Gute Fahrt: Das wünschte die "Highway Patrol" dem "Scheich" - © Alexander Jenniches
Gute Fahrt: Das wünschte die "Highway Patrol" dem "Scheich" | © Alexander Jenniches

Herford 450 PS-Boliden auf der Mindener Straße

"Germanys Supercars Rallye" machte Boxenstopp in Herford

Alexander Jenniches

Herford. Das war mal ein originelles Geburtstagsgeschenk: Der Herforder Medienunternehmer Stefan Ladage organisierte seinem Sohn Marvin (16) und sich selbst "Germanys Supercars Rallye" zum Ehrentag - mit Dieter Bohlen-Double und einem falschen Scheich, der von der Polizei angehalten wurde. 450 Traumautos rollten auf den Straßen von Ostwestfalen-Lippe. Die Rallye führte von Bad Salzuflen bis ins Osnabrücker Land und von dort zurück nach Bielefeld ins Stadtpalais, wo die Abschlussparty stieg. 450 heiße fahrbare Untersätze, von Ferrari über Porsche und Lamborghini aus ganz Deutschland und angrenzenden Ländern waren 24 Stunden unterwegs. Der Boxenstopp in Herford bei "Pitstop" war dagegen vergleichsweise unspektakulär. Die Teilnehmer mussten ihren Reifendruck messen und bekamen anschließend Verpflegung mit auf den Weg. Organisator Stefan Ladage: "Wir wollten etwas richtig Spektakuläres machen, so wie in dem Filmklassiker ,Auf dem Highway ist die Hölle los'". Dementsprechend sind ja auch einige Teilnehmer verrückt verkleidet. Auch einige Promis haben wir dabei. Sie sind aber nicht alle echt", sagte Ladage mit einem schelmischen Augenzwinkern. So sorgte ein Double von Dieter Bohlen für einige Verwirrung, denn der Mann sah Bohlen sehr ähnlich und sprach auch so. Bei genauem Hinsehen jedoch war klar: Bohlens Kinn ist markanter, und er fährt sicher keinen Wagen aus dem Hochsauerlandkreis. Der Gag allerdings war gelungen.Mit Fahrlehrer statt Führerschein Echt hingegen war der ehemalige Boxweltmeister Graciano Rocchigiani, der mit einem besonderen Trick antrat. Er hat derzeit keine Fahrlizenz und nutzte die Strecke kurzerhand, um gemeinsam mit seinem Fahrlehrer die erforderlichen Stunden zu absolvieren - korrekt in einem Fahrschulauto natürlich. Allerdings war es Glücksache, wenn man ihn und andere zum Teil amüsant verkleidete Persönlichkeiten in Herford zu sehen bekam. Der Boxenstopp dauerte genau 60 Sekunden. Für Aufsehen sorgte der Deutsch-Araber Kan Bilsev, der in saudi-arabischer Landestracht antrat und für einen Scheich gehalten wurde. Die Polizei stoppte ihn in Bielefeld an und fragte: "Wie laufen sie denn rum?" Darauf antwortete er: "Ja wie laufen sie denn rum? In unserem Land ist das, was ich trage, der normale Kleidungsstil." Man lachte, und weiter ging die wilde Fahrt. Allerdings sehr gesittet, denn wie Organisator Stefan Ladage betonte: "Wir möchten mit der Rallye auch darauf aufmerksam machen, dass man mit einem so großen Auto auch eine große Verantwortung trägt. Raser gehören nicht auf die Straße. Wer schnell fahren will, soll das bitte auf einer Rennstrecke tun." Die Polizei im Kreis Herford passte gut auf, dass diesen Worten auch Taten folgten und hatte nichts zu beanstanden. Und wenn einer der Fahrer unter dem Jubel der Zuschauer den Motor mal so richtig aufheulen und knallen ließ, drückten die Beamten wohlwollend ein Auge zu.

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