Die Stadt Beverungen muss den Brandschutzbedarfsplan für fünf Jahre fortschreiben. Investitionen von mindestens drei Millionen Euro werden wohl in dem Zeitraum nötig sein. - © Pixabay (Themenbild)
Die Stadt Beverungen muss den Brandschutzbedarfsplan für fünf Jahre fortschreiben. Investitionen von mindestens drei Millionen Euro werden wohl in dem Zeitraum nötig sein. | © Pixabay (Themenbild)

Beverungen Stadt Beverungen muss Millionen in Feuerwehr investieren

Sicherheit: Ein externes Büro stellt im Hauptausschuss der Stadt Beverungen den Brandschutzbedarfsplan vor

Torsten Wegener
15.02.2019 | Stand 15.02.2019, 15:07 Uhr

Beverungen. Mit dem Brandschutzbedarfsplan, den die Stadt Beverungen für fünf weitere Jahre fortschreiben muss, wird der Rat der Stadt Beverungen umfangreiche und teure Maßnahmen im Frühjahr beschließen müssen. Im Hauptausschuss ist nun ein Entwurf den Fraktionen vorgestellt worden. In den nächsten fünf Jahren muss Beverungen rund drei Millionen Euro investieren. "Dieser Entwurf ist für unseren Haushalt realistisch. Er ist aber auch das Minimum. Das Optimum sieht Investitionen in doppelter Höhe vor", sagte Bürgermeister Hubertus Grimm. Kostengünstigere Alternativen scheinen somit schon ausgeschlossen, bevor die Fraktionen nun mit ihren internen Beratungen beginnen. Aufgrund der Komplexität der Rechtslage wurde die Firma Luelff & Rinke Sicherheitsberatung aus Viersen beauftragt, in Abstimmung mit der Freiwilligen Feuerwehr und der Verwaltung den Bedarfsplan fortzuschreiben. Die kostenträchtigen Maßnahmen gliedern sich laut Gutachter Frank Schmitz in drei Teilbereiche: Feuerwehrgerätehäuser, Fahrzeuge und Löschwasserversorgung. Zudem betrachtet der Bedarfsplan auch die Personalstruktur. Dass die Kommunen bei der Fortschreibung der Brandschutzbedarfspläne oft viel Geld in die Hand nehmen müssen, liege nicht daran, dass sie in den Vorjahren die Feuerwehr vernachlässigt hätten, sondern weil sich das Feuerschutz- und Hilfeleistungsgesetz immer mehr verschärfe, betont der Gutachter. Feuerwehrgerätehäuser in 10 Minuten Entfernung Die Feuerwehrgerätehäuser in den jeweiligen Ortschaften müssen einen Standort haben, von dem die erste Einheit der Einsatzkräfte maximal zehn Minuten braucht - von der Alarmierung bis zum Eintreffen an der Einsatztelle. "Dieser Umstand sei gegeben", sagt Schulze, auch wenn es für das ein oder andere Gerätehaus sicherlich einen besseren Standort gebe. In Amelunxen wird man zwangsläufig einen neuen Standort bekommen, denn dort muss ein neues Feuerwehrgerätehaus gebaut werden. Die Kosten liegen wohl bei 1,3 Millionen Euro. Gebaut werden soll ab 2021. Auch in Beverungen muss umgebaut werden. Die Parkplätze werden hinter das Haus verlegt und die Umkleide umgebaut. Kostenpunkt: zusammen 100.000 Euro. Der Standort Jakobsberg muss für 200.000 Euro saniert werden. Schon jetzt ist klar, dass auch das Gerätehaus in Dalhausen neu gebaut werden soll, bestmöglich mit neuem Standort. Dies wird aber nicht in den nächsten fünf Jahren passieren. Nach 2023 sind auch Wehrden und Herstelle mit der Sanierung dran. Manche Umbauarbeiten resultieren dabei auch aus dem Aspekt, dass neu angeschaffte Feuerwehrfahrzeuge nicht mehr in die Garagen passen. Stadtgebiet nicht gut mit Löschwassser versorgt In den fünf Jahren der Laufzeit des Brandschutzbedarfsplans sind insgesamt acht Ersatzbeschaffungen geplant. Diese Investitionen seien zwingend erforderlich, so Schmitz. Das liege unter anderem auch daran, dass einige Gebiete im Stadtgebiet nicht gut mit Löschwasser versorgt seien. So müsse mit Tanklöschfahrzeuge mit einer Kapazität von mindestens 500 Litern an jedem Einsatzort einen Erstangriff sicherstellen. In den Ortsteilen Dalhausen, Rothe, Tietelsen und auch Amelunxen, muss die Löschwasserversorgung deutlich verbessert werden. In Dalhausen und Tietelsen sind neue Standorte für Saugstellen geplant, in Rothe soll zudem ein ehemaliger Hochbehälter als Löschwasserbehälter umgebaut werden. Teuer werde es nach dem Entwurf des Gutachters in Amelunxen, wo drei neue Löschwasserbrunnen à 35.000 Euro vorgesehen sind. Vor allem für Amelunxen sollen aber auch noch mal Alternative geprüft werden. "Ohne Personal geht natürlich nichts. Grundsätzlich zeigen alle Auswertungen, dass die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Beverungen als leistungsfähig beschrieben werden kann. Alle elf Einheiten verfügen über ein in vielen Bereichen hinreichendes Qualifikationsniveau", sagt Schmitz. Es gebe jedoch auch Verbesserungspotenzial: Vor allem bei den tauglichen Atemschutzgeräteträgern ist Entwicklungspotenzial vorhanden, welches zeitnah genutzt werden muss. Hier soll in den kommenden Jahren eine Steigerung anvisiert werden. Auch die Anzahl an Kräften mit ABC I-Ausbildung muss verbessert werden. Zudem fehlen Maschinisten. "Es gibt aber in allen Bereichen bereits einen positiven Entwicklungstrend. Dieses Problem wurde frühzeitig in Beverungen erkannt", lobt Schmitz die Wehrleitung.

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