"Im Reich von Isis und Osiris": Rund 80 Ägyptologen und Hobby-Ägyptologen aus ganz Deutschland und der Schweiz besuchten am Wochenende die zehnten Tage der Ägyptologie im Koptisch-Orthodoxen Kloster Brenkhausen. - © Patricia Speith
"Im Reich von Isis und Osiris": Rund 80 Ägyptologen und Hobby-Ägyptologen aus ganz Deutschland und der Schweiz besuchten am Wochenende die zehnten Tage der Ägyptologie im Koptisch-Orthodoxen Kloster Brenkhausen. | © Patricia Speith

Brenkhausen Ein kleines Stück Ägypten an der Schelpe

Tage der Ägyptologie: Zum zehnten Mal treffen sich renommierte Wissenschaftler im Koptischen Kloster. Viele Gäste kommen zu den Vorträgen und künstlerischen Darbietungen. Erstmals gibt es einen koptologischen Thementag

Patricia Speith

Brenkhausen. Drei Tage Ägypten – drei Tage Eintauchen in die Welt von Tut-anchamun, Isis und Osiris, Kleopatra sowie Geschichte, Musik, Kultur, Gebräuche oder Weisheiten der vergangenen Dynastien. Der Staat im nordöstlichen Afrika hat viele Bewunderer. Im Koptisch-Orthodoxen Kloster Brenkhausen lebt das Alte Ägypten zu den Tagen der Ägyptologie auf. Zum zehnten Mal stellten international renommierte Wissenschaftler und junge Nachwuchswissenschaftler in Brenkhausen verschiedene Aspekte des Alten Ägyptens vor. Rund 80 Besucher und Referenten kamen dafür in das Schelpedorf. Neben den Wissenschaftlern sind auch Ägyptenfreunde und Hobby-Ägyptologen auf der Tagung willkommen. So wurden auch am vergangenen Wochenende zahlreiche Besucher von Bischof Anba Damian mit der bereits bekannten ägyptischen Gastfreundschaft im Kloster empfangen. Gemeinsam lauschten Ägyptologen und Ägypteninteressierte spannenden Vorträgen und entdeckten zusammen die Welt des Klosters, des Alten Ägyptens und die Geschichte der koptischen Kirche. Eine gesellige und stimmungsvolle Atmosphäre begleitete die geschichtsträchtige Veranstaltung. Bei gemeinsamen Essen im Speisesaal des Klosters erfolgte ein reger Austausch zwischen den Gästen aus nah und fern. 2007 entstand die Tagung als Kooperationsprojekt zwischen der Ägyptologie Marburg und dem koptischen Kloster und findet seitdem jährlich in Brenkhausen statt. Erstmals gab es einem koptologischen Thementag, der in Zusammenarbeit mit dem Institut für Ägyptologie und Koptologie an der Georg-August-Universität Göttingen gestaltet wurde. „Es ist schön, wie sich die Veranstaltung entwickelt hat", sagte Daniela Rutica, Referentin für Presse-, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit des Klosters. „Die Menschen lieben die ägyptische Atmosphäre, und hier im Kloster können wir gemeinsam ein kleines Stück Ägypten erleben." Ins Leben gerufen haben die Tage der Ägyptologie Christoph und Ägyptologin Elka Windus-Staginsky aus Berlin. Ausgebaut wurde die Idee von Rainer Hannig, „Papst der hieroglyphischen Sprache" und Ägyptologe an der Universität Marburg. „Professor Dr. Rainer Hannig und Daniela Rutica sind der Kopf und das Herz dieser Veranstaltung", so Bischof Anba Damian. „Es erfüllt mich mit Stolz, dass so viele weltberühmte Dozenten ihren Weg zu uns gefunden haben. Das ist eine große Ehre für unseren Kreis Höxter." Bedeutende archäologische Funde, Mumien, Pyramiden, Kleopatra, Tutanchamun sowie Isis und Osiris: Es gibt viele Dinge, die einem bei dem Wort Ägypten in den Sinn kommen. Die Vorträge auf der Tagung beinhalteten unter anderem Themen wie „Die Vergöttlichung von Privatpersonen im Alten Ägypten" (Sabine Krämer, Philipps-Universität Marburg), „Zwischen Bibel und Hollywood – wie sich Kinder das Alte Ägypten erschließen" (Volker Semmler, Museum August Kestner, Hannover) und „Hymnen für Osiris – neue Ergebnisse aus der Musikarchäologie", vorgetragen von Heidi Köpp-Junk von der Universität Trier. Vom Dresscode der Musiker und Musikerinnen im Alten Ägypten über Ensembles bis hin zu den ältesten Instrumenten wie Klappern und Sistren – Heidi Köpp-Junk, Pionierin auf dem Gebiet der ägyptischen Musik, unterhielt nicht nur mit einem Vortrag über Musik im Alten Ägypten, sondern präsentierte solo und zusammen mit der pharaonischen Kostümgruppe „Art of KaRa" ein beeindruckendes Programm rund um Liebeslieder aus vier Jahrtausenden sowie altägyptischer Tempelmusik. Das künstlerische Rahmenprogramm ergänzte die Leipziger Theatergruppe „Eber’s Erben" mit ihren Stücken „Klagen um Osiris" und „Die List der Isis".

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