Künstlerin: Christine Wend. - © FOTO: MADELINE HUNFELD
Künstlerin: Christine Wend. | © FOTO: MADELINE HUNFELD

An Parkinson erkrankte Künstlerin stellt in Rödinghausen aus

Christine Wendt hat ihre Werkschau "Meine Welt der Formen und Farben" im Haus des Gastes eröffnet. Dort wird ihr ein künstlerisches Talent für fünf Personen attestiert.

Wer in den nächsten Wochen das Haus des Gastes in Rödinghausen betritt, der wird sich vermutlich wundern: Im gesamten Erdgeschoss verteilt stößt man auf verschiedenste Gemälde, selbst genähte Kleidchen und eigens erstellten Schmuck. Alle diese Werke sind Teil der Kunstausstellung "Meine Welt der Formen und Farben - Inspiration und Faszination" von Christine Wendt. Dass die Künstlerin seit sechs Jahren an Parkinson leidet, lassen die vielfältigen Ausstellungsstücke nicht erahnen. Christine Wendt war schon immer künstlerisch begabt. "Bereits in der Schule habe ich gerne gezeichnet. Mit Aquarell-Malereien habe ich angefangen und dann immer mehr Methoden entdeckt." Erstmals wurden ihre Werke im Jahr 1983 öffentlich vorgestellt, weitere Ausstellungen folgten. Auch in ihrem ehemaligen Beruf lebte sich die gebürtige Rödinghausenerin künstlerisch aus: Wendt ist gelernte Kinderpflegerin und nähte früher beispielsweise Kostüme für Rollenspiele im Kindergarten. Künstlerisches Talent gleich für fünf Personen Vor sechs Jahren wurde bei Christine Wendt die unheilbare Nervenkrankheit Parkinson diagnostiziert. Typische Symptome der Erkrankung sind unter anderem Muskelzittern und Bewegungsstörungen. Seit der Diagnose kann sie ihren Beruf nicht mehr ausführen. Doch die Rentnerin sieht auch das Positive in der Krankheit. "Jetzt hat Christine mehr Zeit für die schönen Dinge im Leben - für ihre Kunst", erklärt Gemeindemitarbeiterin Barbara Düsterhöft in einer Rede über Wendt. Laut Düsterhöft reiche Wendts künstlerisches Talent für fünf Personen. Dass die Seniorin nicht nur auf einer Ebene künstlerisch tätig ist, bestätigt auch ihre langjährige Freundin Sabine Wachsmut-Hagemeier: "Neben den Gemälden fertigt sie auch Seife. Außerdem dreht sie Filme und unterlegt diese nachträglich mit Musik." Musikalisch sei Wendt nämlich auch, denn sie spiele Gitarre und Jagdhorn. "Durch und durch eine Künstlerin also." Gemaltes, Genähtes und Gefilztes Im Voraus der Ausstellungseröffnung waren ca. 40 Einladungen an Gemeindemitglieder und Freunde der Künstlerin verteilt worden. Und tatsächlich war nahezu der gesamte Parkplatz vor dem Haus des Gastes belegt, als die 61-jährige Christine Wendt am späten Donnerstagnachmittag ihre Ausstellung vorstellte. Musikalisch begleitet durch Klänge aus dem Dudelsack von Wendts Sohn Matthias, konnten sich die Besucher an diesem Nachmittag einen umfassenden Eindruck der Ausstellungsstücke machen. Prägend für die Ausstellung sind realistische Darstellungen der Natur: Blumen, Segelschiffe und vor allem Moorlandschaften gehören zu Wendts Lieblingsmotiven. Dabei legt die Künstlerin viel Wert auf harmonierende Farben. "Ich muss nur etwas sehen, was mir gefällt, und dann setze ich das um. Wie lange ich letztendlich für ein Gemälde brauche, ist ganz unterschiedlich. Am Ende freue ich mich immer, wenn ich andere mit meinen Werken erfreuen kann." Wie viele Stücke die Ausstellung tatsächlich umfasst, ist unklar - bei der Vielzahl an Kunstwerken hat niemand mitgezählt. Sowohl der Besprechungsraum als auch das Trauzimmer des Gemeindehauses sind mit Gemälden geschmückt. Im Flur hängen mehrere niedliche Kleidchen für Mädchen und ein paar Kleidungsstücke für Jungen. Sogar Schmuck, illustrierte Kinderbücher, Fotografien und gefilzte Gegenstände findet man innerhalb der Ausstellung. Noch bis zum 23. Juni können sich alle Interessierten die vielfältigen Werke der Hobby-Künstlerin Christine Wendt im Haus des Gastes anschauen und käuflich erwerben.

realisiert durch evolver group