsüberwachung – allerdings wird diese Aufgabe nie enden, solange Menschen hinter dem Steuer oder am Lenker sitzen oder zu Fuß unterwegs sind“, merkt Ralf Steinmeyer gegenüber der NW an. Trotzdem nimmt er Hinweise aus der Bevölkerung dankend an: „Natürlich liegt uns die Schulwegüberwachung sehr am Herzen. Daher zählt diese Aufgaben zu den wesentlichen Tätigkeiten unserer Bezirksbeamten.“ Der zuständige Bezirksbeamte sei informiert worden und behalte den Bereich – soweit es seine anderen Aufgaben zuließen – ab sofort im Auge. „Der Bereich ist aber keine Unfallhäufungsstelle“, ergänzt Steinmeyer. Die Ampel in Höhe des Harren Hofes hat der Stadt lange Kopfzerbrechen bereitet: „Die war damals in der Diskussion als der Kreisel Werster Straße/Ringstraße gebaut wurde“, erinnert Müller-Ulrich. Straßen NRW habe sie abbauen wollen. „Die Stadt hat vehement für den Erhalt gekämpft, weil es einer der Hauptschulwege für die Werster Kinder ist“, sagt er. Noch heute, neun Jahre nach dem Bau des Kreisels, ist die Ampel immer mal wieder Thema im Kinder- und Jugendparlament. „Dort geht es aber in erster Linie darum, dass die Grünphasen als zu kurz empfunden werden“, berichtet Müller-Ulrich. Diese aber seien zeitlich auf Senioren bemessen und müssten für Kinder dementsprechend ausreichen. Probleme mit Rotlichtsündern gibt es nicht nur auf der Werster Straße, sondern auch auf der Mindener Straße und Kanalstraße. „Die Lastwagen sind dort nicht nur viel zu schnell unterwegs, sondern rasenauch bei Rot über die Kreuzungen“, hat Buge beobachtet. Er erinnert an den tödlichen Unfall an der Einmündung der Dehmer auf die Mindener Straße im Jahr 2010. Schon damals machten Anlieger der Straße mobil und forderten einen Ampelblitzer. Auch viele NW-Leser berichteten davon, dass sich Autofahrer beim Linksabbiegen auf der Mindener Straße nicht auf die Grünphasen verlassen könnten. Doch Polizei und Straßenverkehrsamt sahen keinen Handlungsbedarf. Letztendlich erreichte das Engagement der Bürger aber, dass Straßen NRW 2011 einen sogenannten Ampelvorblinker aus Richtung A2 kommend installierte. Das Verkehrsgeschehen auf der Mindener Straße/Kanalstraße, so Ralf Steinmeyer, sei bekannt. „Hier führen vor allem mangelnder Sicherheitsabstand und Fehler beim Fahrstreifenwechsel sowie beim Abbiegen zu Verkehrsunfällen“, erklärt der Sprecher der Kreispolizei. Für Dietmar Buge kein Grund, nichts zu tun: „Da ist die Polizei gefordert“, fordert er. „Die müssten an den beiden Straßen viel mehr kontrollieren.“ Eine Sache, die Stadtsprecher Müller-Ulrich begrüßen würde: „Alle anderen Maßnahmen haben zumindest an der Werster Straße bisher nichts gebracht.“

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