Umjubelte Regenten: Katharina und Dirk Müller stehen im Mittelpunkt des Sommerseller Schützenfestes. - © Madita Schellenberg
Umjubelte Regenten: Katharina und Dirk Müller stehen im Mittelpunkt des Sommerseller Schützenfestes. | © Madita Schellenberg

Nieheim Trotz Tradition ist beim Sommerseller Schützenfest diesmal einiges anders

Dirk und Katharina Müller regieren bei strahlendem Sonnenschein

Madita Schellenberg
10.06.2019 | Stand 10.06.2019, 12:47 Uhr |

Sommersell. Es konnte schöner nicht sein: Die Sonne strahlte bei frühsommerlichen Temperaturen von einem fast strahlend blauen Himmel, die Sommerseller und ihre zahlreichen Gäste waren in ausgelassener Schützenfeststimmung. Im Mittelpunkt standen natürlich auch in dem 650-Einwohner-Dorf die Majestäten - in diesem Jahr Katharina und Dirk Müller. Doch dieses Mal war bei aller Tradition auch einiges anders. Die vor allem beim weiblichen Publikum mit Spannung erwartete Präsentation des Königinnenkleides mündete in großen Jubel. Katharina Müller zeigte sich in einem weiß-türkisfarbenen Kleid, perfekt abgestimmt auf die ebenfalls in Türkis gekleideten Damen des Hofstaates. Der bestand in diesem Jahr mit Uwe und Vera Müller, Marc und Bianka Dreier, Christoph und Alexandra Sommer sowie Patrick und Barbara Böddeker gleich aus vier Paaren - ein Novum in der über 400-jährigen Sommerseller Schützenfesttradition, wie der Vorsitzende des Heimatschutzvereins Sommersell, Michael Dubbert, in seiner Rede ausdrücklich hervorhob. Zugleich betonte er die Verbundenheit der Majestäten und des Hofstaates mit dem Schützenwesen. So waren beispielsweise Uwe Müller und Marc Dreier bereits 2009 beziehungsweise 2013 selbst die Regenten in Sommersell. Lob für die Freiwillige Feuerwehr Neben den Majestäten stellte Vereinsvorsitzender Michael Dubbert in diesem Jahr aber noch eine andere Gruppe in den Mittelpunkt seiner Ansprache zum großen Festakt vor der Kirche. Er erinnerte an den Großbrand in der Ortschaft Anfang April, bei dem die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr "durch ihren schnellen und professionellen Einsatz" ein Übergreifen der Flammen auf weitere Wohnhäuser im eng bebauten Ortskern verhindert hatten. "Es ist schön, dass es Euch gibt", sagte Michael Dubbert unter dem großen Beifall des Publikums. In seiner Festansprache betonte der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Matthias Goeken den besonderen Wert der vielfältigen Vereinsgemeinschaft in Sommersell, in der sich der Zusammenhalt ausdrücke, und der lange Tradition des Heimatschutzvereins. Wo Ehrenamt noch selbstverständlich ist "Tradition ist etwas, das von Generation zu Generation entwickelt und weitergegeben wird", sagte Goeken und stellte fest, dass im ländlichen Raum das ehrenamtliche Engagement noch sehr selbstverständlich von Eltern an ihre Kinder weitergegeben werde. Als Beispiel nannte er das Sommerseller Königspaar, deren Töchter beide im Musikverein aktiv sind. Er ging in seiner Rede auch auf die Bedeutung von Heimat ein. „Heimat ist dort, wo ich verstanden werde und wo ich verstehe", sagte Goeken und warnte davor, den Begriff denen zu überlassen, die damit auch Ausgrenzung verbinden. Musikalisch begleitet wurde das Fest, das bereits am Samstagabend mit einer Schützenmesse und einem Festabend mit der Band Remmi Demmi begann, vom Musikverein und dem Spielmannszug Sommersell.

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