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Nach Nachrichten, die vermeintlich die Tochter schickte, überweist ein Warburger Geld an Betrüger. Symbolbild: Pixabay - © Symbolbild Pixabay
Nach Nachrichten, die vermeintlich die Tochter schickte, überweist ein Warburger Geld an Betrüger. Symbolbild: Pixabay | © Symbolbild Pixabay

Kreis Höxter Neue Betrugsmasche beschäftigt die Polizei

Ein Höxteraner legt rechtzeitig auf, ein Warburger wird jedoch zum Opfer.

Svenja Ludwig
21.04.2022 | Stand 21.04.2022, 18:49 Uhr

Kreis Höxter. „This is a call from Europol“ – diese Worte machen einen 39 Jahre alten Höxteraner stutzig. Der angebliche Anruf von Europol klingt nämlich irgendwie komisch, wie er der Neuen Westfälischen berichtet. „Das hörte sich an, als käme es von Band“, sagt er: „Aber nicht so quietschig, wie man meinen könnte, sondern wie eine gute Telefonansage.“

Was Europol angeblich von ihm wollte, wird der Höxteraner nicht mehr erfahren. Er hat sofort aufgelegt und die Nummer blockiert. Es war, berichtet er, eine Handynummer – seiner eigenen bis auf zwei Ziffern sehr ähnlich. „Das hat mich im ersten Moment erschreckt.“ Die Polizei hält diesen Umstand für einen Zufall, sagt der Höxteraner. Dort hat er den Anruf natürlich auch gemeldet und erfahren, dass er nicht der erste ist, der von angeblichen Europolanrufen berichtet. Das bestätigt auch Polizeisprecherin Ramona Ellebrecht auf Anfrage der NW.

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„In der letzten Zeit häufen sich die Anrufe angeblicher Europol- oder Interpol-Mitarbeiter“, heißt es von der Polizei in NRW. Manchmal bezeichneten sich die Anrufer „Police Officer“. Sie setzten die Betroffenen mit erfundenen Geschichten unter Druck. Das könnten beispielsweise Angaben über Straftaten sein, in die der Betroffene oder dessen Familie oder Freunde angeblich verwickelt sein sollen. Die Kriminellen gäben etwa vor, dass es ein großes Ermittlungsverfahren gebe und auch das Bankkonto betroffen sei. Wer keine Auskunft erteile, dem drohe eine Haftstrafe. „Zum Teil dauern diese Gespräche stundenlang, was den Druck auf die Betroffenen erhöht. Das Ziel ist wie immer Geld.“

Warburger tappte in die Falle

Wie auch bei Betrügereien über den Messengerdienst WhatsApp (die NW berichtete). „Hallo Papa, ich habe eine neue Nummer“, gibt Ramona Ellebrecht den Beginn einer solchen Straftat wider. Der Betroffene soll die alte Nummer löschen und nur noch die neue verwenden. Und früher oder später wird er um Geld gebeten.

So wie ein 80-Jähriger aus Warburg, der Betrügern mehr als 3.000 Euro überwies. Natürlich in dem Glauben, er bezahle Rechnungen seiner klammen Tochter. Erst bei der dritten Bitte um finanzielle Unterstützung wird er stutzig.

Ramona Ellebrecht appelliert an die Jüngeren, ihren älteren Verwandten zu helfen. „Und bevor man Geld überweist, sollte man hinterfragen.“ Etwa, indem die vermeintlich alte Nummer einmal angerufen wird oder durch den Austausch mit anderen Verwandten. Haben die auch eine Nachricht mit neuer Nummer bekommen?

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