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Beim Empfang in der Kaserne: IT-Beauftragter Oberleutnant R. (v. l.) Kommandeur Oberstleutnant Marc Michalek, Bundestagsabgeordnete Christian Haase und Kerstin Vieregge, Landtagsabgeordneter Matthias
Goeken, Landrat Friedhelm Spieker und Bürgermeister Alexander Fischer. - © Thomas Kube
Beim Empfang in der Kaserne: IT-Beauftragter Oberleutnant R. (v. l.) Kommandeur Oberstleutnant Marc Michalek, Bundestagsabgeordnete Christian Haase und Kerstin Vieregge, Landtagsabgeordneter Matthias
Goeken, Landrat Friedhelm Spieker und Bürgermeister Alexander Fischer. | © Thomas Kube

Höxter Welche Gefahren Facebook und Co. für Soldaten bergen

ABC-Abwehrbataillon 7: Internetsicherheit steht beim Empfang in der General-Weber-Kaserne in Höxter im Fokus. Experte erklärt das Vorgehen von Hackern

Thomas Kube
27.01.2019 | Stand 27.01.2019, 17:54 Uhr

Höxter. Etwa zwei Millionen Cyberattacken werden pro Jahr auf das Internet der Bundeswehr registriert. Im Jahr 2017 wurden 8000 Attacken als hochgefährlich eingestuft. Das Thema „Cyber Awareness", was übersetzt soviel wie das Bewusstsein für die Internetsicherheit heißt, war deshalb Thema auf der diesjährigen Sicherheitspolitischen Informationsveranstaltung des ABC-Abwehrbataillons 7 der Bundeswehr in Höxter. Kommandeur Oberstleutnant Marc Michalek begrüßte zu dieser Informationsveranstaltung zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft, Vereinen, Behörden und der Höxteraner Gesellschaft. Unter den Gästen waren auch die CDU-Bundestagsabgeordneten Christian Haase und Kerstin Vieregge, der CDU-Landtagsabgeordnete Matthias Goeken, Landrat Friedhelm Spieker sowie Höxters Bürgermeister Alexander Fischer. Bevor die Internetsicherheit thematisch in den Fokus der Veranstaltung rückte, sprach Bürgermeister Fischer auf Einladung des Kommandeurs Michalek einige Worte zu den Gästen. Er dankte den Soldatinnen und Soldaten für ihren Dienst. „Die Stadt steht hinter ihnen", sagte Fischer. Die Verbundenheit zwischen der Stadt und der Bundeswehr sei in Höxter enorm groß, wie man auch beim Tag der offenen Tür des ABC-Abwehrbataillons 7 anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens im Oktober haben feststellen können, berichtete der Bürgermeister. Über Facebook sammeln die Hacker Informationen Nach der Rede von Fischer hatte Oberstleutnant Marc Michalek für den Hauptmann Paul N. mitten in der Veranstaltung eine Überraschung parat. Michalek ernannte Paul N. zum Berufssoldaten, während seine Kameraden still standen. Nun ergriff der IT-Beauftragte Oberleutnant R. das Wort. Er zeigte an einfachen Beispielen auf, wie heutzutage Dateninformationen gesammelt und verwertet werden. Schutz von wichtigen Informationen bedeute gleichzeitig auch Schutz von den Soldatinnen und Soldaten – zum Beispiel im Auslandseinsatz. „Alle Daten sind schützenswert, egal um welche Person es sich handelt", erklärte Oberleutnant R.. Über vermeintlich unwichtige Personen kämen Hacker heutzutage an strategisch wichtige Personen heran. Datenklau ist zum Geschäft geworden Datenklau sei ein Geschäftsmodell geworden, was er an einem einfachen Beispiel wie Facebook näher erläuterte. Heute nenne sich das Verfahren Doxxing. Der Begriff Doxxing stammt aus dem Englischen und bezeichnet die Abkürzung für „documents", zu Deutsch Dokumente. Doxxing ist das internetbasierte Zusammentragen und anschließende Veröffentlichen personenbezogener Daten, zumeist mit bösartigen Absichten gegenüber den Betroffenen. Der IT-Beauftragte Oberleutnant R. verdeutlichte den Anwesenden am Beispiel Facebook, wie aus einem einzigen geposteten Bild eines ISAF-Einsatzes von 2011 anhand der Kommentare und der Interaktionen viele Informationen zu einer Person gewonnen werden können. In kurzer Zeit können alle wichtigen Daten verwendet werden, um einen Angriff auf die Person oder das Umfeld dieser Person zu starten. Der IT-Beauftragte wolle das Internet und Facebook aber nicht verteufeln. Er wolle mit seinem Vortrag jedoch zum Nachdenken anregen, und damit sagen, dass nicht alles immer nur eine gute Seite habe und es keinen vollkommenen Schutz vor solchen Attacken gebe. Es liege laut R. immer daran, was man selbst von sich preisgibt.

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