Die Störche wechseln sich mit dem Füttern des Nachwuchses ab. Gerhard Schäper glaubt, dass das Bild eine Fütterungsszene zeigt. Dazu hat er eine Theorie. Foto: Gerhard Schäper - © Picasa
Die Störche wechseln sich mit dem Füttern des Nachwuchses ab. Gerhard Schäper glaubt, dass das Bild eine Fütterungsszene zeigt. Dazu hat er eine Theorie. Foto: Gerhard Schäper | © Picasa

Hiddenhausen Die Lippinghauser Störche haben vermutlich Nachwuchs

Anfang Mai machten sich die Tierfreunde noch Sorgen um die Bewohner des Nests, jetzt häufen sich konkrete Indizien, dass sich in luftiger Höhe etwas getan hat.

Alexander Jenniches
11.05.2019 | Stand 20.05.2019, 14:57 Uhr

Im Lippinghauser Storchennest an der Milchstraße tut sich etwas. Die Frage ist nur: was? Storchenbeobachter Gerhard Schäper ist sich relativ sicher, dass das dort nistende Paar Nachwuchs bekommen hat. Gesehen hat er die Kleinen zwar noch nicht. Aber aus seiner langjährigen Beobachtungserfahrung hat er eine Theorie entwickelt: "Wenn Küken geschlüpft sind, müssen sie gefüttert werden. Die Störche verhalten sich momentan bei der Futteraufnahme anders als sonst.” Nach Schäpers Worten gehen die Storchen-Eltern auf Nahrungssuche und fliegen dann zum Nest zurück. Dort angekommen, würgen sie die gesammelte Nahrung ins Nest. Weil sich in dem Auswurf aber auch große Beute befindet, und die Nahrung insgesamt für die mutmaßlich geschlüpften Kleinen zu viel ist, picken die erwachsenen Störche die Nahrung wieder auf und schlingen sie mit einer markanten Schluckbewegung herunter. Schäper: "Da ich diesen Vorgang jetzt schon mehrmals beobachtet habe, weiß ich, dass mindestens ein Storchenküken geschlüpft ist.” In rund zwei Wochen ist klar, was dort oben passiert Ob es tatsächlich nur einen kleinen kleinen Storch dort oben auf dem Horst an Milchstraße gibt oder mehrere: Das mit Sicherheit zu sagen, dafür ist noch zu früh. Wie Gerhard Schäper sagt, müssen dafür noch rund zwei Wochen vergehen. Dann sind die Jungstörche so groß, dass man sie von unten sehen kann. Nämlich dann, wenn sie ihre Köpfe in die Höhe recken. Gerhard Schäper glaubt, dass die Anzahl der Jungtiere auch mit dem Futterangebot zusammenhängt, das ihren Eltern zur Verfügung steht: "Ich denke, es werden wie in den letzten vier Jahren nur zwei Jungstörche sein. Möglicherweise reicht der Nahrungsvorrat im Revier nicht, um drei oder mehr hungrige Jungstörche satt zu kriegen.” Die kleinen Tiere haben am Anfang ihres Lebens einen gewaltigen Hunger. Braucht ein erwachsener Storch etwa 500 bis 700 Gramm Futter am Tag, so benötigen die heranwachsenden zum Teil die doppelte Menge. Anfang Mai hätten die Jungstiere erfrieren können Von seinem Garten aus hat Schäper das Storchennest auf dem Gelände der Firma Sokratherm an der Milchstraße täglich im Blick. Anfang des Monats war er ein bisschen in Sorge um den Nachwuchs: "Wir hatten hier morgens an einigen Tagen Frost. Dort oben, in 30 Metern Höhe, ist es natürlich noch kälter als hier unten. Jetzt aber bin ich froh. Die Temperatur ziehen an, und ich freue mich schon darauf, die ersten kleine Köpfe aus dem Nest lugen zu sehen.” Geduld ist für ihn dabei eine Tugend, denn auf technische Hilfsmittel wie eine Drohne verzichtet der Tierfreund aus Rücksicht auf die Vögel bewusst. Im vergangenen Jahr hatte ein Unbekannter die Störche durch den Einsatz eines ferngesteuerten Fluggerätes verängstigt und deutlich sichtbar verstört.

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