Legten einen Kranz nieder: Zeitzeugin Ingrid Tacke (v.l), Bürgermeister Heinz-Dieter Held, Zeitzeuge Friedrich.Wilhelm Fuchs, stellvertretender Bürgermeister Egon Schewe. - © Foto: Antonia Wegener
Legten einen Kranz nieder: Zeitzeugin Ingrid Tacke (v.l), Bürgermeister Heinz-Dieter Held, Zeitzeuge Friedrich.Wilhelm Fuchs, stellvertretender Bürgermeister Egon Schewe. | © Foto: Antonia Wegener

Löhne Gedenken: Löhner Bombenangriff vor 70 Jahren

Gedenkfeier zum Luftangriff in der Musikschule / Kranzniederlegung im Bahnhof

Antonia Wegener

Löhne. Um 15.17 Uhr am 14. März 1945 schlug eine schwarze Stunde für Löhne- zwei Monate vor Kriegsende bombardierten mehr als 250 englische Flugzeuge Löhnes Bahnhof und Umgebung. Der Angriff forderte viele Opfer. Am Samstagnachmittag, genau 70 Jahre nach der Bombardierung versammelten sich Löhner in der Musikschule um der Bombardierung zu gedenken. Nicht nur Politiker und Historiker, sondern auch Zeitzeugen reflektierten die Geschehnisse vor sieben Jahrzehnten. Nach der Gedenkfeier wurde ein Kranz am Bahnhof für die Opfer niedergelegt. Nur knapp 15 Minuten dauerte der Luftangriff. "Um circa 15:32 Uhr lag Der Bahnhof, und der Umkreis in Schutt und Asche", erklärt Joachim Kuschke. In einer Präsentation hat der Stadtarchivar den Ablauf des 15. März 1945 noch einmal aufgearbeitet. Besonders schwer waren Löhne-Bahnhof und Obernbeck betroffen.134 Gebäude wurden zerstört Die 2000 Spreng- und knapp 20.000 Brandbomben zerstörten 134 Gebäude. "Viel schlimmer sind natürlich die menschlichen Verluste. Über 130 Menschen starben bei dem Luftangriff." Auch Bürgermeister Heinz-Dieter Held thematisiert in seiner Rede die Vergangenheit. "Not, Angst, Trauer und das Gefühl der Ohnmacht waren in fast allen Familien seit Beginn des Kriegs anzutreffen", sagt Held. "Trotzdem müssen wir uns daran erinnern, dass die schrecklichen Vergehen der Allierten an der deutschen Zivilbevölkerung nicht ohne den 30. Januar 1933 möglich gewesen wären." Er möchte mit der Gedenkfeier an diesem Tag ein Zeichen gegen Krieg, Hass, Gewalt und das Vergessen setzen. Begleitet wird die Gedenkfeier auch musikalisch. Besonders passend sind die zwei Sätze aus einer Sonatina von dem ungarischen Komponisten Pál Járdányi. Das Duo Anna Marie Eilert an der Querflöte und Jolina Markmann am Klavier spielten die ungarisch-volkstümlich anmutenden Lieder und untermalten damit die besondere Stimmung.Zeitzeugen schildern ihre Erlebnisse Besonders eindrücklich waren die Schilderungen der Zeitzeugen. SPD- Politiker Egon Schewe führte ein Gespräch mit drei Löhnern, die den Luftangriff miterlebten. Edith Brinkhoff hatte gleich zwei Zeugnisse aus der Zeit. Neben ihren heutigen Erinnerungen, hatte sie 1949 in einem Schulaufsatz wie viele andere Kinder aus Löhne-Bahnhof ihre Gefühle aufgeschrieben. Die Erinnerungen an den Tag sind jedoch nicht verblasst. "Bei dem schönen Wetter habe ich mit Nachbarskindern auf der Straße gespielt." Brinkhoff wohnte in der Schierholzstraße nahe der Königsstraße. "Wir nahmen unsere Beine in die Hand und überstanden alles gut im Nachbarskeller." Der damals siebenjährige Friedrich-Wilhelm Fuchs erinnert sich: "Es war ein wunderschöner, warmer Märztag." Nachdem man den die Sirenen des Vollalarms hörte, hätten seine Schwester und er die Angriffszeichen am Himmel gesehen. "Nachdem wir die silbernen Streifen am Horizont bemerkt hatten, sind wir in den Keller geflüchtet."Einsatz für Demokratie und Frieden Doch die Flucht ins Untergeschoss half nicht, Fuchs wurde unter den Trümmern verschüttet. "Ich überlebte mit einer Kopfverletzung." Ein Pflichtjahrmädchen und der Hauseigentümer kamen ums Leben. Nachträglich habe ihn der Krieg und das Ereignis geprägt: "Ich sträubte mich dagegen 1957 als erster Jahrgang wieder zum Wehrdienst eingezogen zu werden." Den Nachkriegs-Generationen könne er Eines mit auf den Weg geben: "Man muss sich weiterhin für Demokratie und Frieden einsetzen."

realisiert durch evolver group