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Klein vor groß: Tischler Uwe Oeynhausen (v. l.), Karl Fischer und Norbert Sickmann vor dem kleinen Viadukt im Dunetal. - © Marco Schreiber
Klein vor groß: Tischler Uwe Oeynhausen (v. l.), Karl Fischer und Norbert Sickmann vor dem kleinen Viadukt im Dunetal. | © Marco Schreiber

Brakel/Altenbeken Altenbekener Viadukt im Maßstab 1:87

Die Modellbahnfreunde aus Brakel haben schon mehr als 200 Stunden Arbeit investiert

Marco Schreiber
15.11.2018 | Stand 16.11.2018, 08:53 Uhr

Brakel/Altenbeken. Bis auf den letzten Stein genau, mit diesem Anspruch haben die Betreiber der Modellbundesbahn Brakel ein Jahr lang an ihrer Kopie des Kleinen Viadukt gebaut. An der Bahnstrecke zwischen Neuen- und Altenbeken stellten Karl Fischer und Norbert Sickmann sowie Tischler Uwe Oeynhausen am Donnerstag das 1:87-Modell auf den Acker. Sie wollen damit auch ihren Anspruch unterstreichen, etwas zu schaffen, was "bislang beispiellos im Modellbau ist". "Mit dem Nachbau nehmen wir es sehr genau", erklärt Karl Fischer, Gründer und Geschäftsführer der Modellbundesbahn. Oft sähen bei Brückenmodellen alle Pfeiler gleich aus. "Hier stimmt jeder Stein." 10.000 sind in die Oberfläche des Modells gefräst, etwa 1.000 hat Fischer einzeln per Hand angepinselt. Gut zu erkennen ist der "Klumpfuß", ein Pfeiler, der im Krieg beschädigt und durch einen dicken Betonsockel ersetzt worden ist. Zwei der insgesamt zwölf Pfeiler werden auf beiden Seiten von Pylonen verstärkt, die in 3-D-Druck entstanden sind. Für jeden der vier Pylone war die Druckmaschine anderthalb Tage in Betrieb. Die alten Baupläne vor Ort nachgemessen Tischler Uwe Oeynhausen hat nie zuvor so viele Daten in seine computergesteuerte Fräsmaschine eingespeist. "Ich hatte noch nie so ein komplexes Programm", sagt der Inhaber der Ideentischlerei. 25 Stunden lief es auf einer Maschine, die sonst binnen Minuten fertig ist. Besonders herausgefordert hat den Holzfachmann, dass die Brücke eine kaum merkliche Kurve beschreibt. "Modell und Original sind nicht wirklich gerade." Die Bögen sind deshalb nur auf einer Seite rund. Auf der anderen verlaufen sie konisch. Die Daten haben die Modellbundesbahner den alten Bauplänen entnommen. Zwischen 1851 und 1853 wurde es über das Dunetal bei Neuenbeken gespannt. Dabei haben sie nicht belassen. Die Zeichnungen wurden am Original überprüft. "Die Pläne wurden vor Ort gegengecheckt", erzählt Karl Fischer. Besonders fasziniert hat ihn dabei die Steigung von elf Promille in Richtung Altenbeken. Auf einem Meter Strecke steigt die Strecke also elf Millimeter an, was bei einer Gesamtlänge von 230 Metern einen Höhenunterschied von etwa 2,50 Meter ergibt. Die führende Position ausbauen Nach 60 Stunden Arbeit an der Modellzeichnung und 40 Stunden Recherche vor Ort startete die Bauphase, die Fischer auf 200 Stunden schätzt. Etwa 15.000 Euro ist das 2,55 Meter lange Modell damit wert. Fischer: "Wir wollen damit unsere Position als führende authentische Schauanlage ausbauen."Als nächstes wird das Große Viadukt nachgebaut, es wird mehr als doppelt so lang. Die beiden Brücken gehören zur ersten Ausbaustufe des Bahnmodells von Altenbeken, die in zwei Jahren abgeschlossen sein soll. Im zweiten Bauabschnitt folgt der Bahnhof Altenbeken. "Bis 2030 ist das Modell komplett fertig", sagt Fischer. Es zeigt den Bahnbetrieb im Sommer 1975 - inklusive Waldbrand mit mehreren Löschzügen und Rauch aus der Maschine. Ein holländischer Modellbauer wird die Bäume herstellen, in voller Pracht und vom Feuer angekokelt.

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