Stabwechsel: Der frühere Kreisheimatpfleger Martin Koch (l.) mit seinem Nachfolger Hans-Werner Gorzolka (r.) und Landrat Friedhelm Spieker . - © FOTO: MATHIAS BRÜGGEMANN
Stabwechsel: Der frühere Kreisheimatpfleger Martin Koch (l.) mit seinem Nachfolger Hans-Werner Gorzolka (r.) und Landrat Friedhelm Spieker . | © FOTO: MATHIAS BRÜGGEMANN

Kreis Höxter Hans-Werner Gorzolka neuer Kreisheimatpfleger

Ovenhäuser gestern Abend einstimmig zum Nachfolger von Martin Koch gewählt

Mathias Brüggemann

Kreis Höxter. Hans-Werner Gorzolka ist neuer Kreisheimatpfleger. Der 61-jährige Ovenhäuser wurde gestern Abend von den Ortsheimatpflegern und Vertretern der Heimatvereine im Kreis Höxter einstimmig bei einer Enthaltung für acht Jahre gewählt. Gorzolka ist damit Nachfolger des Brakelers Martin Koch, der sich nach 16 Jahren für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung gestellt hatte. "Ich freue mich auf meine neue Aufgabe", sagte der neue Kreisheimatpfleger nach seiner Wahl in der Aula des Höxteraner Kreishauses. "Es werden sicherlich acht spannende Jahre." An die Ortsheimatpfleger und Heimatvereinsvertreter appellierte er, die demografische Entwicklung nicht nur als Problem zu sehen, "sondern auch als Herausforderung und Chance". Dorfentwicklung laufe heutzutage am Besten mit Projekten. "Unsere Aufgabe muss es sein, Projekte zu initiieren und Leute für Projekte zu begeistern." Landrat Friedhelm Spieker gratulierte Gorzolka zu seiner Wahl und dankte dem scheidenden Kreisheimatpfleger Martin Koch für dessen 16-jährige Arbeit im Kreis Höxter. Koch habe mit der Berufung zahlreicher Ortsheimatpfleger die Akteure vor Ort bestimmt und in die Pflicht genommen.Vor allem habe er den Zusammenhalt und den Austausch der Heimatpfleger gefördert, die ja zumeist als "Einzelkämpfer" auf sich allein angewiesen seien. "Mit dem Begriff Heimat wurde und wird nicht selten Kitsch verbunden", meinte der Landrat und nannte als Beispiel die Begriffe Heimatroman und Heimatfilm. Das habe sich oft auch auf die Heimatpflege übertragen. Heimatpflege sei aber keine Wirklichkeitsflucht, sondern Auseinandersetzung mit dem Realen. "Wir brauchen keine Plapperer und Pseudolyriker des heimattümelnden Edelkitsches, wir brauchen die Praktiker mit Herz und Hirn, mit Wissen und Können", sagte Spieker. Solche Praktiker seien die Orts- und Kreisheimatpfleger und die in den Heimatvereinen Tätigen. "Wenn wir dem Raumbegriff ,Kreis Höxter' oft die Bezeichnung ,Kulturlan' hinzufügen, dann können wir das auch getrost tun, weil die Praktiker der Heimatpflege einen großen Anteil daran haben, diese Bezeichnung mit Inhalt zu füllen und sie zu rechtfertigen." "Die Heimatpflege ist wieder mehr in den Fokus der Politik gerückt", zog der scheidende Kreisheimatpfleger Martin Koch eine positive Bilanz seiner Amtszeit. Die Bürgermeister und auch die Ortsvorsteher wüssten die Heimatpfleger wieder sehr zu schätzen. Und das Amt des Heimatpflegers sei nicht mehr eine "Domäne älterer Herren". Der Wandel zu einem inzwischen 15-prozentigen Frauenanteil und zu einem niedrigeren Altersdurchschnitt deute einen "erfreulichen Sichtwechsel" an. Insgesamt sei die Heimatpflege im Kreis Höxter gut aufgestellt, resümierte Koch. Lobend erwähnte er die "großartigen Projekte", die der Kreis initiiert und umgesetzt habe, wie Klosterregion, Erlesene Natur, Kulturagenda und Integration. Als herausragende Ereignisse während seiner 16-jährigen Amtszeit nannte Koch die Eröffnung der ehemaligen Synagoge in Borgholz im Jahr 1999, die Heimattage des Westfälischen Heimatbundes in Brakel (2004) und Warburg (2011), die Tagung des Zentrums für ländliche Entwicklung des Umweltministeriums zum Thema "Daseinsfürsorge im Dorf" im Jahr 2013 und im selben Jahr die Podiumsdiskussion der Neuen Westfälischen zum Thema "Land in Sicht - Herausforderungen für den Kreis Höxter". Positiv hob Koch die Dorfwerkstätten hervor, "in denen die Orte ihre eigene Zukunft ins Visier nehmen". Einige seien dabei sehr erfolgreich. Ein Lichtblick seien auch die Bürgerstiftungen: "Sie füllen de Lücke, die die Finanznot der Städte hinterlässt."

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