Die Fläche "Am Gange" zwischen Volkshochschule und Linnenbauerplatz ist unattraktiv und nicht barrierefrei. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Die Fläche "Am Gange" zwischen Volkshochschule und Linnenbauerplatz ist unattraktiv und nicht barrierefrei. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Vom neuen "Trinkertreff" zum Schmuckstück der Herforder Innenstadt

Das Areal "Am Gange" hinter der Herforder Volkshochschule wird von vielen als schmuddeliger Hinterhof empfunden. Dies soll sich grundlegend ändern.

Frank-Michael Kiel-Steinkamp
30.05.2019 | Stand 30.05.2019, 12:30 Uhr

Herford. Die Planungen für eine Umgestaltung des Areals „Am Gange" hinter der Volkshochschule werden konkreter. Der Bauausschuss beschäftigt sich in seiner Sitzung am Donnerstag, 6. Juni, mit einer Vorplanung für die von vielen als „Hinterhof" empfundene Fläche in zentraler Lage, die in jüngerer Zeit auch als „Trinkertreff" immer wieder für Diskussionsstoff gesorgt hat. Die Verwaltungsvorlage spricht hier zurückhaltend von einer „Fehlnutzung der überdachten Fahrradständer als Aufenthaltsbereiche". Wiederholt gab es auch Klagen über die schlechte Begehbarkeit für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer. Das Pflaster ist insbesondere am Durchgang zur Kirche schadhaft, es gibt Stolperfallen und bei Regen Pfützen. Autofahrer parken teils ungeordnet. Historisch bedeutende Wegführung Der Platz liegt zwischen Münsterkirchplatz und Linnenbauerplatz sowie Elisabethstraße und Gehrenberg. Er wird gern als kurze Verbindung zur Umgehung der belebteren Fußgängerzone benutzt. Historisch handelt es sich, so die Verwaltungsvorlage, um eine bedeutende Wegführung vom alten Stift zur Mühle am ehemaligen Flusslauf der Bowerre, der heute vom Wasserlauf des Spielplatzes auf dem Linnenbauerplatz nachempfunden wird. Die Straßen- und Wegeflächen des Areals gehören überwiegend der Stadt, der abgegrenzte Parkplatz gehört der Volkshochschule und die öffentlich zugänglichen Stellplätze gegenüber gehören zum angrenzenden Wohn- und Geschäftshaus mit Modeläden. Während die Fläche der Volkshochschule von der Stadt im Entwurf mit überplant wurde, soll nach Angaben des Technischen Beigeordneten Peter Böhm mit dem Besitzer der öffentlich zugänglichen Parkplätze über deren Gestaltung noch gesprochen werden. Die VHS befindet sich seit 1983 in dem denkmalgeschützten Bau. Rund 800 Schülerinnen und Schüler gehen täglich ein und aus. Der historische Eingang zur Elisabethstraße hat eine Treppe und ist damit nicht barrierefrei. Daher gibt es an der Seite einen gern genutzten aber in die Jahre gekommenen Nebeneingang, dessen Fahrstuhl die drei Geschosse und den Keller schnell erreichbar macht. Förderzusagen in Höhe von 300.000 Euro Die Stadt hat für ihren Teil der Fläche schon Förderzusagen in Höhe von gut 300.000 Euro bei Gesamtkosten von 525.000 Euro bekommen. Die Planung wurde an das Herforder Büro Fun-Architekten Feld und Nikulski vergeben. Die grundsätzliche Idee, so die Bauverwaltung, geht von einer ebenerdigen Gliederung der platzartigen Fläche in den barrierefreien Eingangsbereich der VHS, die Wegeflächen für Fußgänger und Radler sowie Straßenflächen zur Anlieferung und Erschließung der anliegenden Grundstücke. Die Umgestaltung könnte sich an den Elementen des Linnenbauerplatzes orientieren. Neben Betonsteinpflaster in verschiedenen Sand-Farben und Formaten soll gefärbter Splitasphalt eingesetzt werden. Das taktile Leitsystem im Boden für Sehbehinderte wird weiter geführt. Eine Wendemöglichkeit für Autos soll durch farbige Pflasterung deutlich gemacht werden. Bäume sollen als Inseln hervorgehoben werden Die das Ortsbild prägenden Bäume sollen durch Einfassungen als Inseln hervorgehoben werden. Das trifft auch auf den Baum zu, unter dem sich bisher einer der überdachten Fahrradständer befindet. Zwei Bäume werden von unten angestrahlt. Die Verbindungsachse Linnenbauerplatz-Münsterkirche wird durch Leuchten entlang der historischen Mauer betont. Ergänzend und analog zur städtischen Fläche wird der Außenraum der VHS mit Stellplätzen gestaltet. Ein Förderantrag im Programm „Soziale Integration im Quartier" für die Erneuerung von Bildungsbauten und ihres Umfeldes wurde 2018 abgelehnt. Die Stadt unternimmt einen neuen Anlauf für die VHS. Beantragt wird auch der Neubau eines Foyers vor dem Fahrstuhleingang der VHS. Eine Entscheidung wird im Sommer erwartet.

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