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Gibt sich gelassen: Landseer Pepper ist der Liebling der sechs- bis achtjährigen Schüler der Vorschulklasse der Von Galen-Schule. - © Helga Krooß
Gibt sich gelassen: Landseer Pepper ist der Liebling der sechs- bis achtjährigen Schüler der Vorschulklasse der Von Galen-Schule. | © Helga Krooß

Frohnhausen Therapeut mit Kuschelfaktor in der von-Galen-Schule Frohnhausen

Tiergestützte Therapie: Die von-Galen-Schule in Frohnhausen, Förderschule mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, hat einen Schulhund. Landseer „Pepper“ für einen tierisch guten Unterricht in der Vorschulklasse

Helga Krooß
27.04.2017 | Stand 27.04.2017, 11:50 Uhr

Frohnhausen. Pepper hat schwarz-weißes wuscheliges Fell und ist die Gelassenheit auf vier Pfoten, auch wenn ein Kind versehentlich auf eins seiner Ohren getreten ist. Der dreijährige Landseer ist der absolute Liebling der Vorschulklasse der von-Galen-Schule in Frohnhausen. Seit sechs Wochen spielt und arbeitet Pepper mit den zehn sechs- bis achtjährigen Schülerinnen und Schülern und sorgt für einen „tierisch guten Unterricht". Pepper ist ein ausgebildeter Therapiehund und unterstützt sein Frauchen Nicole Gaidzik, Fachlehrerin für Sonderpädagogik, bei ihrer Arbeit mit den Schülern. Bei ihr lebt Pepper schon von „Welpenbeinen" an. „Er ist ein sehr menschenbezogener Hund", erzählt Nicole Gaidzik. Die dreifache Mutter ist mit einem Neufundländer aufgewachsen. Sie und Pepper sind ein bestens eingespieltes Team. Es sind der treue Blick der bernsteinfarbenen Augen, das kuschelige Fell, das geduldige und sanftmütige Wesen, die die imposante Erscheinung von Pepper – 65 Kilogramm schwer, 73 Zentimeter Schulterhöhe – revidieren. „Für die Kinder ist es leichter, sich an einen großen Hund zu gewöhnen. Der gibt ihm mehr Sicherheit und ist nicht so wuselig wie ein kleiner Hund", erzählt Nicole Gaidzik. »Seit Pepper da ist, nehmen die Kinder aktiver am Unterricht teil« An drei Tagen in der Woche ist Pepper mit seinem Frauchen in der Vorschulklasse der Frohnhausener Förderschule im Einsatz. An den Regeln zum Umgang mit dem Hund wie beispielsweise „Stehen bleiben, wenn Pepper kommt!" oder „Pepper nicht beim Fressen stören!", haben die Schüler aktiv mitgearbeitet. Eine wichtige Regel ist zudem, dass sich immer nur ein Kind bei dem Hund aufhalten darf. „Für unsere Schüler ist es nicht immer leicht, die Regeln einzuhalten. Aber es funktioniert schon ganz gut", sagt Gaidzik. Auch seien sie bemüht, im Unterricht leiser zu sein. Wenn es einmal für Pepper zu viel wird, nimmt Gaidzik ihn aus der Gruppe heraus. Er hat einen geschützten Bereich in der Klasse, in den er sich dann zurückziehen kann. Stresssignale äußert Pepper durch ständiges Schütteln oder mehrfaches Gähnen in einer Minute. „Wenn für Pepper Pause ist, ist Pause für Pepper", hat die achtjährige Gina gelernt. Pepper wird mit einem Lied begrüßt Einmal habe Pepper nicht mit in den Unterricht gewollt. Auch das müsse akzeptiert werden, sagt die Sonderpädagogin. Auf die Arbeit mit Pepper bereitet sie die Vorschulschüler mit einem Begrüßungsritual vor. Sie heißen ihn mit einem Lied willkommen: „Hurra, Hurra! Der Pepper ist heut da". Dann wird Pepper von jedem einzelnen Kind gestreichelt oder geknuddelt. „Seit Pepper da ist, nehmen die Kinder aktiver am Unterricht teil", berichtet die Fachlehrerin. Seine Präsenz fördere ihre Motivation ungemein und biete ihnen vielfältige Erfahrungen auf der Wahrnehmungsebene. Motorische, kognitive und die sozial-emotionale Entwicklung wird gefördert Durch den Umgang mit Pepper werde die motorische, kognitive und die sozial-emotionale Entwicklung der Schüler gefördert. Aktuell steht das Thema Hund im Fokus des Unterrichts. Unter anderem hat jeder Schüler ein Pepper-Tagebuch erstellt, in dem Aktionen mit dem Therapiehund festgehalten sind, und was sie so alles über ihn erfahren haben. Auch das Arbeitsmaterial für die Spiele mit Pepper stellen sie selbst her. Bei einigen Spielen geht es speziell um die Teamarbeit zwischen den Schülern. Die Ausbildung zum Therapiehund-Team haben Gaidzik und Pepper 2016 Jahr bei der Tiergestützten Pädagogik und Sozialarbeit „Social Dog" in Nottuln absolviert. Die Lebenshilfe Brakel hat die Ausbildung finanziert. Eignungs- und Teamtest, Grundlagen und Voraussetzungen für den Einsatz, lerntheoretische Grundlagen und Methoden, praktische Einzelübungen der Mensch-Hunde-Teams standen unter anderem auf dem Ausbildungsplan.

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