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Mit rosa Flamingo: Die Camper auf dem Zeltplatz lassen sich die Stimmung nicht vermiesen.Hier eine Truppe aus dem Lipperland, Bergheim, Vinsebeck und Grevenhagen. - © Manuela Puls
Mit rosa Flamingo: Die Camper auf dem Zeltplatz lassen sich die Stimmung nicht vermiesen.Hier eine Truppe aus dem Lipperland, Bergheim, Vinsebeck und Grevenhagen. | © Manuela Puls

Höxter Strandklänge am Godelheimer See: Abtanzen im Regen

Party: Wegen eines Gewitters muss das Festivalgelände am Godelheimer See zeitweise geräumt werden. Doch danach feiern tausende Besucher weiter

Manuela Puls
13.07.2019 | Stand 13.07.2019, 14:08 Uhr |

Höxter-Godelheim. Zylinder Günter ist standhaft. Der Gewittersturm, der am frühen Freitagabend über die Godelheimer Strandklänge zog, hat auf dem Zeltplatz seine Pavillons weggeweht. Doch das kann den Festival-Fan aus Oldenburg nicht schocken. Er fährt zum nächsten Baumarkt und besorgt neue. Schließlich braucht er bei dem unbeständigen Wetter einen Unterschlupf für sein 20köpfiges Feierteam. Und den Spaß lässt sich Team Günter vom Regen nicht vermiesen. Drinnen im Zelt hat er Bundeswehrliegen aufgebaut, die mit goldenen Rettungsdecken ausgelegt sind - gegen die nächtliche Kälte. „Die Kids sind schon wieder drüben am Strand und tanzen weiter", sagt Günter Göken. Zwischenzeitlich hatten Ordnungsamt, Polizei und Security das Gelände am Godelheimer See wegen des Gewitters sogar räumen lassen. Die evakuierten etwa 250 bis 300 Besucher suchten Unterstand bei den Umkleiden, unter dem Vordach des Restaurants Strandgut und bei den Toilettenhäuschen. Einige flüchteten vor dem Regen auch in ihre Autos. Einige Festivalbesucher beklagen, dass man sie im Strandgut nicht reinließ. In Kontakt mit der Leitstelle „Gottseidank war hier gegen 18.30 Uhr das Publikum noch überschaubar", sagt Inge Ortjohann vom Ordnungsamt. Sie und ihre Kollegen von der Polizei stehen in ständigem Kontakt zur Leitstelle. Die Behörden sorgen sich um die Sicherheit der Besucher. Falls noch ein Unwetter mit gefährlichen Blitzen kommt, wollen sie das Festival ganz abbrechen. Doch dazu kommt es kommt es nicht. Ab 20.15 Uhr werden die Eingänge wieder geöffnet und die wartenden Scharen dürfen wieder rein. Die meisten Besucher machen sich ohnehin erst um diese Zeit auf an den Godelheimer See. „Gut, dass das das Gewitter ganz zu Beginn war", sagt Veranstalter Nils Grewe. Die Besucherzahlen bleiben wegen des Regens unter den Erwartungen. Grundsätzlich gehöre Nässe von oben zu einem richtigen Festival aber sogar dazu. An den Kassenhäuschen gibt es wasserdichte Plastikcapes zu kaufen. Schnell ist der Vorrat vergriffen und Nachschub muss her. Auch fünf Mädels aus Brakel besorgen sich welche. „Der Regen stört uns nicht", sagt sie. Schon letztes Jahr sei es bei den Strandklängen „cool" gewesen. Die Fläche vor den zwei Bühnen füllt sich immer mehr - etwa tausend Leute feiern hier zu später Stunde. Erstmals sind die Bühnen in Richtung Berg gerichtet – aus Lärmschutzgründen. Insgesamt 20 DJs legen hier an den zwei Festivaltagen auf – und greifen auch mal zur Nebelpistole, um das Feiervolk in eine Wolke einzuhüllen. „Wir kommen hierher, weil es ein regionales Festival mit ziemlich günstigem Eintritt mit guten DJs ist", sagt Dominik Höß aus Horn. Ihm gefällt das kleine Festival vor den Toren Höxters. „Man lernt hier viele Leute kennen – vor allem auf dem Zeltplatz", sagt er. Beim Gewitter haben sie ihren Pavillon festgehalten - "mit fünf Mann". Das eingezäunte und bewachte Gelände für die Camper ist restlos ausgebucht. Viele hier sind Wiederholungstäter. Auch eine Truppe aus Reelsen ist jedes Jahr dabei. „Weil es geil ist, weil man alte Freunde wiedertrifft und weil es hier in der Gegend überhaupt das einzige Festival ist", sagen die Jugendlichen vom Dorf. Dieses Jahr müssen die zeltenden Besucher eben mit durchweichten Sachen leben - denn auch am Samstag regnet es weiter. Am zweiten Festivaltag wird der bekannte DJ Moguai erwartet - und tausende wetterfeste Besucher.

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