Investiitionen für Familien und Bildung: Der Borgentreicher Bürgermeister Rainer Rauch (l.) und Kämmerer Christof Derenthal stellten gestern im Rat den Entwurf des Haushaltsplans vor. Vorgesehen ist eine Erweiterung des Kindergartens Körbecke, den Theresia Rehrmann leitet. - © Hermann Ludwig
Investiitionen für Familien und Bildung: Der Borgentreicher Bürgermeister Rainer Rauch (l.) und Kämmerer Christof Derenthal stellten gestern im Rat den Entwurf des Haushaltsplans vor. Vorgesehen ist eine Erweiterung des Kindergartens Körbecke, den Theresia Rehrmann leitet. | © Hermann Ludwig

Borgentreich Borgentreich verzichtet 2019 auf Steuererhöhungen

Borgentreich will 7 Millionen Euro investieren. Allein 1,5 Million sind für die Bereiche Familie und Bildung vorgesehen

Borgentreich. 19 digitale Seiten stark ist der Haushaltsplanentwurf für das kommende Jahr in Borgentreich: Insgesamt kommt er zwar weniger bombastisch in Sachen Investitionen daher als in 2018. Dafür wieder mit einem großen Plus in Sachen Familien und Bildung. Am Dienstagabend stellten Borgentreichs Kämmerer Christof Derenthal und Bürgermeister Rainer Rauch das Zahlenwerk vor – wie traditionell üblich in der Orgelstadt in der letzten Ratssitzung des Jahres. „Vor einem Jahr haben wir an dieser Stelle einen Haushalt mit Rekordinvestitionsniveau vorgelegt. Dies ist der Haushaltsplan 2019 nicht, und das ist auch gut so", stimmt Bürgermeister Rauch die Ratsmitglieder auf die folgende Sitzung ein. Rauch: „Es war klar, dass wir das 2018er Niveau nicht dauerhaft durchhalten können. Weder aus finanzwirtschaftlicher sicht, noch aus personeller Sicht, denn die Maßnahmen müssen ja auch personell betreut werden." Keine Neuverschuldung vorgesehen Also: Zwar will die Stadt insgesamt kleinere Brötchen backen im kommenden Jahr. Positiv bleiben die Aussichten dennoch. Im nunmehr vierten Jahr in Folge verzichtet die Stadt nämlich auf Steuererhöhungen. Trotz des Verzichts kann der Fehlbetrag noch einmal deutlich verringert, gegenüber dem Haushaltsplan 2018 mit 275.562 Euro sogar halbiert werden. „Weder 2019 noch in den Folgejahren ist die Stadt von einem Haushaltssicherungskonzept bedroht", hält Kämmerer Christof Derenthal fest. Auch im kommenden Jahr ist eine Neuverschuldung im städtischen Etat nicht vorgesehen. Wie im vergangenen Jahr auch, profitiert die Stadt erneut von steigenden Schlüsselzuweisungen. Demnach sind im kommenden Jahr knapp 4 Million Euro (im Vergleich: 2018 3.8 Millionen Euro) vom Land für Borgentreich vorgesehen. Wirkt auf den ersten Blick gut, auf den zweiten verbesserungswürdig. Denn die Summe könnte noch höher ausfallen. tut sie aber nicht, weil ein Problem aus dem alten Jahr noch immer nicht gelöst ist: Die Schlüsselzuweisungen werden im Wesentlichen auf Grundlage der Einwohnerzahlen berechnet. „Aber die von uns zum Stichtag berechneten Zahlen (8.666 Einwohner) weichen wie im vergangenen Jahr von denen des Statistischen Bundesamts IT.NRW (510 Einwohner weniger) ab", sagte Kämmerer Christof Derenthal. „Wir befinden uns nach wie vor im Gespräch mit dem Bundesamt. Da brauchen wir einfach noch Geduld." Die geplanten Investitionen schmälert das aber wenig, sind sind im kommenden Haushaltsjahr insgesamt immerhin rund 7 Million Euro geplant. Der Schwerpunkt liegt in den Bereichen Familie und Bildung. Satte 1.5 Million Euro fließen in Schulen, Kitas und Spielplätze. „Hier kommen wir gut voran", attestiert Rauch. Der U-3-Ausbau in der Kernstadt wird im kommenden Jahr wie geplant abgeschlossen. Sobald die Bewilligung der Fördermittel durch den LWL vorliege, soll es auch mit dem Ausbau der U3-Betreuung in Körbecke losgehen. Wie sieht Schule in Zukunft aus? Im Bereich der Schulen arbeitet die Stadt gemeinsam mit den Schulleitungen an einem stimmigen Gesamtkonzept für das Schulzentrum. Es trägt den Titel „Schule 2025". Die kürzlich gegründete interne Arbeitsgruppe befasst sich mit der Frage, wie Schule in Zukunft aussehen soll. Ebenfalls hohe Priorität habe für die Stadt das Thema Grundschule. „Im Februar wollen wir mit den Gremien die weiteren Planungsschritte hinsichtlich Gebäudenutzung und Raumbedarf besprechen", stellt der Kämmerer in Aussicht. Im kommenden Jahr stehen mehrere Projekte aus dem IKEK-Prozess (Integriertes kommunales Entwicklungskonzept) zur Umsetzung an: Für den Begegnungstreff in Manrode (161.500 Euro) liegt bereits der Bewilligungsbescheid vor, ebenso wie für den Mehrgenerationenspielplatz in Borgentreich (60.000 Euro) oder die Gebäudeabrisse Emmerkertorstraße in Borgentreich und der alten Molkerei in Lütgeneder (153.000 Euro). Sanierung der Außenfassade des Rathauses „Nach wie vor gilt, dass wir für etliche Haushaltsansätze noch die Drittmittelfinanzierung sicherstellen, also Fördermittel des Bundes, Landes oder der EU", erklärt Bürgermeister Rauch. Darauf sei die Stadt dringend angewiesen, etwa für den im IKEK geplanten Wanderweg „Naturnah erleben" zwischen Großeneder und Rösebeck. „Jeder Euro Förderung erspart uns einen Euro Eigenanteil", so der Bürgermeister. Erneut veranschlagt im Etat 2019 ist die Sanierung der Außenfassade des Rathauses mit 450.000 Euro. Im vergangenen Jahr hatte die Umsetzung aus zeitlichen Gründen nicht geklappt. Für die Ausbesserung und Instandsetzung von Straßen und Wirtschaftswege sind 1.2 Million Euro veranschlagt. Im Abwasserbereich müssen Technik und Anlagen erneuert werden – das schlägt in der Vorplanung mit 724.000 Euro zu Buche. Der Breitbandausbau bleibt, so das Versprechen des Stadtchefs, ein großes Thema. Wurden bereits in diesem Jahr mit den Ausbautätigkeiten begonnen, sollen die Arbeiten in Gewerbe- und Wohngebieten Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein.

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