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Verwildert: Pflegearbeiten auf dem Freibadgelände werden nicht mehr betrieben. Das Gras und Unkraut wächst hoch, auch aus dem Kinderbecken sprießen schon Pflanzen. - © Foto: Amina Vieth
Verwildert: Pflegearbeiten auf dem Freibadgelände werden nicht mehr betrieben. Das Gras und Unkraut wächst hoch, auch aus dem Kinderbecken sprießen schon Pflanzen. | © Foto: Amina Vieth

Höxter Kompromiss im Bäderstreit: Bürgerbad im Brückfeld und Hallenbad am Schulzentrum

Beschluss: Der Stadtrat stimmt mehrheitlich einem Antrag von SPD und CDU zu. Das Freibad soll zum Bürgerbad werden, ein Hallenbad soll am Schulzentrum gebaut werden

Amina Vieth
23.06.2016 | Stand 23.06.2016, 21:17 Uhr

Höxter. Das Freibad soll zum Bürgerbad werden und am Schulzentrum soll ein Hallenbad gebaut werden. Dafür sprachen sich SPD und CDU am Donnerstagabend in der Ratssitzung aus. Der Antrag ist vom Rat mehrheitlich (acht Gegenstimmen) angenommen worden. Mit diesem Beschluss ist nun die versprochene Grundsatzentscheidung getroffen worden, die Bürgermeister Alexander Fischer auch nochmals zu Beginn der Sitzung forderte. Das Freibad in Bürgerhände zu geben und ein Hallenbad am Schulzentrum zu bauen, sei nach Auffassung von Werner Böhler, Fraktionschef der SPD, und Stefan Berens, Fraktionschef der CDU, die derzeit beste Lösung. Damit könne auch die Freibadsanierung, die nachdrücklich von den Bürgern für Höxter (BfH) gefordert wird, in Gang gebracht werden – mit Unterstützung der Bürger. Die BfH strebt an, das Freibad im Brückfeld unter Denkmalschutz stellen zu lassen. Aus Münster sei bereits bestätigt worden, dass das Bad denkmalwürdig sei, berichtete Siegfried König (BfH). Seit sieben Jahren gibt es ein Ringen, Hauen und Stechen in der Bäderfrage. Nun haben SPD und CDU einen Antrag auf den Weg gebracht, der einen Kompromiss für alle Beteiligten darstellen könnte. Die beiden Fraktionen sprechen sich für die Sicherstellung des ganzjährigen Schwimmbetriebs aus, dafür soll ein Hallenbad an der Lütmarser Straße sorgen. Dieses Areal hat in der Standortprüfung, wobei noch vier weitere Flächen geprüft worden sind, als bestes abgeschnitten. Es würden Synergien erzeugt und schon allein die Nähe zum Schulzentrum spreche für den Standort an der Lütmarser Straße, erläuterte Berens (CDU). Es müsse eine Entscheidung zwischen Freizeitwert und Grundversorgung getroffen werden, denn für beides gebe es keine ausreichenden finanziellen Mittel. „Wir wünschen uns ein Bad, das jährlich maximal 890.000 Euro Betriebskosten verursacht", so Berens. Der Antrag für das Hallenbad, womit das Schul-, Sport- und Seniorenschwimmen garantiert werden solle, sei aber kein Schlag gegen das Freibad. „Wir sind uns dessen bewusst, dass das Freibad nicht nur eine Freizeiteinrichtung ist, sondern auch einen emotionalen Wert hat", so Böhler und formulierte den Antrag, „das Freibad in ein Bürgerbad umzuwandeln, um den Erhalt sicherzustellen". Dadurch würden positive Effekte erzielt, beispielsweise bezüglich der Sanierung: „Es gibt Architekten, Unternehmen und viele Bürger, die sich einbringen möchten. Es ist wichtig, dass wir diese Kräfte bündeln. Der Bürgermeister ist dabei das entscheidende Zugpferd, diesen Prozess in Gang zu bringen", erläuterte Böhler. CDU und SPD würden den Prozess begleiten und den Bürgermeister dabei unterstützen wollen. „Wir glauben daran, dass es, wie in anderen Kommunen, auch in Höxter möglich ist, das Freibad als Bürgerbad zu führen", so Böhler weiter. Diese Lösung – Hallenbad an der Lütmarser Straße und das Freibad als Bürgerbad – käme dem Bürgerentscheid von 2009, in dem sich die Höxteraner für die Sanierung des Hallen- und Freibades entschieden haben, am nächsten. „Dem fühlen wir uns noch immer verpflichtet", so Berens. Und die BfH sieht die Verwaltung deutlich in der Pflicht, den Bürgerentscheid umzusetzen. Welcher immer noch Gültigkeit habe, vor allem sei er auch moralisch verpflichtend, erläuterte Hermann Loges, Fraktionsvorsitzender der BfH. Das Bestreben der BfH ist es, das Freibad im Brückfeld unter Denkmalschutz stellen zu lassen. Erst Donnerstagnachmittag habe Siegfried König (BfH) ein Schreiben von der Denkmalschutzbehörde Münster erhalten, in der bestätigt werde, „dass die Denkmaleigenschaft des Freibades begründet werden kann". „Wenn das Freibad unter Denkmalschutz gestellt wird, muss es saniert werden", so König. Heiner Brockhagen, Fachbereichsleiter Planen und Bauen bei der Stadt Höxter, erläuterte, dass der Betrieb des Freibades für den Denkmalschutz nicht relevant sei.

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