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Die Fotografin Anja Niedringhaus in Rom, 2005. - © dpa
Die Fotografin Anja Niedringhaus in Rom, 2005. | © dpa
Höxter

Gespräch mit Anja Niedringhaus 2011: Leben im Sucher

Die Kriegsfotografin und Pulitzer-Preisträgerin hat keine Krisenregion gemieden

Anneke Quasdorf
26.11.2015 | Stand 26.11.2015, 15:01 Uhr

Die aus Höxter stammende Kriegsfotografin Anja Niedringhaus wurde 2014 in Afghanistan erschossen. Jetzt wird die Pulitzer-Preisträgerin mit einer Ausstellung in Berlin geehrt. Unsere Redakteurin Anneke Quasdorf hat sie 2011 zum Gespräch getroffen. Anlässlich der Ausstellungseröffnung veröffentlichen wir den Artikel erneut.

Samstagmorgen, halb sieben. Anja Niedringhaus liegt im Bett und schläft. Bis ein Donnern die Stille durchbricht. Niedringhaus wacht auf, ist schlaftrunken, verwirrt. Denkt, sie träume schlecht. Manchmal verfolgen sie die Erinnerungen an die Belagerung von Sarajevo bis in den Schlaf. Doch der Donner hört nicht auf. Sie springt auf, öffnet die Tür, tritt auf den Balkon - und sieht die brennenden Vororte Bengasis. Es ist der 19. März 2011, und Gaddafis Truppen haben mit dem Sturm auf die Rebellenhochburg im Osten Libyens begonnen.