Bahnhofstraße Rödinghausen - © NW
Bahnhofstraße Rödinghausen | © NW

Rödinghausen Kritik an Bahnhofstraßen-Ausbau

Naturschutzbeirat: Im Kreishaus fragten sich vor allem Vertreter der Naturschutzverbände, warum die geschützte Allee überhaupt mit Rad- und Fußwegen versehen werden soll

Rödinghausen/Kreis Herford. Die Pläne der Gemeinde Rödinghausen, die Fahrbahndecke der Bahnhofstraße zu sanieren und die Straße gleichzeitig mit so genannten Nebenanlagen – also Rad- und Fußwegen – zu versehen, stießen am Donnerstag im Kreishaus Herford auf Skepsis. Er könne sich nicht vorstellen, dass die Wurzeln der Alleebäume entlang der Straße von diesen Maßnahmen nicht in Mitleidenschaft gezogen würden, sagte Paul-Gerhard Scheding, Vertreter des Naturschutzbundes (NABU) im Naturschutzbeirat. „Die Straße mit ihren säumenden Bäumen ist in das Alleenkataster des Landes NRW eingetragen und somit schützenswert“, so Scheding, der sich wunderte, „dass der Beirat bei solch einem Millionenprojekt nicht bereits im Vorfeld der Planungen einbezogen wurde“. Lediglich eine Konzeptstudie sei bislang im Auftrag der Gemeinde Rödinghausen beauftragt worden. Weiter sei das Projekt noch gar nicht gediehen, entgegnete Klaus Bockermann vom Ingenieurbüro Bockermann/Fritze aus Enger, der die bisherigen Planungen im Naturschutzbeirat vorstellte. Auf einer rund zwei Kilometer langen Strecke – von der Einmündung Rüschener Straße bis zur Hansastraße – solle demnach die Fahrbahn saniert werden. „Die Allee, die vor allem ab der Einmündung Waghorster Straße prägend ist, soll dabei keinen Schaden nehmen. Unsere Planungen sehen die Errichtung von Nebenanlagen deshalb auf der anderen Seite der Baumreihe, außerhalb der Straßenführung, vor“, so Bockermann. Auch die Eisenbahnüberführung, in der bislang kein Begegnungsverkehr möglich sei und an der ein geplanter Radweg enden müsste, solle im Zuge der Maßnahmen erneuert und in eine breitere, eckige Überführung geändert werden. So könne auch der Radweg durchgeführt werden. Beirat empfiehlt lediglich Sanierung der Fahrbahn Das verstehe er nicht, merkte Holger Stoppkotte von der BUND-Kreisgruppe Herford (Bund für Umwelt und Naturschutz) an. „Die bisherige Überführung hält wie ein Nadelöhr den Schwerlastverkehr raus. Warum sollte man das ändern?“ Paul-Gerhard Scheding mutmaßte, dass die Anlieferung zum Unternehmen Häcker Küchen eventuell so auch über die Bahnhofstraße erfolgen würde. Bernd Meier-Lammering, ebenfalls vom BUND, stellte darüber hinaus in Frage, ob ein Radweg an der Bahnhofstraße überhaupt sinnvoll ist. Bisher seien auf dieser Strecke keine Radfahrunfälle bekannt geworden. Da sei er eher vorsichtig, warf Beiratsmitglied Werner Seeger (CDU) ein. „Man sollte zunächst prüfen, ob dort auch Kinder und Familien mit Fahrrädern unterwegs sind. Schließlich geht es um die Verbesserung der Sicherheit – auch künftig.“ Nach längerer Diskussion fasste der Beiratsvorsitzende Ullrich Richter die entscheidenden Punkte zusammen: „Der Beirat empfiehlt, ausschließlich die Fahrbahndecke der Bahnhofstraße zu erneuern und dabei darauf zu achten, dass der Baumbestand umfassend erhalten bleibt.“ Bei fünf Enthaltungen sprach sich der Naturschutzbeirat für diese Empfehlung an die Gemeinde Rödinghausen aus.

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