Zu Gast in Warburg: (vordere Reihe v. l.) Zhen Ma, Zhiying Gao, Yilong Si und Ruiyi Lu aus China sammelten praktische Erfahrungen im Warburger Therapiezentrum. Sören Spönlein (hintere Reihe v. l.) vom Stadtmarketing und Bürgermeister Michael Stickeln begrüßten die Gäste im historischen Rathaussaal. Marion Blömeke, Anna Vahle, Karin Ehrhardt und Christoph Hofstetter vermittelten Informationen über das interdisziplinäre Behandlungskonzept im Therapiezentrum. - © Hermann Ludwig
Zu Gast in Warburg: (vordere Reihe v. l.) Zhen Ma, Zhiying Gao, Yilong Si und Ruiyi Lu aus China sammelten praktische Erfahrungen im Warburger Therapiezentrum. Sören Spönlein (hintere Reihe v. l.) vom Stadtmarketing und Bürgermeister Michael Stickeln begrüßten die Gäste im historischen Rathaussaal. Marion Blömeke, Anna Vahle, Karin Ehrhardt und Christoph Hofstetter vermittelten Informationen über das interdisziplinäre Behandlungskonzept im Therapiezentrum. | © Hermann Ludwig

Warburg Therapeuten und Ärzte aus China hospitieren in Warburg

Teletherapie und interdisziplinäre Rehabilitation sollen für die Bevölkerung in Peking schnell umgesetzt werden

Hermann Ludwig

Warburg. Die Zusammenarbeit des Therapiezentrums Warburg mit chinesischen Gesundheitsexperten wird weiter vertieft. "Nach dem letzten Empfang einer chinesischen Delegation aus Peking im Rathaus hat sehr viel Austausch und Kommunikation zwischen Peking und Warburg auf politischer und therapeutischer Ebene stattgefunden", berichtet Christoph Hofstetter, Leiter des Therapiezentrums an der Landfurt, der gemeinsam mit Bürgermeister Michael Stickeln Gespräche in China führte, um die Zusammenarbeit zu vertiefen. Im Juni wurde in Peking mit Vertretern des dortigen Gesundheitsministerium, des größten Gesundheitsamtes in der Stadt, der Universitätsklinik und einer Vielzahl von Professoren sowie dem Vermittler Li Wei beschlossen, dass zukünftig halbjährig chinesische Physiotherapeuten und Ergotherapeuten im Rahmen eines von Christoph Hofstetter entwickelten Lehrplans zu Experten für Rehabilitation fortgebildet werden. Im Therapiezentrum Warburg sollen sie eine vierwöchige Hospitation und Weiterbildung absolvieren. Die beiden ersten Physiotherapeuten sammelten jetzt in der Praxis und bei Hausbesuchen Erfahrungen, begleitet wurden sie von zwei Ärztinnen für Rehabilitation. »Wir haben viel gelernt« "Wir haben viel gelernt, wie man im ambulanten Bereich interdisziplinär zusammenarbeitet", resümiert Fachärztin Zhiying Gao. "Bei uns steht der enge Austausch zwischen Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie zum Wohl des Patienten im Fokus", betont Hofstetter. Die interdisziplinäre Rehabilitation ist in China durchaus bekannt, jetzt soll Hofstetter Konzepte entwickeln, wie in China interdisziplinäre Rehabilitation und auf ihre Wirksamkeit überprüfte Therapieverfahren in die Traditionelle Chinesische Medizin eingebunden werden können, besonders mit Blick auf die ambulante Behandlung. In Peking soll in drei Jahren das erste ambulante interdisziplinäre Therapiezentrum entstehen, das eine Vorreiterrolle für ganz China einnehmen soll. Ein weitere Baustein der Zusammenarbeit ist die Integration einer interdisziplinären Teletherapeutischen App und eines Softwareprogramms für selbstständige Übungen unter therapeutisch geführter Kontrolle. Teletherapie und interdisziplinäre Rehabilitation sollen für die Pekinger Bevölkerung schnell umgesetzt werden. »In China geht das alles sehr schnell« "In China geht das alles sehr schnell. Wenn etwas geplant wird, erfolgt die Umsetzung zügig, davon können wir nur lernen", hatte Bürgermeister Michael Stickeln unlängst bei seinem Besuch in China erfahren. Stickeln hofft jetzt darauf, dass der Stadtrat in seiner Sitzung am heutigen Dienstag der geplanten Kooperation im Gesundheitswesen zustimmt. "Eine Kooperation und die Zusammenarbeit eröffnen einen regelmäßigen Austausch, der sich auch befruchtend auf andere Bereiche wie der wirtschaftlichen Entwicklung in der Stadt auswirken kann", hofft Stickeln. Christoph Hofstetter freut sich über den Austausch, von dem beide Seiten nur profitieren können. Er selbst hat die Segnungen der Traditionellen Chinesischen Medizin kennengelernt. "Das ist ein wichtiger Gedankenaustausch, der allen einen neuen Blickwinkel erlaubt", so der Warburger Therapeut über den Wissenstransfer.

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