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Ohne Instrumente: Der Don-Kosaken-Chor braucht nur die eigenen Stimmen, um dem Publikum Gänsehaut-Momente zu bescheren.
Ohne Instrumente: Der Don-Kosaken-Chor braucht nur die eigenen Stimmen, um dem Publikum Gänsehaut-Momente zu bescheren.

Rödinghausen Ein Stück Russland in Rödinghausen

Konzert: Der Don-Kosaken-Chor brachte russische Volkslieder und musikalische Klassiker auf die Bühne. Unterstützt wurden sie vom Shanty-Chor Bruchmühlen

Louisa Kohnert
02.04.2019 | Stand 02.04.2019, 10:32 Uhr

Rödinghausen. Das "Ave Maria", russische Volkslieder und "Hoch im Norden" von Santiano passen auf den ersten Blick nicht zusammen. Der Don-Kosaken-Chor und der Shanty-Chor aus Bruchmühlen bewiesen am Wochenende das Gegenteil. Etwa 200 Besucher fanden sich am Samstag in der Aula der Gesamtschule Rödinghausen ein, um den berühmten russischen A-cappella-Chor unter Leitung von Wanja Hlibka zu hören. Die traditionellen Volkslieder wie "Die zwölf Räuber", "Abendglocken" oder "Roter Safran" wechselten sich mit klassischer Kirchenmusik ab. Mit "Eintönig klingt hell das Glöckchen" wurden auch Arrangements von dem ursprünglichen Gründer des Chores, Serge Jaroff, gesungen und die Besucher versetzte die Stimmkraft des reinen Männerchores in Erstaunen. Die perfekt einstudierten Stücke, bei denen der Chor gleichzeitig in den höchsten und tiefsten Tonlagen sang, sorgte bei nicht wenigen der Gäste für eine Gänsehaut. "Diese Stimmen - das hört sich einfach toll an. Wir finden die Musik der Don Kosaken schon lange gut", erzählten Achim und Angelika Thamm, die den Chor am Samstag zum ersten Mal live sahen. "Es ist ja ein Männerchor und das Singen mit diesen ganz tiefen Stimmen, das ist beeindruckend", sagte das Paar aus Kilver. Auch Paul Fubel war von den Sängern begeistert, ebenso wie seine kleine Tochter Lotte (5), die ebenfalls Spaß an dem Konzert hatte. "Das Kind ist sehr musikinteressiert und man muss ja ein breites Angebot bieten, damit sie selbst differenzieren kann", erklärte der Vater. Daran, dass er und seine Tochter im Saal wahrscheinlich die Jüngsten waren, störte er sich nicht wirklich: "Wir reißen den Altersdurchschnitt hier zwar nach unten, aber Musik ist auch etwas für Kinder. Musik ist immer etwas für Kinder." Der Shanty-Chor, der mit den Liedern "Hoch im Norden" und "Ay, ay, ay, Herr Kapitän" das Konzert eröffnete, freute sich über die Zusammenarbeit mit den Don Kosaken. "Wir sind schon einmal mit dem Don-Kosaken-Chor aufgetreten und das hat letztes Mal schon sehr viel Spaß gemacht. Als sie uns noch einmal gefragt haben, haben wir uns natürlich gefreut", erklärte Schriftführer Jürgen Lehmann, der die Musik des anderen Chores ebenfalls bewunderte. "Diese Stimmen sind unwahrscheinlich gut." Zum Abschluss sangen beide Chöre noch das Lied "Guten Abend, gute Nacht" zusammen. Wanja Hlibka formierte den Chor 1991 neu und fungiert seitdem als Leiter und Dirigent. Er selbst wurde 1969 als jüngster Solist noch von Serge Jaroff in den Don-Kosaken-Chor aufgenommen und will nun das Erbe des Gründers, der 1985 im Alter von 89 Jahren verstarb, solange wie möglich am Leben erhalten.

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