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Eine ganze Armada: Corinna Wodarz präsentiert in ihrer Ausstellung gleich unterschiedliche Spielzeug-Piratenschiffe. - © Svenja Ludwig
Eine ganze Armada: Corinna Wodarz präsentiert in ihrer Ausstellung gleich unterschiedliche Spielzeug-Piratenschiffe. | © Svenja Ludwig

Höxter Playmobil-Ausstellung im Höxteraner Museum

Auf 100 Quadratmetern erstrecken sich sechs Playmobil-Themenwelten

Svenja Ludwig
09.07.2019 | Stand 09.07.2019, 11:54 Uhr |

Höxter. Große und kleine Besucher haben bei der Sommerausstellung im Hütteschen Haus jede Menge zu schauen. Denn in sechs plastikgewordenen Wimmelbildern erzählt Corinna Wodarz unzählige kleine Playmobil-Geschichten. Im Dino-Land zum Beispiel schlüpft, vor den Augen des Betrachters fast verborgen, gerade ein kleiner Saurier aus einem Ei. Und lautlos, beinahe unbemerkt seilt sich im Schatten der gigantischen schwarzen Festung eine Riesenspinne von einem Felsvorsprung ab. Unter dem Motto "Noch mehr Abenteuer" stehen die Playmobil-Installationen auf rund 100 Quadratmetern. Das Spielzeug stammt aus Corinna Wodarz' Besitz. "Aber das ist nur ein Bruchteil von dem, was ich habe", sagt sie. Seit 2013 zeigt sie im Wechsel Themenwelten aus ihrem Lego- und Playmobil-Repertoire. Diesmal präsentiert sie bis zum 8. September den Wilden Westen mit Cowboys und Indianern, die Welt der Ritter und Drachen, Märchenschlösser, das alte Rom und die weisen Äqypter, Dinosaurier und Piraten. Konzipieren, Drapieren, drüber Schlafen "Bis vor zehn Jahren hatte ich gar kein Playmobil", gesteht Wodarz. Sie sei ein Lego-Kind gewesen. Diese strikte Trennung - entweder die Noppensteine oder das Aufstell-System-Spielzeug - gebe es heute glücklicherweise nicht mehr. "Das eine wird gebaut, das andere wird gespielt", sagt Wodarz, "das sind zwei ganz unterschiedliche Spielzeugkonzepte". Wohl nur ein einzelnes Playmobilset habe sie in der Jugend besessen - und kaum Erinnerungen daran. Wo aber kommen dann die unfassbaren Mengen Figuren, Tiere, Pflanzen und Gegenstände her? "Viel finde ich auf Flohmärkten oder im Internet", erklärt sie. Dort kaufe sie nach Bedarf. "Wenn ich fünf Raben brauche, kaufe ich fünf Raben." Corinna Wodarz stellt nicht nur im Hütteschen Haus aus. Deshalb ist sie es gewohnt, mit dem Spielzeug Szenen darzustellen. Trotzdem dauere das Konzipieren und Drapieren mehrere Stunden. Nach zwei Nächten "drüber Schlafen" greift Wodarz zur Heißklebepistole und sorgt dafür, dass alles bleibt, wo es ist. Sie kennt ihre kleinen Besucher. "Sonst steht irgendwann ein Ritter in der Westernszene." "Ab der ersten Ausstellung ist es Arbeit" Am Anfang habe sie nur Originalsets gebaut. In das freie Kreieren sei sie erst reingewachsen. "Man muss es für sich selbst spannend halten", sagt sie. Zumal die Höxteranerin an den neuen Playmobilsets etwas auszusetzen hat. "Der Trend geht hin zu großen Gebäudeteilen", sagt sie und deutet auf ein Prinzessinnenschloss der neueren Generation. "Das kann man im Prinzip nur genau so bauen", kritisiert sie. Im Gegensatz dazu bestehe der rosa Märchentraum aus den 1990er Jahren aus einer Grundplatte und zig Gebäudeteilen, die verschieden angeordnet werden könnten. "Ich persönlich finde das sehr schade", sagt die Liebhaberin. Dafür gebe es in den modernen Sets natürlich mehr Einzelteile und Details. Das Familienplastik (der Gatte sammelt auch, siehe Infokasten) stapelt sich kartonweise in gleich mehreren Lagern. Vieles liege aber auch im Wohnzimmer. "Gerade haben wir eine halbfertige große Lego-Szene zuhause stehen", berichtet Corinna Wodarz. Manchmal braucht sie das Spielzeug auch für den mental tieferen Zugang. Sie sammle nämlich jahrzehnteweise. Als die 50er und 70er Jahre an der Reihe waren, ließ sie das Plastikspielzeug gerne stehen, um "ein Gefühl für den Stil" zu finden. Aber: was einmal ausgestellt wurde, wandert danach ins Lager, macht sie Grenzen zwischen Job und Vergnügen klar. "Ab der ersten Ausstellung ist es Arbeit."

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