0
Die Patienten sollen sich im Aufenthaltsraum möglichst wohlfühlen - © Jan-Henrik Gerdener
Die Patienten sollen sich im Aufenthaltsraum möglichst wohlfühlen | © Jan-Henrik Gerdener

Herford Schwerkranke Patienten bekommen schöneren Raum auf Palliativstation

Dank einer großzügigen Spende konnte der Aufenthaltsraum der Palliativstation renoviert werden. Das erwartet Patienten nun.

Jan-Henrik Gerdener
14.07.2019 | Stand 14.07.2019, 13:27 Uhr

Herford. Ein großer Flachbildfernseher hängt vor einer nagelneuen Akustikwand im Natursteinmuster. An der Wand gegenüber finden sich zwei Bilder des Herforder Fotografen Jürgen Escher. Beleuchtet wird der Raum nicht von kalten Neonröhren, sondern von einer mit Holzherzen und Ästen behangenen Wohnzimmerlampe. Darunter befindet sich eine echte Holztafel, wie man sie sonst selten in Krankenhäusern sieht. Patienten können hier fast vergessen, dass sie sich auf der Palliativstation im Klinikum befinden. Spende kommt vom Golfclub Heerhof „Wir konnten den Aufenthaltsraum dank der großzügigen Spende des Golfclubs Heerhof so renovieren", sagt Johanna Breitmann-Spanier, Vorsitzende des Fördervereins Palliativstation Klinikum Herford. Leitung und Patienten freuen sich über den neuen Raum. Er soll nun vielfältig genutzt werden. „Ich habe im Fernsehen einen Bericht über die Bedeutung von Palliativstationen gesehen", erzählt Reinhard Scherfeld, Spielführer des Golfclubs Heerhof. „Da wir uns als Club auch sozial engagieren, habe ich eine Spende für die Palliativstation zur Abstimmung gestellt und alle haben sofort mitgezogen." So sei vom Club jede Woche ein Turnier ausgerichtet worden. Für die Teilnahme habe jedes Mitglied einen Euro zahlen müssen. Die gesammelte Summe sei dann auf 6.000 Euro aufgerundet worden. Mit den 6.000 Euro habe der Förderverein Palliativstation beginnen können, die Renovierung des Aufenthaltsraums zu planen. „Wir fragen immer bei der Station nach: was wünschen Sie sich? Dann versuchen wir das zu realisieren", meint Breitmann-Spanier. Förderverein Palliativstation ist komplett auf Spenden angewiesen So habe der Verein auch schon eine Waschmaschine für die Station angeschafft. Dabei sei der Verein komplett auf Spenden angewiesen. „Die Teamarbeit mit dem Förderverein funktioniert toll", sagt Stephen Bildat, Chefarzt der Station. „Ihre Arbeit kommt den Patienten zu Gute." Dabei würde der Verein Aufgaben und Anschaffungen übernehmen, die das Klinikum nicht selbst leisten könne. Geplant wurde der neue Aufenthaltsraum von der Innenarchtitektin Antje Hellmig. „Wir sind Frau Hellmig sehr dankbar, dass sie uns ehrenamtlich unterstützt hat", sagt Breitmann-Spanier. „Der Raum soll für die Patienten eine Alternative zum eigenen Zimmer werden", meint Hellmig. „Sie sollen sich hier vor allem wohlfühlen." Zusätzlich sollen sich auch Angehörige hier treffen uns zurückziehen können. Auch um gemeinsam mit den Patienten Feste wie Ostern oder Weihnachten zu feiern, sei der Raum geeignet. Aber auch für Alltägliches wie ein gemeinsames Frühstück werde der Raum genutzt. „Der Raum ist von den Patienten sehr gut akzeptiert worden", berichtet Dr. Bildat. Palliativstation für schwerkranke Patienten „Es ist schön, wenn wir mit unserem Club so einen Unterschied im Leben von Menschen machen können", resümiert Prof. Dr. Burkhard Wippermann, Vorsitzender des Golfclubs, über die Spende. Insgesamt verfügt die Palliativstation des Klinikums über zehn Betten, die auch regelmäßig belegt seien. Anders als bei einem Hospiz hat die Palliativstation nicht das Ziel, die Patienten beim Sterben zu begleiten, sondern die schwerkranken Patienten gebessert zu entlassen.

realisiert durch evolver group