Nur noch Trümmer: Zwischen dem Müll haben sich weitere Datenträger gefunden. - © picture alliance/dpa
Nur noch Trümmer: Zwischen dem Müll haben sich weitere Datenträger gefunden. | © picture alliance/dpa

Missbrauch-Skandal Verspäteter Fund von Datenträgern in Lügde: Polizei rechtfertigt sich

Nur eine der CDs, die im doppelten Boden des Wohnwagens gefunden wurden, ist noch teilweise lesbar

Lügde. Die Staatsanwaltschaft Detmold und die Polizei Bielefeld rechtfertigen sich in einer gemeinsamen Presseerklärung dafür, dass erst beim Abriss des Stellplatzes auf dem Campingplatz in Lügde weitere Datenträger gefunden worden seien. Mitarbeiter des Abrissunternehmens hatten in einem doppelten Boden des Wohnwagens zwei CDs und zwei Disketten aufgefunden. Eine Zerstörung der Behausung sei vom richterlichen Durchsuchungsbeschluss nicht gedeckt und somit für Polizei und Staatsanwaltschaft aus rechtlichen Gründen nicht zulässig gewesen, erklären die Ermittler. Für Staatsanwaltschaft und Polizei habe keine Veranlassung bestanden, "Beamte tagelang für eine Beobachtung der Abrissarbeiten abzustellen oder selbst auf Kosten der Steuerzahler einen Abriss vorzunehmen". Nachdem der Abrissunternehmer einen Fund bei der Polizei gemeldet hatte, habe die Polizei mit diesem während der weiteren Abrissarbeiten in engem Kontakt gestanden. Es seien dazu zeitweise auch Ermittler auf dem Campingplatz vor Ort gewesen. Aus diesen Gründen werde es auch keine erneute Durchsuchung des Abrissschutts der Behausungen der Beschuldigten geben, erklärt die Behörde. Die Datenträger seien beschädigt, derzeit lasse sich nur eine CD, und die auch nur teilweise, auslesen. Nach bisherigem Kenntnisstand handele es sich bei den Inhalten auf der CD nicht um relevante Daten, die auf weitere Opfer oder andauernden Missbrauch schließen ließen. Im Übrigen sei nach Einschätzung von Staatsanwaltschaft "die Relevanz von Datenträgern für die Beweisführung hinsichtlich der Missbrauchstaten geringer anzusehen, als in der öffentlichen Berichterstattung vermittelt".

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