Winken ihrer Schule zu: Die Kinder der Grundschule Bredenborn verabschieden sich von ihrem Schulgebäude. Nach den Sommerferien werden die meisten von ihnen die Grundschule in Vörden besuchen. - © Madita Schellenberg
Winken ihrer Schule zu: Die Kinder der Grundschule Bredenborn verabschieden sich von ihrem Schulgebäude. Nach den Sommerferien werden die meisten von ihnen die Grundschule in Vörden besuchen. | © Madita Schellenberg

Bredenborn Grundschule Bredenborn schließt nach 50 Jahren

Schüler, Lehrer und Eltern sagen der Grundschule in Bredenborn ade / Neuanfang steht bevor

Madita Schellenberg

Bredenborn. "Es ist ein bewegender Tag", sagte Ortsheimatpfleger Josef Grabbe, "wo wir vor 50 Jahren die Einweihung unserer Schule gefeiert haben, wird sie nun verabschiedet". Denn zum Ende dieser Woche schließt die Grundschule in Bredenborn endgültig ihre Türen. Viele Schüler, Eltern und Ehemalige waren am Wochenende auf den Schulhof gekommen, um gemeinsam Abschied zu nehmen. Wenn ich mir überlege, was eine gute Schule ausmacht, dann denke ich nicht an das Haus oder den Schulhof, nicht an Tafeln oder Schulbücher, sondern an die Menschen darin: Schüler, Lehrer und Eltern machen den guten Geist einer Schule aus", sagte Rektor Nicolay Loges, dem es sichtlich schwerfiel, nach erst fünf Monaten im Amt die Türen der Grundschule Bredenborn schließen zu müssen. "Das Schöne ist", ergänzte er, "dass die Menschen und der Geist bestehen bleiben". Das Gebäude in Bredenborn werde zwar geschlossen, aber nicht die Schule: "Die Schule zieht nur um", sagte Loges zu den anwesenden Kindern und Eltern. "41, 42, 31, 37, 34, 30 - das sind nicht die Lottozahlen einer Wochenendziehung, sondern die Geburtszahlen der letzten sechs Jahre. Nicht nur für eine Ortschaft, sondern für die gesamte Stadt Marienmünster", nannte Bürgermeister Robert Klocke die unabänderlichen Fakten. Trotzdem könne man optimistisch und mit Vertrauen in die Zukunft schauen. "Unser Konzept eines Bildungshauses in Vörden mit Kindergarten und Grundschule unter einem Dach wird öffentlich gelobt, zudem haben wir einen dynamischen Schulleiter mit Visionen", fügte Klocke hinzu. Denn Loges legt unter anderem großen Wert auf eine musikalische Förderung der Kinder. Dass es den Bredenborner Grundschülern nicht an Rhythmus und Takt fehlt, bewiesen sie beim Abschiedsfest: Sowohl bei der geistlichen Einstimmung mit Pastor Stefan Siebert als auch im weiteren Verlauf der Feier begeisterten sie die Gäste immer wieder mit kleinen Tanz- und Gesangseinlagen unter der Leitung von Lehrerin Ilse Zieseniß-Vössing. Zum Abschiedsfest waren auch einige ehemalige Schüler und Lehrkräfte gekommen, wie Ortsheimatpfleger Josef Grabbe, der 1966 in Bredenborn eingeschult wurde. "Viele Eltern und Politiker haben lange gekämpft, um die Schule zu erhalten", sagte er, "doch all das hat als Gegengewicht zum demografischen Wandel nicht gereicht". Grabbe nannte die Schule einen "Ort der Integration und Freundschaft" und appellierte an die Eltern, den nun eingeschlagenen Weg im Interesse der Kinder mitzugehen. Auf eine lange Zeit an der Grundschule kann auch Siegfried Müller zurückblicken: Knapp 20 Jahre, von 1978 bis 1997, leitete er die katholische Einrichtung. Nachdem er - als "alte Schule" verkleidet - den Kindern erklärt hatte, wie eine Schule durch das Engagement von Lehrern, Eltern und städtischen Vertretern in Bewegung bleibt, blickte er mit einem Fernglas in die Zukunft der Schüler und offenbarte ihnen eine aufregende Zukunft. Sei es in einer anderen Grundschule, oder für die älteren Kinder in einer weiterführenden Schule: "Ich wünsche euch alles Gute", sagte Müller an seine jungen Zuhörer gewandt. Diese sangen zum Abschluss erneut ein Lied, bei dem sie ihrer Schule zum Abschied noch einmal zuwinkten. Dem ein oder anderen Gast kamen dabei die Tränen - immerhin war die Schule rund 50 Jahre lang ein fester Bestandteil des kulturellen Schaffens in Bredenborn. Zukünftig sollen örtliche Vereine das Gebäude nutzen. Auch ein Teilabriss ist im Gespräch.

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