0
"Buntes Warburg": Unter diesem Titel feiern die Warburger in ihrer Stadt ein Fest für Demokratie und Toleranz. - © Dieter Scholz
"Buntes Warburg": Unter diesem Titel feiern die Warburger in ihrer Stadt ein Fest für Demokratie und Toleranz. | © Dieter Scholz

Warburg Buntes Fest, Antifa-Demo und AfD-Parteitag in Warburg verlaufen friedlich

Die Polizei hat die Veranstaltungen mit einem Großaufgebot begleitet

Hermann Ludwig
07.07.2019 | Stand 08.07.2019, 13:25 Uhr

Warburg. Der für zwei Tage anberaumte Landesparteitag der AfD in Warburg wurde am späten Samstagabend nach zum Teil hitzigen Diskussionen abgebrochen. Schon am frühen Sonntagmorgen begannen Mitarbeiter der Polizei und des Bauhofes damit, Absperrungen abzubauen. Auf Nachfrage von nw.de berichtete die Kreispolizeibehörde, dass es rund um die Veranstaltung keinerlei Einsätze gegeben habe. Mit einem Großaufgebot hatten Polizeikräfte die Veranstaltung der AfD, den angemeldeten Demonstrationszug der Antifa-Kräfte und das Bunte Fest an der Neustadtkirche gesichert. "Wir sind alle froh, dass die Veranstaltungen so reibungslos abgelaufen sind", resümierte Johannes Thonemann, Leiter der Warburger Polizeiwache, die Veranstaltungen. Das Bunte Fest wird trotz des Parteitags-Abbruchs am Sonntag wie geplant fortgesetzt. Harsche Kritik an der AfD Sorgen um negative Begleiterscheinungen waren schon am frühen Samstagmorgen verflogen, als die Antifa-Kräfte nach einer kurzen Kundgebung am Bahnhof in Richtung Innenstadt zogen. Sprecher der 120 Demonstranten betonten gemeinsam den Kampf gegen Nationalismus. Harsch kritisiert wurden die Anfeindungen der AfD gegen die Seenotretter, die als Helfer der Schlepper verunglimpft würden, so Daniel B., Sprecher der Paderborner Antifa-Bewegung, der die Demonstration angemeldet hatte. Ein erfahrener Polizist der Hundertschaft aus dem Ruhrgebiet schätzte die Lage von vornherein als entspannt ein. "Das sind erlebnisorientierte und politisch motivierte junge Menschen", so der Polizist. Begleitet wurde der Demonstrationszug durch die Stadt von einigen Bürgern aus der Region. Nach der zweiten Kundgebung im Zentralen Busbahnhof beteiligten sich einige der Demonstranten an dem Bunten Fest in der Innenstadt, das als Gegenveranstaltung zum AfD-Landesparteitag mehrere Hundert Teilnehmer verzeichnete. "Die letzten mutigen aufrechten und aufgeklärten Bürger" Mit fünf Delegierten war die AfD des Kreises Höxter in der Warburger Stadthalle unter den 450 Delegierten vertreten. Der Warburger AfD-Vertreter Norbert Senges hatte zu Beginn der Veranstaltung die Delegierten begrüßt. "Dieser ehrwürdige alte Fachwerkbau hätte sich niemals träumen lassen, die letzten mutigen, aufrechten, aufgeweckten und aufgeklärten Bürger dieses Landes zu beherbergen", meinte Senges, der vor den Delegierten seinen politischen Werdegang skizzierte. "Ich war niemals zuvor Mitglied einer Partei. Erst als die Wirren der EU, ja der Strom des Wahnsinns, diesen damals noch so kleinen Edelstein - die AfD - freigespült hat, bin ich in diese Partei eingetreten", berichtete Senges, der es begrüßt, "dass es in unserer Partei unterschiedliche Charaktere und Strömungen gibt." Mit Nachdruck gelte es, das "hervorragende Parteiprogramm" zu vertreten, "um den groß angelegten Angriff auf unsere Gesellschaft, die Demokratie und die Meinungsfreiheit aufzuhalten und abzuwehren." Ein Parteitag in Warburg bringe zusätzliche Motivation für Mitglieder und Wähler, hatte Senges vor der Veranstaltung gesagt. „Die AfD im Kreis Höxter zählt mit 50 Mitgliedern zwar zu kleineren Kreisverbänden in NRW, hat aber in letzter Zeit erheblichen Zulauf zu verzeichnen. Die Wahlergebnisse zeigen, dass die AfD im Kreis Höxter an Dynamik deutlich gewonnen hat", schätzt Senges die Entwicklung ein.

realisiert durch evolver group