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Herford Graffiti-Künstler Sponk gestaltet Tupac-Säule vor dem Marta

688 Ziegelsteine gesprayt aus der Dose

Ralf Bittner
25.04.2019 | Stand 25.04.2019, 11:27 Uhr

Herford. "Das Graffito ist eines meines bisher anspruchsvollsten", sagt Dan Geffert, besser bekannt unter dem Künstlernamen Sponk. Seit einer Woche ist er damit beschäftigt, sein Bild auf die Säule unter der vom Künstler Paolo Chiasera geschaffenen Tupac-Statue zu sprayen. Heute, spätestens morgen, soll das Graffito fertig sein. Zwei Tage dauerte es allein, die 688 Ziegelsteine auf die Säule mit ihrem Umfang von vier Metern aufzubringen. Damit alles passt, entwickelte der Künstler, der im vergangenen Jahr sein Designstudium in Essen abschloss, seinen Entwurf auf Papier, übertrug ihn auf ein 3-D-Modell im Maßstab 1:10 und fertigte dann vier Fotos mit Ansichten aus jeder Richtung an, um ein Gefühl für die durch die Rundung der Säule entstehende Plastizität zu bekommen. Über dem gemalten Steinen schwebt der Schriftzug Marta, und zwar so exakt berechnet, dass sich "M" und das zweite "A" überlappen. Gemalte Farbspritzer symbolisieren Einschüsse. "Das ist ein Bezug zu Tupac", sagt Sponk. Der auch als 2Pac bekannte US-Rapper war im September 1996 unter ungeklärten Umständen erschossen worden. Im Dezember 2016 wurde er mit der Aufnahme in die Rock?n?Roll Hall of Fame geehrt. Tupac-Statue enstand 2005 Paolo Chiaseras Tupac-Statue vor dem Marta entstand zur Eröffnungsausstellung "(My private) Heroes" im Mai 2005. Teil des künstlerischen Konzeptes war und ist es, dass die Säule immer wieder wie in der Graffiti-Szene üblich übermalt wird. Die Initiative für das aktuelle Graffito ging von Sponk aus, der Zeit und Material investiert. Das Museum unterstützt ihn allerdings mit Leitern und Strom für die Beamer, mit denen er seinen Entwurf auf den Beton projizierte. "Rein handwerklich ist das hier ein fordernde Aufgabe", sagt Sponk: "Normalerweise arbeite ich auf ebenen Flächen, und ziehe gerade Linien mit einem Schwung aus dem Handgelenk. Hier sind die Bewegungsabläufe ganz anders." Auch seinen ursprünglichen Entwurf musste er vor Ort in Details anpassen, weil die Raumwirkung auf dem gewölbten Untergrund anders entsteht als in der Fläche. Sponk freut sich, sein Werk vor einem der "deutschlandweit spannendsten Museen" zeigen zu können. Eins ist für den Designer, der als Autodidakt zur Graffiti-Kunst kam, klar: "Ich mache das jetzt seit gut zwölf Jahren und will auch als freier Künstler weitermachen." Da kann so ein exponierten Standort vor einem so spektakulären Gebäude nicht schaden. In Herford schuf er in den vergangenen Jahren mehr als ein Dutzend Arbeiten, oft auf Stromkästen. Auch an der Fassadenbemalung der inzwischen abgerissenen Häuser im Gehrenberg war er beteiligt. Die Präsenz zahlt sich für ihn aus: "Ich habe inzwischen Aufträge aus Bünde und Bad Oeynhausen. www.sponk-design.com

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