Vor der 40 Jahre alten historischen MPR-Antenne: Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Meinolf Michels, Generalleutnant Ansgar Rieks, Organisator Hartwig Zahler (Oberstleutnant a. D.), Oberstleutnant Jörg Sieratzki (Erndtebrück), Peter Doll (Interessengemeinschaft ehemaliger Standortangehöriger) und der aktuelle Standortleiter Zugführer Hauptmann Marian Schütze. FotoS: Burkhard Battran - © Burkhard Battran
Vor der 40 Jahre alten historischen MPR-Antenne: Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Meinolf Michels, Generalleutnant Ansgar Rieks, Organisator Hartwig Zahler (Oberstleutnant a. D.), Oberstleutnant Jörg Sieratzki (Erndtebrück), Peter Doll (Interessengemeinschaft ehemaliger Standortangehöriger) und der aktuelle Standortleiter Zugführer Hauptmann Marian Schütze. FotoS: Burkhard Battran | © Burkhard Battran

Auenhausen 60 Jahre Radarstation in Auenhausen

Bundeswehr: Wegen ihrer Lage heißt sie intern einfach nur „Höhe 318“

Burkhard Battran

Auenhausen. Sie ist ein Symbol der Region. Von weither sichtbar. Fast wie der Desenberg im Süden oder der Köterberg im Norden. Seit 60 Jahren gibt es die Radarstation Auenhausen auf dem Hegge-Hochplateau mit dem weißen Pilz, der die Radarantenne beherbergt. Bautechnisch inzwischen längst überflüssig, seit auch die Radarstation in Auenhausen auf eine digitale Luftraumüberwachungstechnik umgestellt hat. Johannes Henkenius (65) würde der Pilz fehlen, wenn er nicht mehr wäre. „Ich habe die ganze Geschichte miterlebt und später selbst dort gearbeitet", sagte der Auenhäuser mit Rührung in der Stimme. Gestern wurde mit einem Festakt und rund 100 geladenen Gästen das 60-jährige Bestehen des Bundeswehrstandortes Auenhausen gefeiert. „Für einen so kleinen Standort mit kaum 30 Kräften, hat die Radarstation eine äußerst bedeutende Funktion und beste Beziehungen in allerhöchste Kreise", begrüßte Standortkommandeur Hauptmann Marian Schütze die Gäste. Heftige Proteste gegen das Vorhaben Mit Generalleutnant Ansgar Rieks (58), Stellvertretender Inspekteur der Luftwaffe, war aus Köln ein Vertreter der ranghöchsten Kreise der Bundeswehr nach Auenhausen gekommen. „Auch wenn ich schon 20 Jahre nicht mehr in meinem Heimatort wohne, bin ich der Region immer eng verbunden geblieben und da ist es mir auch eine echte Herzensangelegenheit, diesem Luftwaffenstützpunkt zu seinem 60-jährigen Jubiläum zu gratulieren", sagte der gebürtige Nieheimer. Die weiteste Anreise aber hatte aber der 85-jährige ehemalige Angehörige der britischen Streitkräfte Michael Rush aus Südengland. „Zwischen 1955 und 1956 war ich in Auenhausen, weil unsere Streitkräfte hier einen Bunker errichtet haben, gewissermaßen die Vorstufe der späteren Radarstation", erzählte der Brite. Damals gab es heftige Proteste gegen das Vorhaben. Der Standort Auenhausen untersteht heute der Einsatzführung Erndtebrück „Mit Knüppeln und Mistgabeln haben die Bauern der Hegge ihren Unmut über das militärische Bauvorhaben zum Ausdruck gebracht", berichtete der frühere Standortkommandeur Oberst a. D. Arnulf Richardt. Im Verlauf ihrer Tätigkeit habe die Radarstation viel dazu beigetragen, dass aus dem kalten Krieg kein heißer geworden sei, betonte Richardt. Die Radarstation Auenhausen ging 1959 in Betrieb. Sie hatte den Auftrag zur Luftraumüberwachung in Richtung der Sowjetstaaten. Der Standort Auenhausen gehört zur Luftwaffe und untersteht heute dem Kommando des Einsatzführungsbereichs in Erndtebrück.

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