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Schlepper am Haken: Mit dem Kran wird der stark beschädigte Schlepper auf einem Tieflader abgesetzt. - © Dirk Windmöller
Schlepper am Haken: Mit dem Kran wird der stark beschädigte Schlepper auf einem Tieflader abgesetzt. | © Dirk Windmöller

Löhne Unfall in Löhne-Ort mit Traktor-Schlepper – Straße mittlerweile wieder frei

Schlepper und Auflieger sind einen sieben Meter tiefen Abhang herunter gestürzt. Der Fahrer aus Bad Oeynhausen ist schwer verletzt. Die Bünder Straße war gesperrt, ist mittlerweile wieder offen.

Susanne Barth
11.09.2019 | Stand 12.09.2019, 09:48 Uhr
Dirk Windmöller

Löhne. Aus bislang ungeklärten Gründen ist ein Traktor-Schlepper, der einen Lkw-Auflieger gezogen hat, von der Bünder Straße abgekommen und einen rund sieben Meter tiefen Abhang herunter gestürzt. Der Auflieger war mit 14 Tonnen Kunststoff-Granulat beladen. Der außergewöhnliche Unfall ereignete sich am Mittwochvormittag gegen 10.05 Uhr. Die Bergung am Nachmittag dauerte mehrere Stunden. Die Bünder Straße war sogar bis 20.44 Uhr am Abend noch gesperrt und ist seit dem aber wieder offen. Der Fahrer des Gefährts ist ein 25-jähriger Mann aus Bad Oeynhausen. Er ist schwer verletzt, konnte sich aber selbstständig aus dem Traktor befreien und die Böschung zur Straße hochkrabbeln. Der Mann wurde vor Ort versorgt und mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Zu dem Unfall kam es auf der Höhe des Autohandels an der Bünder Straße, wenige hundert Meter nach der Einmündung der Straße Im Quellental, in Fahrtrichtung Löhne-Ort. Uso Dahman arbeitet bei dem Autohandel und saß im Büro, als der Fahrer mit seinem Schlepper von der Straße abkam. "Ich habe einen großen Knall gehört. Der ist, glaube ich, über die Querungshilfe gefahren", sagt er. Dann habe er gesehen, wie das Gespann von der Straße verschwand und den Abhang herunter stürzte. "Ich habe sofort die Polizei angerufen, habe ein Warndreieck aufgestellt und bin dann den Abhang runter", sagt er. Der Mann sei ansprechbar gewesen. "Ich habe ihm gesagt, er soll sich nicht bewegen und warten, bis Hilfe kommt." "Der Verletzte klagte über Rückenschmerzen" Der Verletzte ist dennoch aus dem schwer beschädigten Schlepper gestiegen und ohne fremde Hilfe den Abhang hochgelangt. "Ich hatte gerade einen Termin bei der Stadtverwaltung. Deshalb war ich zuerst am Unfallort", sagt Michael Wellsandt. Der Wachleiter der Löhner Feuerwehr war auch der Einsatzleiter am Unfallort. Als Wellsandt dort ankam, war der Verletzte bereits am Rand der Straße. "Er klagte über Rückenschmerzen." Möglicherweise sei Wirbelsäule betroffen. Neben der Hauptamtlichen Wache war auch die Löschgruppe Obernbeck im Einsatz. Wie das Gespann der Bad Oeynhausener Spedition Kerkhoff von der Fahrbahn abgekommen ist und auf der sieben Meter tiefer liegenden Grünfläche landete, muss noch geklärt werden. "Dazu können wir noch nichts sagen", so Inga Kralemann von der Löhner Polizei. An den Markierungen, die Polizist Aaron Rockliff auf der Fahrbahn mit einer Spraydose gemacht hat, lässt sich zumindest erkennen, dass Schleppper und Auflieger ab der Querungshilfe nach und nach von der Fahrbahn abgekommen sind. Rund 200.000 Euro Schaden Etwa sieben Meter tief sind die Fahrzeuge gestürzt. Sie liegen in einem Grünstreifen, der mit Bäumen und Sträuchern bewachsen ist, der schon zum erweiterten Uferbereich des Werreteichs zählt. Schlepper und Auflieger wurden schwer beschädigt, die Polizei geht von einem Schaden in Höhe von rund 200.000 Euro aus. Die Feuerwehr überprüfte an der Unfallstelle, ob Öl oder Diesel auslaufen. "Das ist zum Glück nicht der Fall. Der Schlepper hat nur Kühlflüssigkeit verloren", sagt Wellsandt. Aus diesem Grund sei eine sofortige Bergung nicht erforderlich. "Es besteht ja keine Gefahr für die Umwelt." Es geht dann doch schneller als gedacht. Für die aufwendige Bergung ist die Firma Kerkhoff zuständig, die diese wenige Stunden nach dem Unfall durchführt. Das Unternehmen, zu dessen Fuhrpark die Unfallfahrzeuge gehören, organisiert den Abschleppdienst der Firma Sänger (ehemals Bollmeyer), einen Krandienst und die Firma RD-Transporte Kirchlengern, die den defekten Trecker abtransportiert. Kerkhoff-Geschäftsführer Jan Windmöller ist heilfroh, dass die Verletzungen des Fahrers nicht sehr schwer sind. "Das ist das wichtigste, um den Rest kümmert sich die Versicherung", sagt er. Windmöller beoabachtet mit seiner Familie die Bergung. Die zieht sich über Stunden hin. Zunächst müssen Schlepper und Auflieger in dem schwierigen Gelände wieder aufgerichtet werden. Der Trecker wird schnell rausgezogen, beim Auflieger gestaltet sich die Aktion schwieriger. Nachdem die Männer große Gurte unter ihn geschoben haben, wird er von einem 200-Tonnen-Kran aus der Tiefe gezogen und dann gegen 17.30 Uhr abgeschleppt. Hier ist die Bergung mit dem Kran zu sehen:

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