Aufwärts: Chef Lars Uhlen in der Verwaltung von Bonitas an der Herforder Heidestraße. Das Unternehmen ist seit Gründung 1995 zum größten privaten ambulanten Pflegedienst gewachsen. - © Peter Steinert
Aufwärts: Chef Lars Uhlen in der Verwaltung von Bonitas an der Herforder Heidestraße. Das Unternehmen ist seit Gründung 1995 zum größten privaten ambulanten Pflegedienst gewachsen. | © Peter Steinert

Herford Bonitas ist in Deutschland zum Marktführer in der Pflege aufgestiegen

3.247 Mitarbeiter machen das Unternehmen zu Deutschlands größtem privaten ambulanten Pflegedienst mit Hauptsitz in Herford

Peter Steinert

Herford. Als cooler Geschäftsmann versteht sich Lars Uhlen nicht. Obwohl seine Bonitas Holding kontinuierlich wächst und inzwischen zum größten privaten ambulanten Pflegedienst in Deutschland aufgestiegen ist. Voraussichtlicher Umsatz in diesem Jahr: "Wir sind erstmals im dreistelligen Millionenbereich", sagt der geschäftsführende Gesellschafter, der sich nicht nur durch seine selbst entworfene markante Brille von anderen Unternehmern unterscheidet. Nummer 1 ist Bonitas auch bei der Kinderintensivpflege für beatmete Kinder. "Wir begleiten die Jungen und Mädchen vom Kindergarten bis zur Schule. Wir haben beispielsweise ein Kind mit eineinhalb Jahren bekommen, das heute 22 Jahre alt ist", sagt Uhlen, der im Vorstand des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (BPA) sitzt. "Die Arbeit berührt mich immer noch" Augenscheinlich ist er dennoch nah dran am praktischen Geschehen, wenn er sagt: "Das ist so eine schöne Arbeit, die mich immer noch berührt." Und so gehört es zur Firmenphilosophie, dass sich alle Beschäftigten duzen. Auch den Lars. 3.247 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen bundesweit in diversen Gesellschaften. Wie viele es sind? "Puh", da muss der 48-Jährige erst überlegen, um zu antworten: "43 Gesellschaften". Schneller kommt es ihm von den Lippen, seit wann Bonitas besteht. "Seit 21 Jahren und vier Monaten." Am 1. April 1995 hatte sich der im Herforder Mathilden-Hospital ausgebildete Krankenpfleger selbstständig gemacht. Von der klassischen ambulanten Pflege, die immer noch eine stabile Grundlage bildet, habe sich das Aufgabenfeld der Bonitas zur Intensivpflege weiter entwickelt. Später kamen Wohngemeinschaften für Beatmete hinzu, die in Herford einen Standort hatten und mittlerweile auch im Krankenhaus Rahden etabliert sind. Weitere Häuser eröffnen am 1. Februar in Bielefeld und am 1. März in Detmold. "Wachstum wird einem geschenkt" Seit drei Jahren hegt Lars Uhlen mit dem "Kleinen Heim mitten im Leben" ein weiteres Projekt, bei dem Pflegebedürftige in kleineren Wohngemeinschaften ihrer Nachbarschaft aufgenommen werden. Zuletzt gelang das in Hiddenhausen, wo die Gaststätte "Schweichelner Krug" umgebaut wurde. Bis 2018 sollen in Deutschland 41 dieser Wohngemeinschaften hinzukommen. "Das sind 750 neue Plätze und 900 neue Mitarbeiter", sagt Lars Uhlen. Wobei er den Wachstumsschub sofort relativiert: "Das ist keine Expansionsstrategie, sondern ein logischer Schluss. Meine Firma existiert nicht, weil sie auf Wachstum setzt. Wachstum wird einem geschenkt und wird getrieben durch die Mitarbeiter." Lars Uhlen managt sein Unternehmen über acht Bezirksleitungen, denen 102 Pflegedienstleitungen untergeordnet sind. "Alle Mitarbeit sind ausgebildete Krankenschwestern oder Krankenpfleger", sagt der Chef, der in der Verwaltung an der Herforder Heidestraße 80 Kräfte bündelt. Und der an dieser Adresse künftig weiter wächst. Gelb sind auch die Fassaden der Häuser Zum Herbst wird ein Nachbargebäude übernommen, in dem zwei externe Lager konzentriert werden sollen und wo die hauseigene Akademie einziehen soll. "Hier bilden wir unsere Mitarbeiter fort, damit sie unsere Qualitätsrichtlinien erfüllen. Am Anfang sind das 120 Stunden, danach 18 Stunden pro Jahr", sagt Uhlen. In heimischen Gefilden gilt er angesichts der prägnanten Fassadenfarbe seiner Objekte als gelber Riese, an anderen Standorten bedient sich der gebürtige Niedersachse einer ganzen Farbpalette. Lila steht etwa für "Leonard" und Hannover, "Elias" ist rot und fährt in Nürnberg vor. Und in Kassel heißt der "Bonitas"-Ableger "Benedikt", an dessen Autos und Einrichtungen die Farbe Blau vorherrscht. Wobei sich Uhlen unterschwellig doch zum Wachstum bekennt: "Das sind neue Marken für neue Menschen, die Lust darauf haben, eine neue Firmenkultur zu entwickeln. Geschieht das nicht, dann stirbt eine Firma."

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