Viele Bilder: Zurzeit ist Hatune Dogan wieder in Deutschland. Wenn sie Zeit hat, schaut sie sich die Bilder auf ihrem Laptop an, die sie in den Krisenregionen geschossen hat. Die Unterstützung der Armen und Verfolgten liegt ihr am Herzen, sagt sie. Ihr Glaube gebe ihr dabei Kraft. - © Alexander Lange
Viele Bilder: Zurzeit ist Hatune Dogan wieder in Deutschland. Wenn sie Zeit hat, schaut sie sich die Bilder auf ihrem Laptop an, die sie in den Krisenregionen geschossen hat. Die Unterstützung der Armen und Verfolgten liegt ihr am Herzen, sagt sie. Ihr Glaube gebe ihr dabei Kraft. | © Alexander Lange

Warburg Schwester Hatune kehrte aus Syrien, dem Irak und der Türkei zurück

Hatune Dogan ist syrisch-orthodoxe Nonne und reist um die Welt, um Armen und Verfolgten durch Spenden Schutz und Sicherheit zu geben. Jetzt kehrte sie aus Syrien, dem Irak und der Türkei zurück

Alexander Lange

Warburg. Immer wieder wiederholt Hatune Dogan die Jesus-Worte aus dem Matthäus-Evangelium: "Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben". Diese Worte seien ihr Lebensinhalt und Sinn alles Handelns. Hatune Dogan lebt in Rimbeck und ist Vorsitzende der nach ihr benannten Hatune-Stiftung. Ziel ihrer Arbeit ist die Unterstützung von Armen, Schutzlosen und Verfolgten auf der ganzen Welt. Ihre Kraft dafür schöpft sie aus dem strengen Glauben an Gott. "Seit Weihnachten war ich in neun verschiedenen Ländern, um mir unsere Projekte anzuschauen, zu helfen und Spendengelder umzusetzen", erzählt die syrisch-orthodoxe Christin: Indien, Nepal, China, Ägypten, Türkei, Irak, Syrien und Äthiopien. "Die Armen können nicht zu mir kommen, also komme ich zu ihnen", sagt sie. »Es muss das Ziel sein, den Menschen vor Ort zu helfen« In Äthiopien, einem der ärmsten Länder der Welt, behandelte sie Menschen mit schweren Augenkrankheiten: "Die Leute dort sind so arm, die haben in ihrem Leben noch keinen Augenarzt gesehen. Alle erblinden am grauen Star". Tausende Operationen habe Hatune Dogan mit ausgebildeten Ärzten durchgeführt. In Indien, wo sie ihre Stiftungsprojekte seit 1991 durchführt, hat sie inzwischen 24 Berufsschulen gebaut. Jährlich kommen mindest 100 Wohnhäuser dazu, sagt sie: "In Indien gibt es mehr als 300 Millionen Obdachlose. Wir Christen sind die helfenden Hände für die Armen". Die Spenden, die über ihre Stiftung zu den Menschen kommen, seien von großer Bedeutung, sagt Schwester Hatune Dogan. Auch in Nepal, wo sie erst kürzlich zwölf Tagesstätten für verarmte Kinder eröffnete, sei von Leid geprägt. Die Menschen sterben an ihren Lepra-Erkrankungen, zwei der drei "Lepra-Stationen" der Stiftung seien durch Erdbeben zerstört. Auf der Reise in die Türkei, den Nord-Irak und nach Syrien, von welcher Hatune Dogan erst kürzlich zurückkehrte, wurde sie begleitet: Mit Rainer Rothfuß von der Uni Tübingen und dem AfD-Bundestagsabgeordneten Ulrich Oehme reiste sie von der Türkei über den Nord-Irak bis nach Syrien. "Die beiden sind bewusst als Privatpersonen geflogen, wollten sich aber ein Bild von der dortigen politischen Lage machen", sagte Schwester Hatune Dogan. In der Türkei sei es um die Verfolgung von Christen und den Aufbau einer Jugendbildungsstätte gegangen, im Nord-Irak besuchten die drei Flüchtlingslager, sprachen mit Flüchtlingshelfern und Betroffenen. "Wir alle hatten den Eindruck, dass es nicht so schlimm ist, wie es oft geschildert wird", resümierte Dogan: "Es muss also das Ziel sein, den Menschen dort vor Ort zu helfen, damit sie nicht nach Deutschland kommen müssen". »Leute, die hierhin kommen, müssen sich anpassen« Dass sie nun mit der AfD in Verbindung gebracht wird, ist der syrisch-orthodoxen Schwester klar: "Die Leute reden natürlich. Aber ich bin politisch neutral. Wer von mir Informationen über die Situation vor Ort haben will, der bekommt sie", sagt sie bestimmt. Auch deshalb halte sie in naher Zukunft Vorträge auf Einladung der AfD. "Ich bin neutral. Aber die AfD nennt manche Dinge einfach beim Namen. Leute, die hierhin kommen, müssen sich anpassen". Von der deutschen Flüchtlingspolitik sei sie enttäuscht, es müsse strengere Grenzkontrollen geben. Zurück aus Syrien, reiste sie nach Ägypten, wo elf Vereine die Projekte der Hatune-Stiftung fortführen: "Immer wieder spüre ich dann, dass ich das, was ich gebe, tausendfach zurückbekomme. Die Freude vergesse ich nie". Deshalb habe sie ihr Leben dem Glauben gewidmet: "Ich mache das, was Jesus sich gewünscht hat".

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