Sympathieträger: Monika Bax (v. l.), Birgit Schnier, Uwe Spille, Thorsten Dodt und Walter Koch freuen sich über die Erdmännchen, die ein grünes Halstuch mit Aufdruck Klinikum tragen. Im Hintergrund läuft der Fernseher mit Live-Schaltung zum Tierpark. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Sympathieträger: Monika Bax (v. l.), Birgit Schnier, Uwe Spille, Thorsten Dodt und Walter Koch freuen sich über die Erdmännchen, die ein grünes Halstuch mit Aufdruck Klinikum tragen. Im Hintergrund läuft der Fernseher mit Live-Schaltung zum Tierpark. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Kreis Herford Erdmännchen sollen kleinen Patienten Angst vor der Kinderklinik nehmen

Maskottchen soll jungen Patienten Angst vor dem Medizinbetrieb nehmen. Live-Übertragung aus dem Tierpark. Schöner Einstieg für neuen Chefarzt

Frank-Michael Kiel-Steinkamp
10.01.2019 | Stand 10.01.2019, 21:00 Uhr

Kreis Herford. Kinder werden wie fast alle Patienten schneller gesund, wenn sie Vertrauen zum Arzt haben, sich gut aufgehoben fühlen und vom Medizinbetrieb in der Klinik abgelenkt werden. Zu Weihnachten hat die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Herforder Klinikum ein Maskottchen bekommen. Das Erdmännchen wird als Stofftier an die jungen Patienten verschenkt und darf schon bei der Aufnahmeuntersuchung dabei sein. Das Alltagsleben des echten Vorbilds wird live aus dem Tierpark Waldfrieden auf Fernseher am Krankenbett und im Foyer übertragen. Gesucht wird noch nach einem Namen für das possierliche Tier. Die Idee für die Tierart hatte Pressesprecherin Monika Bax. Erdmännchen sprechen sowohl Mädchen und Jungen an. Beim kommissarischen Leiter der Kinderklinik, Uwe Spille, bei Pflege-Abteilungsleiterin Birgit Schnier und bei Tierparkchef Thorsten Dodt fand sie offene Ohren für ihren Vorschlag. "Ein Erdmännchen ist total notwendig", findet Dr. Spille. "Es ist toll, wenn die Kinder Ablenkung und Trost bekommen, denn es ist nicht nur alles schön im Krankenhaus." Bau der neuen Kinder- und Jugendklinik soll in diesem Jahr beginnen In diesem Jahr soll mit dem Bau der neuen Kinder- und Jugendklinik begonnen werden. Doch auch jetzt ist das Haus eine Baustelle, auf die ein gezeichnetes Erdmännchen hinweist. Es geht dabei auch um eine freundlichere Gestaltung. Die Kinderklinik behandelt im Schnitt im Jahr 3.500 Patienten stationär. Die mittlere Aufenthaltsdauer beträgt viereinhalb Tage. Der neue Chefarzt der Kinderklinik, Dr. Walter Koch, hat kurz nach dem Erdmännchen am 1. Januar seinen Dienst angetreten. Der 60-Jährige hat zuvor zehn Jahre lang die Kinderklinik Idar-Oberstein geleitet. Ihn hat an der Aufgabe in Herford insbesondere die Weiterentwicklung des Perinatalzentrums für Frühgeborene gereizt. Wieder neu aufgebaut werden soll die Neuropädiatrie, in der es um die Entwicklung der Kinder geht und um behinderte Kinder mit Anfallsleiden. Walter Koch ist seit 32 Jahren mit einer Kinderkrankenschwester verheiratet und hat zwei Kinder. Der 25-jährige Sohn studiert, die 20-jährige Tochter macht demnächst Abitur. Koch wird danach seinen Lebensmittelpunkt nach Herford verlegen. Kontingent an Tierpark-Freikarten für Klinikum Zurück zu den Erdmännchen. Das Klinikum hat die Patenschaft über die possierliche Familie im Tierpark übernommen. Techniker Jörg Steinmann hat mit einer Webcam im Tierpark und den Anschluss ans Klinik-TV für den direkten Kontakt gesorgt. Die Kamera zeigt nur die Tiere, nicht die Besucher und überträgt keinen Ton. Der Tierpark stellt dem Klinikum ein Kontingent Freikarten zur Verfügung, mit denen Kinder nach ihrer Genesung diese und andere Tiere im wahren Leben kennen lernen können. Auch Führungen bietet Thorsten Dodt an. Nachdem die erste Gruppe Erdmännchen in Rente gegangen ist und nach Münster vermittelt wurde, ist eine neue Familie eingezogen, die gerade Heiligabend zum zweiten Mal Nachwuchs bekommen hat. Der Tierpark beendet Ende Februar seine Winterpause.

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