Dampfwalze mit Tarnfarbe: Der Lack der Maschine blättert ab, die Karosse rostet vor sich hin. Die Exponate des ehemaligen Motor Technica Museums an der Weserstraße werden von der Natur überwuchert. Bis Ende des Jahres wird der Außenbereich geräumt. - © Arian Amedie
Dampfwalze mit Tarnfarbe: Der Lack der Maschine blättert ab, die Karosse rostet vor sich hin. Die Exponate des ehemaligen Motor Technica Museums an der Weserstraße werden von der Natur überwuchert. Bis Ende des Jahres wird der Außenbereich geräumt. | © Arian Amedie

Bad Oeynhausen Automuseum: Ein Stück Geschichte verschwindet

Motor Technica Museum: Der ehemalige Besuchermagnet an der Weserstraße wird bis Ende des Jahres alle Ausstellungsstücke im Außenbereich räumen. Die waren zuletzt ein Dorn im Auge der Anwohner

Arian Amedie
Jörg Stuke

Bad Oeynhausen. Jahrzehntelang war es eine der Attraktionen von Bad Oeynhausen, heute ist von der Anziehungskraft nichts mehr übrig. Das Auto- und Technikmuseum an der Weserstraße rottet seit acht Jahren vor sich hin, aus den einstigen Plänen des Inhabers, das Gebäude zu renovieren und wieder zu eröffnen, ist nichts geworden. Noch vor einem Jahrzehnt war vor allem ein Panzer aus dem Automuseum Star mancher RTL-Serie. Jetzt ist klar: Bis Ende des Jahres werden die letzten Andenken aus dem Museum verschwinden. Das zumindest verrät der Inhaber des Museums Holger Veh: „Alles, was jetzt noch draußen herumsteht, wird in den den nächsten Wochen abtransportiert", sagte Veh der NW. Im Innenbereich seien die meisten ehemaligen Museumsstücke bereits abgeräumt, so Veh. „Bis zum Ende des Jahres ist auch außen alles weg", versichert der ehemalige Museumsbetreiber. Aktuelle Pläne, was künftig mit dem ehemaligen Museumsbau am Weserradweg geschehen soll, gebe es nicht, so Veh. Hier wieder ein Museum einzurichten, sei derzeit jedenfalls nicht vorgesehen. Legendäre Fahrzeuge 1973 wurde das Motor Technica Museum zuerst als Autotechnica Museum gegründet. Das fast 3.000 Quadratmeter große Ausstellungsgelände beherbergte zeitweise Exponate aus der Automobil- und Militärgeschichte von der Industrialisierung bis in die Neuzeit. Zwischen schon legendären Fahrzeugen aus den 50er und 60er Jahren oder einem Mercedes 300 SL Flügeltürer und über 200 Motorrädern fanden sich so manche Ausstellungsstücke, die der Zeitgeschichte zugeordnet werden können. Eine gepanzerte Limousine des Generalsekretärs des Zentralkomitees der SED Erich Honecker ließ sich genauso im Museum entdecken, wie ein Jagdwagen von Kaiser Wilhelm II. aus dem frühen 20. Jahrhundert. Auch in den Außenbereichen waren und sind noch heute einige Militaria wie eine MIG 21, einem alten Panzer oder einem Mi-8-Wrack zu sehen. Die zeigen sich jedoch von ihrer vergänglichen Seite. Neben starkem Rost und ähnlichen Verfallserscheinungen wuchern Unkraut und Efeu an den Überresten der einstigen Maschinen um die Wette. Auch der englische Doppeldeckerbus hat in den vergangenen Jahren eher für Verärgerung denn für Bewunderung gesorgt. „Dieser Bus verrostet seit Jahren vor sich hin und sieht sogar bedrohlich nach Umkippen aus, muss die Stadt da nichts unternehmen?", schreibt eine NW-Leserin der Redaktion. Stadt muss nicht eingreifen „Da es sich bei dem Gelände um Privatbesitz handelt, sind uns die Hände gebunden", antwortet der städtische Pressesprecher Volker Müller-Ulrich auf Nachfrage von nw.de. Aktuell gebe es keine Signale für Gefahr in Verzug, die ein Eingreifen rechtfertigen würden, so die Erklärung der Stadt. Das Problem dürfte sich nach der Ankündigung von Inhaber Veh zum Ende des Jahres dann allerdings auch ohne Gefahr erledigt haben.

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