0
Unter der Woche sei die Nachfrage nach Taxifahrten in den Abendstunden nur gering, sagen die Anbieter im Kreis Höxter. - © Pixabay
Unter der Woche sei die Nachfrage nach Taxifahrten in den Abendstunden nur gering, sagen die Anbieter im Kreis Höxter. | © Pixabay

Kreis Höxter Gibt es nachts bald keine spontanen Taxi-Fahrten mehr im Kreis Höxter?

Taxi-Unternehmen im Kreis Höxter sind bisher verpflichtet, rund um die Uhr Fahrten anzubieten. Für viele Betriebe rentiert sich das nicht. Deshalb soll die Verpflichtung für Wochentage gelockert werden

Alexander Graßhoff
22.10.2019 | Stand 22.10.2019, 18:21 Uhr

Kreis Höxter. Um die Wirtschaftlichkeit der noch bestehenden lokalen Taxiunternehmen zu fördern und zu verhindern, dass weitere schließen, soll im Kreis Höxter ein einjähriges Pilotprojekt starten. Es sieht vor, Taxiunternehmen vom 1. Dezember 2019 bis zum 30. November 2020 wochentags von ihrer nächtlichen Betriebs- und Bereitstellungspflicht zu befreien. Die entsprechenden Pläne sollen in der nächsten Sitzung des Kreis- und Finanzausschusses am 29. Oktober vorgestellt werden. Wie Hildegard Speith von der Abteilung Sicherheit und Ordnung des Kreises Höxter in der entsprechenden Mitteilungsvorlage notiert, sollen Taxiunternehmen sonntags bis donnerstags in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr nicht mehr ihre Dienste zur Verfügung stellen müssen. Eine solche teilweise „Entpflichtung" von der Betriebs- und Bereitstellungspflicht sei nach dem Personenbeförderungsgesetz möglich. Weiterhin angeboten, würden Nachtfahrten – auch über Kurzstrecken -, die bereits im Vorhinein bestellt wurden. Nach drei Monaten soll eine Zwischenbilanz gezogen werden. Erst dann wird der Kreistag erneut informiert. Anfragen und Beschwerden sollen dokumentiert werden Als weitere Bedingungen für das Projekt listet Speith auf, dass die Öffentlichkeit über Einschränkungen informiert wird. Außerdem sollen Taxiunternehmen zusätzlich die Gastronomiebetriebe in ihrem Pflichtfahrgebiet benachrichtigen und Anfragen nach Beförderungsfahrten im Projektzeitraum dokumentieren. Der Kreis Höxter soll seinerseits Beschwerden aus der Bevölkerung dokumentieren. Daneben gelte es auszuwerten, wie groß das öffentliche Interesse an der Aufrechterhaltung der 24-stündigen Betriebs- und Bereitstellungspfllicht ist und inwiefern das Projekt verlängert oder angepasst werden muss. Sieben Taxibetriebe geschlossen Ein stetig steigender Mindestlohn, die zunehmende Schließung von Gastronomiebetrieben, ein geändertes Nutzungsverhalten potenzieller Fahrgäste sowie Personalmangel haben laut Speith dazu geführt, dass sieben Taxibetriebe geschlossen und 16 Taxikonzessionen zurückgegeben oder nach Ablauf der Gültigkeit nicht mehr beantragt wurden. „Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Betriebe ist insbesondere aufgrund der 24-stündigen Betriebs- und Bereitstellungspflicht der Taxen in den Nachtstunden an den Wochentagen nicht mehr gewährleistet", unterstreicht Speith. Eine Anhörung unter örtlichen Taxiunternehmen habe ergeben, „dass die Einnahmen aus den nächtlichen Fahrten außerhalb des Wochenendes wesentlich geringer sind als die (...) festen Ausgaben."

realisiert durch evolver group