Boffzen Horst Menze gibt Amt als Bürgermeister auf

Abschied: Nach 25 Jahren Kommunalpolitik, davon 10 Jahre als ehrenamtlicher Bürgermeister von Boffzen, 
zieht Horst Menzel eine Bilanz seiner Arbeit. Er berichtet auch über schwierige Momente

Torsten Wegener

Boffzen. Gestern Abend hatte Horst Menzel seinen letzten Auftritt als Bürgermeister der Gemeinde Boffzen, als er die förmliche Verpflichtung und Pflichtenbelehrung der Ratsmitglieder in der konstituierenden Ratssitzung übernahm. Nach zehn Jahren endete für den Sozialdemokraten seine Tätigkeit als ehrenamtlicher Bürgermeister, insgesamt war er 25 Jahre in der Gemeinde als Kommunalpolitiker tätig. Sein Abschied erfolgte freiwillig, er hatte für die letzte Kommunalwahl nicht mehr kandidiert. „Irgendwann muss auch mal Schluss sein", sagt Menzel mit Hinweis auf sein Alter. Man merkt es ihm nicht an, aber im kommenden Jahr feiert er bereits seinen 80. Geburtstag. 1986 war Horst Menzel in die Kommunalpolitik eingestiegen, ein Jahr zuvor war er den Sozialdemokraten beigetreten. Gleich mit seiner ersten Kandidatur zog er in den Gemeinderat ein und wählte bei der konstituierenden Sitzung die Fraktionskollegin Marlies Loges zur Bürgermeisterin. Fünf Jahre später legte Menzel dann doch noch einmal eine Pause ein, weil er beruflich eine neue Herausforderung annahm. Er hatte sein Posten als Leiter der Agentur für Arbeit in Holzminden aufgegeben, um in der sächsischen Kreisstadt Borna, etwa 30 Kilometer südlich von Leipzig, eine neue Geschäftsstelle der Arbeitsagentur aufzubauen. Diese Aufgabe hatte er auch 1996 noch inne, trotzdem ließ sich Menzel, der seinen Wohnsitz weiter in Boffzen hatte, wieder auf die Kandidatenliste der SPD setzen. Und wieder mit Erfolg: Menzel wurde nicht nur für den Gemeinderat, sondern auch für den Samtgemeinderat Boffzen gewählt. In beiden Gremien gehörte er seitdem zum festen Inventar. Mit seiner ruhigen, sachlichen Art bekam die Stimme von Horst Menzel von Jahr zu Jahr mehr Gewicht innerhalb der SPD-Fraktion. 2001 übernahm er den Posten des stellvertretendes Bürgermeisters von Boffzen, ehe er 2006 dann in die Fußstapfen von Marlies Loges trat. In den vergangenen zehn Jahren hinterließ Menzel jedoch seine eigenen Fußabdrücke. Er galt immer als ein verlässlicher Ansprechpartner für die Bürger und Ratsmitglieder. Sein Ziel war immer der Konsens in der Ratsarbeit. Kontroverse Debatte ließ er zu, mit der Hoffnung nach der Diskussion alle in einem Boot zu haben. Mit Erfolg: Viele wichtige Entscheidungen, auch finanziell schwierig gestaltete Haushaltspläne, sind mit großen Mehrheiten beschlossen worden. Sein Ziel war immer der Konsens in der Ratsarbeit Eine der wichtigsten Maßnahmen sei für ihn die Dorferneuerung innerhalb der Städtebauförderung gewesen, die trotz knapper Kassen zum erfolgreichen Ende geführt werden konnte. Gepflegt habe er den Kontakt zur Patenkompanie des ABC Abwehrbataillon 7 in Höxter und die Patenschaft mit der französischen Stadt Villers-sur-Mer. Harte Entscheidungen seien zuletzt der Verlust des Dampferanlegers und des historischen Schienenbusses gewesen. Nervenkostend sei dagegen der Großbrand bei Noelle und van Campe gewesen. „Das geht an die Nieren. Da gehen einen sehr viele Gedanken und Sorgen durch den Kopf. Ich hatte Angst um die Menschen", so Menzel. Das sich anschließend eine Werkfeuerwehr gebildet hat, bewertet er als richtige Entscheidung. Insgesamt sei es eine schöne Zeit gewesen, mit Höhen und den dazu gehörenden Tiefen. „Die positiven Zeiten überwiegen aber deutlich."

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