In Höxter ist die Zahl der Eheschließungen stark zurückgegangen, in den anderen Kommunen schwanken die Trauungen weniger. - © Pixabay
In Höxter ist die Zahl der Eheschließungen stark zurückgegangen, in den anderen Kommunen schwanken die Trauungen weniger. | © Pixabay

Kreis Höxter Trauungen, Geburten, Sterbefälle - was hinter den Zahlen der Standesämter steckt

Statistik der Standesämter zu Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle

Amina Vieth
12.01.2019 | Stand 14.01.2019, 09:17 Uhr |
David Schellenberg

Kreis Höxter. Ende des kleinen Babybooms im Kreis Höxter? Im vergangenen Jahr ist die Zahl der im Standesamt Höxter beurkundeten Geburten erstmals seit Jahren des Anstiegs wieder leicht gesunken. Wie Standesamtsleiterin Lydia Drüke mitteilt, registrierte ihr Amt 2018 1.058 Geburten – das sind 25 weniger als noch ein Jahr zuvor. Noch deutlicher ging die Zahl der Eheschließungen zurück. Eheschließungen 109 Paare gaben sich im vergangenen Jahr in Höxter das Ja-Wort – ein deutlicher Rückgang gegenüber 2017 als noch 152 Ehen geschlossen wurden. Allerdings war dies auch ein Ausnahme-Jahr. In den anderen Kommunen des Kreises ist die Entwicklung uneinheitlich. In Nieheim etwa gab es auch einen Rückgang auf 21 Eheschließungen – dies sei allerdings ein guter Durchschnittswert, so Standesbeamter Elmar Laube. Eingetragene Lebenspartnerschaften gibt es gar nicht mehr, seit die gleichgeschlechtliche Ehe vom Gesetzgeber erlaubt wurde. Lebenspartnerschaften können seither in eine Ehe umgewandelt werden. Wann getraut wird, ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich. In Höxter ist der Freitag der Haupttag. „Dann trauen wir mit geballter Kraft", so Drücke. Die Standesbeamten in Bad Driburg trauen bis zu sechs Tage die Woche. „Bei uns gibt es fast jeden Samstag Trauungen", sagt Martina Rothgerber. Feste Samstage oder Termine gibt es dafür nicht, sondern werden individuell nach Absprache vereinbart. Man gehe auf die Wünsche der Paare ein. Nur an Feiertagen werde nicht getraut. Individuelle Vereinbarungen was die Termine angeht, gibt es auch beim Standesamt Beverungen. Dort wird ebenfalls auch samstags getraut. „Feste Termine haben wir dafür aber nicht", sagt Standesbeamter Stephan Sievers. Man versuche, die Wünsche der Paare zu erfüllen. „Damit fahren wir ganz gut", so Sievers. Besondere Trauorte abseits der Ämter Die Hochzeitssaison geht von Ende April über den gesamten Sommer bis in den Oktober hinein, berichtet Lydia Drüke. Zudem steigt im Dezember noch einmal die Zahl der Trauungen noch einmal an. Heiraten ist im Kreis Höxter nicht nur klassisch in den Standesämtern möglich. Eine neue festliche Alternative seit dem vergangenen Herbst ist beispielsweise das Schloss Thienhausen bei Rolfzen, wo die Festgesellschaft hinterher auch groß feiern kann. 2018 wurden hier bereits drei Eheschließungen vollzogen. „Auch für dieses Jahr gibt es schon einige Termine. Der neue Ort wird gut angenommen", sagt Steinheims Standesbeamtin Anke Rüsenberg. Aber auch im Nieheimer Biermuseum, im Corveyer Kaisersaal, in der Reisescheune Marienmünster oder auf der Burg Herstelle können sich Paare das Ja-Wort geben. Weitere Trauorte bieten die Standesämter auf Nachfrage an. Nur noch wenige Hausgeburten Weil im St.-Ansgar-Krankenhaus die einzige Geburtenstation im Kreis Höxter ist, werden im hiesigen Standesamt auch mit Abstand die meisten Geburten beurkundet. Auch von Kindern, die nicht im Kreis Höxter wohnen, hier aber entbunden wurden. Es zählt immer der „Ereignisort", wie Lydia Drüke betont. Sieben Jahre gab es einen stetigen Anstieg der Geburtenzahlen in Höxter – bis 2017 der Höchststand von 1.083 Babys beurkundet wurde. In diesem Jahr ging die Zahl auf 1.058 zurück. Diese Zahl deckt sich allerdings nicht genau mit der tatsächlichen Bevölkerungsentwicklung im Kreis Höxter, denn vor allem Eltern aus dem Warburger Raum für eine Geburt in Volkmarsen und Eltern aus dem Bad Driburger Raum für eine Geburt in Paderborn. In den anderen Kommunen werden so gut wie keine Geburten beurkundet, weil es nur noch sehr wenige Hausgeburten gibt. Wie in Marienmünster – hier wurde erstmals seit rund 20 Jahren wieder eine Geburtsurkunde ausgestellt, wie Standesbeamter Elmar Meyer begeistert berichtet. Beliebte Namen und viel Freiheit bei der Auswahl Bei der Namenswahl setzen Eltern im Kreis Höxter auf das bewährte. Zwar ist Emma bei den Mädchennamen nicht mehr unter den ersten drei, dafür ist aber die 2017 zweitplatzierte Mia an die Spitze gerückt: 17 der über 540 Mädchen wurden so genannt. Auf Platz zwei folgen Ella und Marie, die jeweils zehnmal von Eltern gewählt wurden und auf Platz drei Charlotte, Mila und Lia (je 8). Bei den Jungs ist fast alles beim alten. An der Spitze der beliebtesten Namen steht wieder Ben (13 Mal gewählt), gefolgt von Leon (10) und Elias (9). Letztere waren 2017 in der Namenstabelle des Höxteraner Standesamtes auf Platz 3. „Nur der Name Paul ist etwas abgeschlagen", berichtet Drüke. 2017 noch auf Platz 2, wurde er im vergangenen Jahr nur noch fünf Mal gewählt. Wie die Höxteraner Standesbeamtin berichtet, sei es hier in jüngerer Vergangenheit nicht vorgekommen, dass die Behörde einen Namen ablehnen musste. „Wir prüfen nur noch, ob ein Name kindeswohlgefährdend ist", erläutert Drüke. Die Bestimmungen seien deutlich lockerer geworden, Eltern haben weitgehende Entscheidungsfreiheit – auch bei ungewöhnlichen Namen oder außergewöhnlichen Schreibweisen. Zahl der Sterbefälle konstant Die größte Konstanz gibt es bei den Sterbefällen: In Höxter wurden 550 Todesfälle registriert – 2017 waren es 551. Ähnlich ist das Bild in den Kommunen, wobei beispielsweise Steinheim im Vergleich zur Bevölkerung eine relativ hohe Zahl an Sterbefällen hat – Grund ist das St.-Rochus-Krankenhaus als geriatrische Einrichtung.

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