Warburg Warburger Planungsausschuss stimmt geplantem Gebäude-Abriss zu

Denkmalschutz: Investor will Schuhhaus Pennig abreißen, um dort zehn Mietwohnungen zu errichten. Aus Sicht der Stadtverwaltung handelt es sich bei diesem Objekt nicht um historisch erhaltenswerte Bausubstanz

Hermann Ludwig

Warburg. Die Stadtverwaltung unterstützt das Ansinnen eines Investors, das ehemalige Schuhhaus Pennig an der Marktstraße 18 abzureißen, um dort ein Mehrfamilienwohnhaus mit zehn Wohneinheiten zu errichten. Bei zwei Enthaltungen wurde gestern im Bauausschuss dem Abrissantrag zugestimmt. Der Landschaftsverband (LWL), Inventarisation und Bauforschung, kommt jedoch nach einer Begehung des Objektes zu dem Schluss, es handle sich um ein Denkmal und sei in die Denkmalliste einzutragen. Es bestünden wissenschaftliche, ortsgeschichtliche, sozialgeschichtliche und städtebauliche Gründe für das öffentliche Erhaltungsinteresse. Aufgrund der vorhandenen denkmalgeschützten Umgebungsbebauung waren die Denkmalschützer eingeschaltet worden. Aufgrund der Eintragung in der Kulturgutliste und seines architektonischen und städtebaulichen Wertes war das Gebäude auch im Buch "Denkmaltopographie Warburg" behandelt und vorgestellt worden. »Das Gebäude ist nicht denkmalwürdig« Aus Sicht der Stadtverwaltung handelt es sich zwar um einen wichtigen städtebaulichen Standort, jedoch bei diesem Objekt nicht um historisch erhaltenswerte Bausubstanz, auch nicht im Hinblick auf die umliegenden Denkmäler. Das Gebäude habe zum jetzigen Zeitpunkt, durch seine sanierungsbedürftigen Fassaden optisch eine eher nachteilige Wirkung auf diese Baudenkmäler. Vor allem durch die vielen Umbaumaßnahmen sieht die Verwaltung einen Eintrag des Gebäudes in die Denkmalliste der Stadt als sehr fraglich an. "Das Gebäude ist nicht denkmalwürdig", betonte Bürgermeister Michael Stickeln. Im Gebäude zeigten sich Risse, auch sind Decken und Fußböden abgängig. Die Fassaden des Haupthauses seien ebenfalls sanierungsbedürftig. "In der Gesamtabwägung wird aus Sicht der Verwaltung eine Eintragung gerichtlich mit Erfolg anfechtbar sein", berichtete Stickeln im Ausschuss. Entsprechende Schritte habe der Eigentümer bereits angekündigt.

realisiert durch evolver group