Wechsel: Zum Jahresende verabschiedet sich Gabriele Merten als Geschäftsführerin der Sieg Hörtechnic GmbH und geht in den Ruhestand. Künftig fungiert Werner Eickmannn als alleiniger Geschäftsführer. - © Peter Steinert
Wechsel: Zum Jahresende verabschiedet sich Gabriele Merten als Geschäftsführerin der Sieg Hörtechnic GmbH und geht in den Ruhestand. Künftig fungiert Werner Eickmannn als alleiniger Geschäftsführer. | © Peter Steinert

Herford Entwicklungssprünge bei der Hörgeräte-Technik

Gabriele Merten verabschiedet sich als Geschäftsführerin von Sieg Hörtechnic und geht in Rente

Peter Steinert
28.12.2018 | Stand 27.12.2018, 18:46 Uhr

Herford. Mit Hör-Rohren musste sich Gabriele Merten nicht beschäftigen, obwohl bei "Sieg Hörtechnic" an der Steinstraße ein entsprechendes Gerät zu finden ist. Da die Hörgeräteakustikmeisterin aber seit 1989 in dem Geschäft arbeitet und seit 1999 die Hörtechnik-Abteilung leitet, hat sie die gewaltigen Entwicklungssprünge bei der Technik miterlebt. Mit 63 Jahren geht Gabriele Merten zum Jahreswechsel in Rente. "Ich kann mich an analoge Hörgeräte erinnern, die nicht mit dem Computer programmiert, sondern mit dem Schraubenzieher eingestellt wurden", sagt Gabriele Merten. Drei Stellen habe es gegeben: Für die Töne, die Lautstärke und eine weitere, damit es dem Nutzer nicht zu laut wurde. "1992 gab es die ersten programmierbaren Geräte, die im Laufe der Zeit immer kleiner wurden. Heute sind das Hightech-Systeme. Das ist quasi ein Mini-Computer im Ohr", sagt die Hörgeräteakustikmeisterin, die zugleich Pädakustikerin und Hörtrainerin ist. Die Anzahl der Hörgeräte hat sich verzehnfacht Nicht nur die Technik hat sich gewandelt. Auch die Intervalle der Neuerscheinungen sind deutlich kürzer geworden. Während früher alle drei oder vier Jahre ein neues Modell auf den Markt gekommen sei, dauere es heute keine drei Monate, dass die Hersteller mit einem neuen Angebot vorstellig würden. Zugleich hat sich die Anzahl der Hörgeräte verzehnfacht - früher gab es etwa 150. "Dabei können Bluetoothzubehör, Funkanlagen und Freisprechhörgeräte auf unterschiedlichste Art und Weise gekoppelt, angebunden und vernetzt werden, wobei zwischen Apple und Android immer andere Wege genutzt werden", sagt Werner Eickmann, der seit 1993 bei "Sieg Hörtechnic" arbeitet und der das Geschäft im neuen Jahr weiter führen wird. In den letzten Jahren wurden von ihm schon die Kompetenzen der Firma erweitert, so dass das Unternehmen außer der normalen Hörgeräteversorgungen auch Lieferant für Funkübertragungsanlagen bei Schulen und individuellem Gehörschutz bei der Bundeswehr sowie weiteren Firmen in Herford ist. Mitarbeiter lernen Gebärdensprache Zudem werde eine Pädakustikabteilung unter "Kinderakustiker.de" aufgebaut. "Das aktuelle Projekt ist das Lernen der Gebärdensprache für alle Mitarbeiter", sagt der 42-Jährige, dem zwei Hörakustikermeisterinnen, eine Pädakustikerin, ein Geselle und drei Auszubildende bei der Arbeit zur Seite stehen. Gabriele Merten wird künftig mehr Zeit für ihr Hobby, das Reisen, haben. Schon bald soll es auf große Reise in die Antarktis gehen. Zuhause in Herford wird sie sich weiter ehrenamtlich für die Bürgerstiftung engagieren.

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