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Klinikum Warburg: Wegen akuten Personalmangels hat das Helios-Klinikum an der Hüffertstraße derzeit eine Station geschlossen. Patienten und Personal wurden auf andere Abteilungen verteilt. Die Geschäftsleitung bemüht sich um Fachpersonal. - © Dieter Scholz
Klinikum Warburg: Wegen akuten Personalmangels hat das Helios-Klinikum an der Hüffertstraße derzeit eine Station geschlossen. Patienten und Personal wurden auf andere Abteilungen verteilt. Die Geschäftsleitung bemüht sich um Fachpersonal. | © Dieter Scholz

Warburg Warburger Klinik schließt Station wegen Personalmangels

Akuter Pflegenotstand: Das Helios-Klinikum reagiert auf fehlende Krankenschwestern und Pfleger. Doch die Lage werde sich entspannen, sagt der Personalleiter

Dieter Scholz
23.05.2019 | Stand 23.05.2019, 14:58 Uhr

Warburg. Der Pflegenotstand spitzt sich weiter zu und wirkt sich auch auf das Krankenhaus in Warburg aus. Das 153-Betten-Haus hat mit dem akuten Fachkräftemangel in der Pflege zu kämpfen. Bis Ende Juli bleibt im Helios-Klinikum deshalb eine Station geschlossen. „Für uns kein leichter Schritt", bestätigt Pressesprecherin Maike Salmen. In allen Krankenhäusern in Deutschland fehle Fachpersonal. Auf der Station 3a werden normalerweise Patienten aus den Bereichen Orthopädie, Urologie sowie Allgemein- und Viszeralmedizin direkt nach einer Operation behandelt. Seit Mai werden hier keine Patienten nach chirurgischen Eingriffen mehr aufgenommen. „Die Patienten der schneidenden Fächer werden derzeit auf andere Stationen in der Klinik verteilt", informiert Salmen. Ebenso wie das Personal. Dies sei geschehen, um den Qualitätsstandard in der Pflege mit dem vorhandenen Personal zu gewährleisten, so die Sprecherin. „Es wird kein Patient weggeschickt" Ob durch die Schließung der Station auch weniger Operationen durchgeführt werden können, dazu machte das Klinikum keine Angaben. Eventuell könne es zu längeren Wartezeiten kommen, bemerkt Salmen. Doch herrsche im OP-Bereich keine Personalnot. „Es wird kein Patient weggeschickt. Die Versorgung ist gesichert", betont Klinikgeschäftsführer Volker Seifarth. Die Klinikleitung möchte einen gewissen Pflegestandard gewährleisten: Doch auf dem Arbeitsmarkt sind Krankenschwestern und -pfleger Mangelware. Die angespannte Personalsituation spitze sich zu, wenn dann noch Pflegekräfte urlaubs- oder krankheitsbedingt ausfielen, sagt Salmen. Doch sie beruhigt: Neue Mitarbeiter seien zum 1. August eingestellt. „Die Verträge sind unterzeichnet". "Müssen dafür sorgen, dass es den Mitarbeitern gut geht" Mitarbeiter, wenn auch nur vorübergehend, aus ihrer gewohnten Umgebung zu reißen, sei alles andere als schön, sagt Salmen. Doch sei darauf geachtet worden, bestehende Teams für die Übergangsphase von drei Monaten zusammenzuhalten. Es mache wenig Sinn, eine Station „auf Biegen und Brechen" offen zu halten. Die Schließung sei eine vorbeugende Schutzmaßnahme im Sinne der Patienten und des Personals. „Wir müssen dafür sorgen, dass es den Mitarbeitern gut geht", spricht Salmen eventuell auftretende Überbelastungen an. Beschwerden lägen der Klinikleitung aktuell weder von Patientenseite noch von Mitarbeitern vor, betont die Pressesprecherin. Wenn es Probleme geben sollte, wäre es aber gut, wenn sich die Betroffenen meldeten. Patienten könnten sich auf der sogenannten Meinungskarte äußern. „Wir hätten gerne alle angestellt" „Arbeitslose Pflegekräfte gibt es derzeit nicht", sagt die Sprecherin. Es werde händeringend gesucht. Klinik-Personalleiter Ludger Reitemeier verweist auf die ähnlich angespannte Situation in anderen Kliniken. Das Klinikum Kassel habe bereits Prämien ausgelobt, nennt Reitemeier ein Beispiel aus der Region. „Überall werden Pflegekräfte gesucht." Dass mache es für ein kleineres Haus nicht einfacher. Dabei sei die Arbeit im Warburger Helios angenehmer als in großen Häusern, wirbt er. „Im vergangenen Jahr hatten wir vier Auszubildende gewinnen können", berichtet der Personalchef. Im August werden acht auf den Warburger Stationen beginnen. Von den sechs Auszubildenden, die in diesem Sommer abschließen, werden fünf bleiben. „Wir hätten gerne alle angestellt", sagt Reitemeier. Bewerber werden innerhalb von 60 Minuten zurückgerufen Die Helios-Gruppe habe bundesweit eine Personalkampagne gestartet, um neue Pflegekräfte zu gewinnen, sagt Reitemeier. Ein verkürztes Bewerberverfahren: „Nach Eingang werden die Interessenten innerhalb von 60 Minuten zurückgerufen", beschreibt Pressesprecherin Salmen das Vorgehen. Die Klinik bemühe sich auch um ausländische Fachkräfte: Ein Pfleger aus Serbien wurde neu angestellt, „zwei weitere folgen im Laufe des Jahres", sagt Reitemeier. Über Skype sei man in Kontakt. Insgesamt seien rund 330 Mitarbeiter im Warburger Haus tätig. Die Situation sei wie sie sei, doch die Lage werde sich entspannen, ist sich der Personalchef sicher. „Wir werden aus der Delle wieder hinaus kommen."

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