Geschlossen: Die beliebte Cosmo-Bar in Steinheim. - © David Schellenberg
Geschlossen: Die beliebte Cosmo-Bar in Steinheim. | © David Schellenberg

Steinheim Betreiber gibt „Cosmo“ in Steinheim nach eineinhalb Jahren auf

Ungewisse Zukunft für beliebte Bar in der Steinheimer Innenstadt

Steinheim. Vor rund anderthalb Jahren haben der Nieheimer Partymanager Alexander Frömelt und seine Partnerin Isabell Heyn das Steinheimer „Cosmo" übernommen. Nun geben sie das Lokal in dem sich Restaurant, Bar und Café vereinen, wieder auf. Das bestätigte Alexander Frömelt auf Anfrage von nw.de. Ob sich ein neuer Betreiber findet, soll sich in den nächsten zwei Wochen entscheiden. Mit Elan hatten sich Frömelt und Heyn im November 2017 der neuen Aufgabe gewidmet. Neben einer Speisekarte, die an die Vorlieben der Steinheimer angepasst war, sollten an Wochenenden regelmäßig DJs lockere Chill-Out-Musik auflegen. Allerdings ging das Konzept nicht auf. „Ein solches Lokal lässt sich in Steinheim kaum wirtschaftlich betreiben", erläutert Frömelt. In der Woche gebe es zu wenige Gäste – und nur vom Wochenendgeschäft könne man nicht leben. Kurioser Rechtsstreit Für die Geschäftsaufgabe gibt es noch einen weiteren Grund, räumt Frömelt ein: den Rechtsstreit mit einem ehemaligen Geschäftsführer, den der vorherige Inhaber nicht korrekt gekündigt hatte. Nach einem Urteil des Arbeitsgerichtes in Paderborn nach nur fünfminütiger Verhandlung soll Frömelt an den Geschäftsführer 31.000 Euro (15,5 Monatsgehälter) zahlen, obwohl dieser nie für ihn gearbeitet hat. „Dieses Geld lässt sich nicht mal eben mit Bierverkauf verdienen", sagt Frömelt. Hintergrund des kuriosen Urteils: Dem früheren Geschäftsführer des Lokals war von Frömelts Vorgänger im Sommer 2017 fristlos gekündigt worden. Nach Ansicht des Paderborner Gerichts war die Kündigung aber aus formalen Gründen unwirksam, weil sie nicht ordnungsgemäß zugestellt worden war. Da nach geltender Rechtslage bei einer Betriebsübernahme der neue Inhaber die Rechte und Pflichten aus den bestehenden Arbeitsverhältnissen übernimmt, war Frömelt nun der Leidtragende. Der Nieheimer soll sogar für die Zeit Gehalt zahlen, in der er noch gar nicht Inhaber des Lokals war. Er habe bei der Übernahme zwar von der Kündigung gewusst, nicht aber von dem bereits laufenden Rechtsstreit. Zwar haben Frömelt und sein Bielefelder Fachanwalt für Arbeitsrecht, Christoph Meyer-Rahe, Berufung gegen das Urteil eingelegt. Noch ist der Fall aber nicht vor dem Landesarbeitsgericht in Hamm verhandelt worden und deshalb vorläufig rechtskräftig. „Zeitlos" und „Menschenskind" Für das Cosmo hofft Frömelt, einen Nachfolger zu finden, denn es sei ein schönes Lokal. Es hat in den vergangenen Jahren allerdings häufiger den Besitzer gewechselt. Die Cosmo-Lounge Steinheim war im April 2015 von Harun Bek und Hakan „Kevin" Bek eröffnet worden. Vorbild war ihre gleichnamige Bar in Detmold. Das Konzept, schon Frühstück und Mittagsessen anzubieten, rechnete sich aber schon damals in der Emmerstadt nicht. Vorher hieß das Lokal „Zeitlos". Die Steinheimer Gaststätte war im September 2002 von den beiden Steinheimerinnen Sabine Hannibal und Jasmin Wirwich in den Räumlichkeiten des ehemaligen „Menschenskind" eröffnet worden. Die beiden Gastronominnen hatten das Lokal als „Kneipe für Jedermann" aufgezogen und eine komplett neue Inneneinrichtung eingebaut.

realisiert durch evolver group