Vorläufig vom Netz: Das Kraftwerk in Kirchlengern. - © Gerald Dunkel
Vorläufig vom Netz: Das Kraftwerk in Kirchlengern. | © Gerald Dunkel

Kirchlengern Kraftwerk Kirchlengern soll vorläufig vom Netz

EWW stellt Stilllegungsantrag

Stefan Schelp

Kirchlengern. Die Energieservice Westfalen-Weser GmbH (EWW) hat bei der Bundesnetzagentur beantragt, das Kraftwerk Kirchlengern vorläufig stillzulegen. Das hat Jens Dertmeier, Projektmanager beim Energieservice, bestätigt. Der Antrag liege derzeit beim Übertragungsnetzbetreiber Tennet, der eine Stellungnahme abgeben muss dazu, ob das Kraftwerk mit 201,5 Megawatt Leistung als systemrelevant einzustufen ist. Erst danach wird die Bundesnetzagentur tätig. Zurzeit sind am Standort Kirchlengern rund 100 Mitarbeiter beschäftigt, allerdings sind nicht alle beim Kraftwerk selbst beschäftigt. Die EEW ist keineswegs der einzige Kraftwerksbetreiber, der angesichts abstürzender Börsenstrompreise Standorte zur Abschaltung anmeldet. Nach der regelmäßig aktualisierten Kraftwerksliste der Bundesnetzagentur stieg die Zahl der sogenannten Stilllegungsanzeigen allein seit Jahresbeginn bis Ende Juli um 9 auf 57 Kraftwerke. Laut Bundesnetzagentur stehen bundesweit Kraftwerke mit einer Netto-Nennleistung von gut 197 Gigawatt bereit, davon gut 90 Gigawatt aus erneuerbaren Energien. Endgültig stillgelegte Anlagen sind dabei bereits abgezogen. In der Region sind unter anderem das Kraftwerk in Veltheim und die Gasturbine Bielefeld-Ummeln abgeschaltet. Die Betreiber wollen vor allem Gas- und Steinkohle-Kraftwerke einmotten oder endgültig vom Netz nehmen. Der Börsenstrompreis ist innerhalb von zwei Jahren von etwa 50 auf rund 30 Euro pro Megawattstunde gefallen.

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