Fritz Otto Husemann (l.) von der Bezirksregierung Detmold überreicht Bernd Oberhokamp eine von Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl unterzeichnete Entlass-Urkunde. - © Peter Steinert
Fritz Otto Husemann (l.) von der Bezirksregierung Detmold überreicht Bernd Oberhokamp eine von Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl unterzeichnete Entlass-Urkunde. | © Peter Steinert

Herford Rektor Bernd Oberhokamp verlässt die Geschwister-Scholl-Schule

Der Rektor wurde nach mehr als 40-jähriger Dienstzeit in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet Peter Steinert

Peter Steinert

Herford. Obwohl in Bielefeld-Brake geboren, aufgewachsen und verwurzelt ist Bernd Oberhokamp im Herforder Westen. Dort wird er sich künftig öfter um seinen Garten und die Enkelkinder kümmern. Und dort wird er jederzeit zu seinen Fahrradtouren aufbrechen können. Denn auf die Ferien ist der 63-Jährige nicht mehr angewiesen. Am gestrigen Donnerstag wurde Bernd Oberhokamp als Leiter der Geschwister-Scholl-Schule in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet. Der einstige Schüler des Ravensberger Gymnasiums absolvierte sein Studium an der Pädagogischen Hochschule Bielefeld, ehe er 1980 als Mathematik- und Physiklehrer an der Otto–Hahn-Realschule einstieg. 1991 wechselte er zur Ernst-Barlach-Schule, bevor es ihn nach Enger zog, wo eine neue Realschule aufgebaut wurde. 2007 folgte die Rückkehr in seine Heimatstadt. An allen drei Realschulen tätig gewesen Oberhokamp: „Ich bin in meinem Berufsleben an allen drei Herforder Realschulen gewesen. Von der Otto-Hahn-Realschule ging es zur Barlach-Schule. Zwischendurch war ich in Enger und vor zehn Jahren übernahm ich die Geschwister-Scholl-Schule als Leiter." Die Anfangszeit an der Geschwister-Scholl-Schule sei alles andere als ruhig gewesen. Zunächst blieb der Posten des Konrektors unbesetzt, dann diskutierten Kommunalpolitik und Stadtverwaltung über den Fortbestand der Einrichtung. Ein Umzug zum Meierfeld war im Gespräch, aber auch eine Umwandlung in eine Gesamtschule am Standort Wiesestraße. „Das waren wilde Zeiten", erinnerte sich Bernd Oberhokamp. Diese wilden Zeiten sind vorbei, es bleibt der Rückblick. „Jetzt habe ich die 40 Dienstjahre voll. Für die Schule und die Eltern habe ich das immer gerne gemacht. Ich habe mich als Anwalt der Schule verstanden", sagt der Pädagoge, der beim Umgang mit den Kindern und Jugendlichen stets auf individuelle Förderungen achtete. „Auch vor zehn Jahren konnte ich keine Stunde aus der Schublade ziehen." Anwesenheit vieler Schüler freut ihn Zu den Gästen der Verabschiedung in der Aula gehörte nicht nur das Kollegium, langjährige Freunde wie Klaus Meyer oder Wolfgang Rußkamp, Vertreter der Elternschaft oder Bürgermeister Tim Kähler. Zur Freude Oberhokamps waren auch etliche Schülerinnen und Schüler erschienen. An sie gewandt sagte der scheidende Schulleiter: „Um euch geht es in der Schule, um eure Ausbildung und eure Zukunftschancen. Deshalb war mir bei der Einladung wichtig, dass heute viele Schüler anwesend sind. Ihr sollt euch wohlfühlen. Ihr wollt ernst genommen werden, euch einbringen und Erfolg haben. Auch wenn ihr mal Misserfolg habt oder euch falsch verhalten habt, müsst ihr das Gefühl behalten, dass ihr als Mensch wertgeschätzt werdet." Es war ein buntes, feierliches Programm, mit dem Bernd Oberhokamp in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet wurde. Ein Programm mit Gesprächen unter alten Freunden und Liedern junger Sänger. Und einem Bürgermeister, der seine Rede mit einem vor allem für Bernd Oberhokamp zutreffenden Reim zusammenfasste. „Das Leben wird erst dann zum Genuss, wenn man kann und nicht mehr muss," sagte Tim Kähler.

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