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Markante Fachwerkfassade: Erwerb, Umbau und Vermietung des Gebäudes regt ein Vorstandsvertreter der Warburger Denkmalstiftung an. - © Dieter Scholz
Markante Fachwerkfassade: Erwerb, Umbau und Vermietung des Gebäudes regt ein Vorstandsvertreter der Warburger Denkmalstiftung an. | © Dieter Scholz

Warburg Stiftungsvertreter denkt an Kauf des Pennigschen Hauses

Über das Fachwerkgebäude an der Marktstraße, dem der Abriss droht, wird weiter diskutiert. Bürgermeister Michael Stickeln informierte den Stadtrat jetzt über die Kaufabsichten.

Dieter Scholz
19.12.2018 | Stand 19.12.2018, 20:40 Uhr

Warburg. Das kulturelle Erbe sichern, fördern und pflegen – so lauten die Ziele der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Die Stiftung springt dort ein, wo die öffentlichen Mittel zum Erhalt von Denkmälern nicht ausreichen. In Warburg ist sie als Treuhänder der Warburger Denkmalstiftung vertreten. Aus deren Vorstand erreichte jetzt der Vorschlag, das Pennigsche Haus für die Stiftung zu erwerben, den Tisch des Bürgermeisters. Und der kommt damit in eine missliche Lage. Denn zum einen steht Michael Stickeln als Vorsitzender der Warburger Denkmalstiftung vor, zum anderen ist er als Verwaltungschef den politischen Gremien der Stadt verantwortlich und damit an die Beschlüsse des Stadtrats gebunden. Mit den Stimmen der CDU-Mehrheitsfraktion war beschlossen worden, ein externes Gutachten zu erstellen, um die Denkmalwürdigkeit des markanten Fachwerkgebäudes an der Marktstraße zu überprüfen. Derzeit warten alle Akteure auf ein objektiv gefälltes Urteil des Gutachters aus Hamburg, der in Abstimmung mit der Oberen Denkmalbehörde beauftragt wurde. Das Ansinnen aus dem Vorstand der Stiftung gab Bürgermeister Stickeln am Dienstagabend in der Ratssitzung den Mandatsträgern zur Kenntnis und zitierte aus einer Mail, die Vorstandsmitglied Dieter Wegener an ihn gerichtet habe. Zu den weiteren Mitgliedern des sechsköpfigen Gremiums gehören unter anderem Landeskonservator Holger Mertens als stellvertretender Vorsitzender und Nadine Smukal vom Stifter-Service der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Weder Erwerb, Umbau oder Nutzung im Vorstand diskutiert Als Vorsitzender solle der Bürgermeister tätig werden, um ein Kaufgebot für das rund 160 Jahre alte Gebäude abzugeben, um es zu erhalten, sei Stickeln aufgefordert worden. Allerdings sei weder Erwerb, Umbau oder Nutzung im Vorstand diskutiert oder gar beschlossen worden, so Stickeln. Über die vorgeschlagene Angebotshöhe, die ihm genannt worden sei, informierte Stickeln im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung. Auf Nachfrage über eine spätere Nutzung seien ihm am Telefon die Stichworte „Mietwohnungen in den oberen Etagen und eine Begegnungsstätte im Erdgeschoss" genannt worden. Stickeln wies sich an den Beschluss des Warburger Stadtrates gebunden. „Es ist der richtige Weg", sagt er. Daher habe er das Ansinnen zurückgewiesen und den Stiftungsvorstandsvertreter in dieser Angelegenheit an seinen Stellvertreter Holger Mertens verwiesen. Seine Amtszeit in der Warburger Denkmalstiftung ende Anfang Mai. Für eine weitere freiwillige Tätigkeit auf dem Posten werde er dann nicht mehr zur Verfügung stehen, zeigte sich Stickeln im Gespräch mit der NW enttäuscht. Rund 220 historische Baudenkmäler in der Kernstadt Im Fokus der Deutschen Denkmalstiftungen liegen vor allem historische Baudenkmäler. Davon gibt es im Warburger Stadtgebiet rund 450, in der Kernstadt rund 220. Dazu gehören beispielsweise die Ruinen der Holsterburg, das jüdische Ritualbad im sogenannten Glockengießerhaus in der Altstadt, oder das Erasmus-Heiligenhäuschen am Burgfriedhof. Im Herbst 2011 war die Warburger Denkmalstiftung mit einem Kapitalstock von stattlichen 500.000 Euro gegründet worden. Ziel und Zweck der Stiftung ist die Förderung der Restaurierung, Erhaltung, Erforschung und Pflege von nach dem Denkmalschutzgesetz unter Schutz gestellten Denkmälern der Stadt.

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