Große Symbolkraft: Die beiden Aktionskünstler Carmen Dietrich und Gregor Merten mit dem Höxteraner Vorbereitungsteam. - © David Schellenberg
Große Symbolkraft: Die beiden Aktionskünstler Carmen Dietrich und Gregor Merten mit dem Höxteraner Vorbereitungsteam. | © David Schellenberg

Höxter Projekt „Engel der Kulturen“ erreicht Höxter

Gesellschaft: Gemeinsam mit Bürgern wollen die Aktionskünstler Carmen Dietrich und Gregor Merten ein Zeichen für das friedliche Zusammenleben von Menschen verschiedener Religionen und Kulturen setzen

David Schellenberg

Höxter. Es geht um ein Bewusstsein, ein Nachdenken über die eine Welt, in der alle gemeinsam leben. Das möchten die beiden Aktionskünstler Carmen Dietrich und Gregor Merten mit der Aktion „Engel der Kulturen" schaffen. Am Mittwoch, 14. November, wird es dazu eine große Kunstaktion in Höxter geben. „In unserer globalisierten Welt ist ein friedliches und respektvolles Miteinander der Menschen bei aller Unterschiedlichkeit von Herkunft, Kultur und Weltanschauung Grundlage für eine lebenswerte Zukunft", sagt das Künstlerpaar aus Burscheid. Als sie vor zehn Jahren nach einem Symbol für diese Botschaft suchten, entstand ein Kreis, in dem jede der drei großen Weltreligionen mit ihrem Symbol zumindest teilweise inbegriffen ist. Sie stehen im maximalen Abstand zueinander und sind dennoch nicht voneinander trennbar. „Man kann keine herausnehmen, ohne die anderen zu beschädigen", sagt Merten. Auch das ist ein Teil der Botschaft, mit der sie zu einem interkulturellen und interreligiösen Dialog aufrufen wollen. Gerade in der jetzigen Zeit, in der das Befremden über Flüchtlinge in Deutschland stark zunimmt. Seit 2008 durch viele Städte in Deutschland und Europa getourt Was die beiden bei der Entwicklung ihrer Skulptur zunächst nicht bemerkten: Sie hat auch die Form eines Engels. „Das war nicht beabsichtigt und wurde uns erst am nächsten Tag bewusst", sagt Carmen Dietrich. Und sie gibt zu, dass die Künstler anfangs gar nicht so glücklich darüber waren, weil die Gefahr bestand, dass der Engel die eigentliche Symbolik überstrahlt. Inzwischen aber ist er Namensgeber der Aktion, die seit 2008 durch viele Städte in Deutschland und Europa rollt – und sie damit auch verbindet. Nun wird auch Höxter teil des Projekts. Ein erstes Vorbereitungstreffen mit engagierten Teilnehmern gab es bereits im Kreishaus. DAS IST GEPLANT Die Künstler bringen eine etwa 1,50 Meter große, rollende Skulptur mit, die dann von vielen Teilnehmern, beispielsweise Schülern, durch die Stadt zu verschiedenen Glaubensorten, aber auch öffentlichen Einrichtungen gerollt wird. An verschiedenen Stellen wird ein temporärer Sand-Abdruck erzeugt, der den Engel zeigt. „Durch ihre aktive Teilnahme bringt die Bevölkerung ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit zum Ausdruck", sagen die Künstler. Ein weiterer Schritt ist die Verlegung einer dauerhaften Bodenintarsie. Dabei wird der „Engel der Kulturen" in Form des Rings aus Stahl, blau eingefärbtem Spezialbeton und einem Rahmen aus Aluminium in den Boden eingelassen. Bei dieser Aktion, die ein bleibendes Zeichen hinterlässt, sollen sich die Höxteraner ganz aktiv beteiligen. Angesprochen zum Mitmachen sind besonders Jugendliche Angesprochen sind, so die Künstler, ganz besonders Jugendliche. Als Zeichen der Verbundenheit mit den anderen beteiligten Städten wird schließlich in Höxter der Ring für die nächste Stadt mithilfe eines Schneidbrenners hergestellt. „Damit verbinden sich Beteiligte und Orte symbolisch im Gedanken einer gemeinsamen Verantwortung für ein friedliches und respektvolles Miteinander", so Dietrich und Merten. Die in Höxter beim Ausbrennen entstehende innere Form des Engels wird Teil einer großen Skulptur der Solidarität. Die Säule soll im kommenden Jahr in Jerusalem aufgestellt werden, „genau im Schnittpunkt der drei symbolisierten Religionen", berichtet Merten. Jeder Engel wird am Rand mit Ort und Datum der Aktion versehen, so dass er in Jerusalem wieder auffindbar ist – wobei die Säule mehrere Meter sein hoch wird. „Alle beteiligten Städte tragen einander in dieser Skulptur und bekunden damit ihren Wunsch nach einem Zusammenleben in versöhnter Verschiedenheit in ihrer Stadt, in ihrem Land, in der Nahost-Region und überall auf der Welt", erklären die Aktionskünstler zu dieser Idee. Weitere Informationen zur Aktion gibt es online unter: www.engel-der-kulturen.de

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