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Weihnachtsbeleuchtung soll es auch in diesem Jahr in Oerlinghausen geben - aber weniger, als es vor zwei Jahren war. - © Martin Düsterberg
Weihnachtsbeleuchtung soll es auch in diesem Jahr in Oerlinghausen geben - aber weniger, als es vor zwei Jahren war. | © Martin Düsterberg

Licht aus in der Nacht Bergstadt mit weniger Weihnachtsbeleuchtung

Um Strom zu sparen, hat der Oerlinghauser Rat mehrheitlich beschlossen, drei Monate lang die Straßenbeleuchtung zwischen 0 und 5 Uhr abzuschalten.

Knut Dinter
04.11.2022 , 08:30 Uhr

Oerlinghausen. Energiesparen ist das Gebot der Stunde. Der Rat der Stadt Oerlinghausen hat daher beschlossen, zunächst befristet bis zum 28. Februar 2023, die Straßenbeleuchtung in der Zeit von 0 Uhr bis 5 Uhr auszuschalten. Damit wird einer Empfehlung des Städte- und Gemeindebundes gefolgt. Die Regelung bewirkt eine Ersparnis von 72.000 Kilowattstunden, was 15 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs der Bergstadt entspricht.

Bei der Weihnachtsbeleuchtung wird ebenfalls eine Reduzierung, aber kein gänzlicher Verzicht empfohlen. Die Besonderheit des Weihnachtsfestes sei für viele Menschen als Zeit der Besinnung und des Trostes auch mit einer festlichen Beleuchtung verbunden, stellte der Rat fest.

Sterne und Lichterketten, die an das öffentliche Stromnetz angeschlossen sind, sollten nur vom 26. November 2022 (Samstag vor dem 1. Advent) bis maximal zum 6. Januar 2023 (Dreikönigstag) eingeschaltet werden. Wie bei den Herrnhuter Sternen entlang der Bahnhofstraße in Helpup handelt es sich jeweils um energiesparende LED-Leuchtmittel.

Die Verwaltung möchte ferner erreichen, dass die Anzahl der Beleuchtungen um 25 Prozent zu reduziert wird. „Man muss schauen, was reine Symbolpolitik ist und was wirklich hilft“, sagte Bürgermeister Dirk Becker. „Weihnachten ist ein besonderes Fest, da muss man Maß und Mitte finden.“

Bisher war es üblich, im öffentlichen Raum mehrere Weihnachtsbäume aufzustellen. Darauf wird verzichtet. Nur auf dem Rathausplatz wird es einen Baum geben, auch die Lichterketten an der Kumsttonne werden eingeschaltet.

Trotz der Abschaltung bleibe die Verkehrssicherheit auf den Straßen gewährleistet, betonte Becker. Lediglich die Haltestellen für den Nachtbus seien nicht mehr beleuchtet. Aber man könne doch auch in Oerlinghausen ausgehen, empfahl der Bürgermeister den Nachtschwärmern.

Die Grünen möchten Weihnachten und Silvester Lichter in der Stadt

Peter Heepmann (SPD) argumentierte, die Bürger seien bei der Energie schon sparsam gewesen. „Die Kommune sollte dem Beispiel folgen“, sagte er. Sein Fraktionskollege Volker Neuhöfer ergänzte, die Maßnahmen seien „ein eindeutiges Signal an die Bürger, in welcher Situation wir uns befinden“. Ute Hansing-Held (Grüne) begrüßte ebenfalls den Vorschlag der Verwaltung, regte aber an, an den Weihnachtstagen und zu Silvester auf die Nachtabschaltung zu verzichten.

Die Ratsmitglieder der FDP und der CDU sprachen sich für eine Reduzierung der weihnachtlichen Dekoration, jedoch gegen Abschaltung der Straßenbeleuchtung aus. „Die Kosten-Nutzen-Einsparung ist bei dieser Maßnahme nicht besonders hoch“, meinte Viola Brüntrup (FDP). „Außerdem müssen Zebrastreifen grundsätzlich ausgeleuchtet werden.“

Die CDU-Fraktionsvorsitzende Angelika Lindner sagte, Strom zu sparen sei besonders wichtig, man müsse verantwortungsvoll mit den Ressourcen umgehen. Aber das dürfe nicht auf Kosten der Sicherheit gehen. „Auch nachts sind viele Menschen unterwegs, zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit. Deshalb hat die Verkehrssicherheit für uns die größere Priorität“, sagte Lindner. „Wir setzen vielmehr auf freiwillige Maßnahmen unserer Bürger, vor allem bei der privaten Weihnachtsbeleuchtung.“

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