Freude auf neue Aufgaben: Schwester Mechthild ist die neue Eremitin und zukünftige Gemeindereferentin der Klus Edessen. Hier steht sie an der Marienstatue neben der Kluskapelle, die häufig von Gläubigen um Gebet aufgesucht wird. - © Günter Schumacher
Freude auf neue Aufgaben: Schwester Mechthild ist die neue Eremitin und zukünftige Gemeindereferentin der Klus Edessen. Hier steht sie an der Marienstatue neben der Kluskapelle, die häufig von Gläubigen um Gebet aufgesucht wird. | © Günter Schumacher

Warburger Land Schwester Mechthild ist die neue Eremitin der Klus Eddessen

Wallfahrtsort: Klus Eddessen ist ab kommenden März vom Erzbistum Paderborn als "Pastoraler Ort" anerkannt. Schwester Mechthild ist die neue Eremitin und lädt zu einer Christmette in ganz besonderer Atmosphäre

Günter Schumacher

Warburger Land. Die Wallfahrtskapelle der Klus Eddessen im Wald zwischen Bühne und Borgholz ist ein beliebter Ort der Stille und des Gebets. Bereits seit dem Mittelalter ist die Klus Eddessen das Ziel von Wallfahrten und Prozessionen. Seit einigen Jahren findet dort am Heiligen Abend in der Stille des Waldes um Mitternacht die Christmette statt.Erstmals dabei ist in diesem Jahr Schwester Mechthild, die neue Eremitin und zukünftige Gemeindereferentin der Klus Eddessen. Viele Gläubige werden sich heute wieder auf den Weg machen, um die Christmette in der ganz besonderen Atmosphäre an der Kluskapelle zu feiern. Besucher aus Borgholz, Dalhausen oder Haarbrück kommen dazu auch zu Fuß durch den dunklen Wald. "Vor einigen Jahren lag hoch Schnee, da sind etwas weniger gekommen", erinnert sich Rita Hoppe aus Dalhausen. Am Wochenende unterstützte sie gemeinsam mit Ehemann Frank Hoppe die neue Klusbewohnerin Schwester Mechthild bei der Vorbereitung. Frank Hoppe installierte die Weihnachtsbeleuchtung, während Rita Hoppe mit Schwester Mechthild die Krippe aufbaute. "Ich mache das seit 2008", erzählt Frank Hoppe. "Schwester Benedikta, eine Vorgängerin von Schwester Mechthild, hat mich darum gebeten. Als sie ging, hab ich ihr zugesagt, mich weiter darum zu kümmern." Für Schwester Mechthild ist es das erste Weihnachtsfest an der Klus Eddessen. Bereits seit Juli lebt die 58-Jährige als Eremitin in der Klause an der Kluskapelle. Nachdem sie das Leben dort einige Monate kennengelernt hat, hat sie sich entschieden zu bleiben. "Ich war vorher in Tansania und habe schon eine Weile solch eine Stelle gesucht. Ich freue mich, dass es jetzt gepasst hat." Ab kommenden März ist die Klus Eddessen vom Erzbistum Paderborn als pastoraler Ort anerkannt. Ein Status, der besonderen kirchlichen Orten zuerkannt werden kann. Schwester Mechthild wird ab kommenden Frühjahr als Eremitin und Gemeindereferentin die Betreuung des pastoralen Ortes übernehmen. Für das kommende Jahr hat die Seelsorgerin auch schon einige Ideen. So sind stille Tage für Auszeiten oder Einkehrtage angedacht. Ein Programm dazu ist in Planung. Seit diesem Sommer wird an jedem ersten Freitag des Monats eine Messe an der Klus Eddessen gehalten. "Pastor Weige aus Beverungen hält den Gottesdienst. An schönen Tagen im Sommer waren bis zu 200 Gläubige da", erzählt die neue Eremitin. Die Kapelle ist regelmäßig geöffnet und ein beliebter Ort bei Besuchern aus nah und fern. Schwester Mechthild freut sich über die Unterstützung von Gemeindemitgliedern aus den umliegenden Orten, die sie bisher erfahren hat. Erst kürzlich hat ihr Pastor Weige ein Hochbeet angelegt. Bevor Schwester Mechthild ins Warburger Land kam, war die gebürtige Schwarzwälderin 20 Jahre als Ordensfrau und Seelsorgerin in Tansania. Dort herrschten zur Weihnachtszeit ganz andere Bedingungen: "Es ist das Ende der Trockenzeit und die Menschen warten auf Regen." Rund ein Drittel der Menschen in Tansania seien Christen. Es herrsche zwar große Armut, aber Weihnachten wird auch in Tansania gebührend gefeiert. "Es wird eine Krippe aufgestellt, es werden Ziegen geschlachtet und es gibt ein großes Fest." An ein Weihnachtsfest kann sich die Gemeindereferentin noch besonders gut erinnern: "Ich habe auf einer Außenstation gelebt und zu Weihnachten hatte sich der Pfarrer angesagt. Die Weihnachtsfeierlichkeiten sollten gerade losgehen, das kamen Nomaden vom Stamm der Massai und baten um Hilfe." Eine Frau hatte sich den Fuß gebrochen. Sie musste geborgen und ins Krankenhaus gebracht werden. "Da bin ich in die Wüste gefahren und habe Weihnachten bei 60 Grad Hitze bei den Hirten verbracht", schmunzelt Schwester Mechthild. Im kommenden Jahr ist an der Klus Eddessen eine Renovierung geplant, da das Fundament der Kapelle feucht ist. Die Kosten von 100.000 Euro werden zu zwei Dritteln vom Erzbistum Paderborn gezahlt, der Rest wird von der Kirchengemeinde getragen. Im Frühjahr soll es losgehen. Bevor die Umbauarbeiten starten, wird Schwester Mechthild im Januar und Februar noch einmal nach Tansania reisen, um Projekte abzuschließen und Freundschaften zu pflegen.

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