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Hier laben sich Grünfinken an dem im Vogelhäuschen ausgelegten Futter. So lassen sie sich gut zählen. - © Martin Düsterberg
Hier laben sich Grünfinken an dem im Vogelhäuschen ausgelegten Futter. So lassen sie sich gut zählen. | © Martin Düsterberg

Leopoldshöhe/Oerlinghausen Warum Leopoldshöher und Oerlinghauser Vögel zählen sollten

Der Naturschutzbund lädt zur „Stunde der Wintervögel“ ein. Die heimischen NABU-Vertreter erklären, wie die Zählung funktioniert und was sie zeigen kann.

Birgit Guhlke
06.01.2022 , 07:12 Uhr

Leopoldshöhe/Oerlinghausen. Im vergangenen Jahr war der Haussperling auf Platz 1 bei der Winterzählung in Lippe, am zweitmeisten wurden Amseln gezählt. Von Donnerstag, 6. Januar, bis Samstag, 9. Januar, findet zum zwölften Mal die bundesweite „Stunde der Wintervögel“ statt. Der Naturschutzbund (NABU) und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) rufen Naturinteressierte wieder auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. Thomas Pusch (NABU Oerlinghausen) und Ewald Thies (NABU Leopoldshöhe) erklären, wie es geht.

Im Mittelpunkt der Aktion stünden vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen. „Allerweltsvögel“ nennt sie Thomas Pusch. Es sei zwar keine echte Studie, die der NABU damit anbietet, aber auch diese Langzeitbeobachtungen könnten helfen, Veränderungen in der Vogelwelt auszumachen, um gegebenenfalls gegenzusteuern. Denn tendenziell, so sagt es Thomas Pusch, sei zu erkennen, „dass auch Kohlmeise und Haussperling weniger werden“.

Es wird nur die höchste Zahl gemeldet

Er selbst setze sich im Winter ans Küchenfenster und beobachte, was sich an der Futterstelle im Garten tut. Hat er eine Gruppe Meisen entdeckt, zählt er die Vögel, notiert sich die Zahl, dann noch einmal. Gemeldet werde dann die „höchste Zahl, die ich beobachtet habe; mal sind es sieben, mal acht, mal zehn, die zehn Vögel melde ich dann“. So läuft das System, und so könne sichergestellt, dass Vögel nicht doppelt oder gar mehrfach gezählt werden.

Thomas Pusch empfiehlt, sich einen Bereich wie seine Futterstelle auszusuchen und dort eben bis zu 60 Minuten lang zu beobachten. Das gehe auch vom Balkon aus oder an einem ruhigen Plätzchen im Park, wo nicht so viele Spaziergänger unterwegs seien. „Man kann sich auch vorher schon mal einen Platz ausgucken, wo viele Vögel vorkommen.“

In seinem Garten ist auf jeden Fall etwas los, denn er habe ihn vogelfreundlich gestaltet – auch um dem Rückgang gegenzusteuern. Dazu zähle die Futterstelle, aber auch dass er Bäume und Büsche erst spät, zum Frühjahr hin, zurückschneide. „An den Büschen hängen noch länger Beeren, das ist auch Futter für die Vögel“. Laub kehre er eher nur zusammen und lasse es liegen, dort finden nicht nur Vögel Futter, sondern auch Kleintiere wie der Igel Schutz.

Je mehr teilnehmen, desto wertvoller wird das Ergebnis

Je mehr Naturinteressierte an der „Stunde der Wintervögel“ teilnähmen, desto wertvoller würden die Ergebnisse, teilt sein Leopoldshöher Kollege Ewald Thies mit. Eine besondere Qualifikation sei für die Teilnahme nicht erforderlich, ein Interesse an der Vogelwelt aber wohl selbstverständlich.

Thomas Pusch hat bereits in der Nachbarschaft Meldebögen verteilt, Kinder machten gerne bei der Aktion mit. Die Meldung geht auch online oder per NABU-App. Das Online-Meldeformular ist bis zum Ende der Meldefrist am 17. Januar freigeschaltet. Auch eine telefonische Meldung der Vogelzahlen ist am 8. und 9. Januar, 10 bis 18 Uhr, möglich unter (0800) 1 15 71 15.

In Nordrhein-Westfalen wurden bei der Wintervogelzählung im vergangenen Jahr in 33.042 Gärten 1.076.714 Vögel gezählt. 47.520 Vogelfreunde haben dort ihre Beobachtungen gemeldet, teilt der NABU mit. Im Kreis Lippe wurden 2021 in 837 Gärten 29.533 Vögel gezählt. 1.171 Vogelinteressierte haben mitgemacht.

www.nabu.de

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